Siemens: Wegen KI nicht auf Einstiegsjobs verzichten
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 06:17 Uhr | dpa, AD HOC NEWSWenn Mitarbeitende nicht mehr die Chance hĂ€tten, gewisse Erfahrungskurven zu durchlaufen, gingen wichtige FĂ€higkeiten verloren, die spĂ€ter gebraucht wĂŒrden.
Als Beispiel nennt sie Softwareentwickler: "Unsere Entwickler können simplen und zunehmend auch komplexeren Code immer hĂ€ufiger von der KI und von Agenten schreiben lassen, anstatt ihn eigenhĂ€ndig zu programmieren", sagt sie. Die zentrale Aufgabe fĂŒr die Menschen sei dann, den Code kritisch zu hinterfragen. "Die entscheidende Frage ist dann immer: Was muss ich gemacht, geprĂŒft und gesehen haben, damit ich der KI nicht "aufsitze"?", sagt Wiese.
Erst mal selbst machen
Und hier kĂ€men die Unternehmen ins Spiel: Sie mĂŒssen den jungen Mitarbeitenden die Chance geben, gewisse Aufgaben selbst zu ĂŒbernehmen und Schritte zu durchlaufen, um die FĂ€higkeit zu erlernen, die sie brauchen, um die KI zu ĂŒberprĂŒfen und deren Ergebnisse zu validieren.
Bei Siemens werde man jedenfalls auch weiter gezielt junge Leute einstellen und in sie investieren. "Letztlich muss sich jede Firma diese Frage stellen: Was muss ich tun, damit junge Talente diese Erfahrungs- und Lernkurve machen können?" Dabei könne KI dann sogar wieder helfen, den Mitarbeitenden schneller und effizienter FÀhigkeiten zu vermitteln.
Lernen von den Jungen
Spannend werde es hier zudem in einigen Jahren, wenn die ersten jungen Mitarbeitenden ins Unternehmen kÀmen, die schon mit der KI groà geworden sind. "Sehr bald werden Menschen aus dem Bildungssystem kommen, die schon ganz anders mit KI gearbeitet haben. Davon können dann auch die erfahreneren Kollegen viel lernen."
Es sei noch zu frĂŒh, um zu sagen, wie sich KI auf die BeschĂ€ftigung auswirkt. Auch hier nimmt sie wieder die Softwareingenieure, von denen es rund 30.000 im Konzern gibt, als Beispiel: "Man kann zusĂ€tzliche ProduktivitĂ€t nutzen, entweder um das Gleiche mit weniger Menschen zu machen oder mit der gleichen Anzahl an Mitarbeitenden mehr zu machen. Und im Moment sind wir sehr froh, dass wir an vielen Stellen deutlich schneller sind, mehr Dinge ausprobieren und zusĂ€tzliche Projekte starten können, die andernfalls nicht möglich gewesen wĂ€ren."
