Aktien, Frankfurt

Aktien Frankfurt: Zollstreit-Entspannung kein Treiber - Fokus auf Notenbanken

27.10.2025 - 14:38:18 | dpa.de

Signale einer Entspannung im US-chinesischen Handelsstreit sind am Montag am deutschen Aktienmarkt kein Kurstreiber.

Anleger wagen sich in einer Woche mit Zinsentscheidungen der US-Notenbank Fed und der EuropÀischen Zentralbank (EZB) sowie vielen Unternehmenszahlen auf beiden Seiten des Atlantiks nicht vor.

So notierte der Dax DE0008469008 am Nachmittag 0,13 Prozent schwÀcher bei 24.209 Punkten. An der Index-Spitze stiegen die Titel der Commerzbank DE000CBK1001 um 1,4 Prozent. Hinten lagen die Anteile des Triebwerkherstellers MTU DE000A0D9PT0 mit minus 2,2 Prozent.

"Bis zu den Zentralbankentscheidungen könnte sich der Markt unentschlossen prÀsentieren", schrieb Analyst Frank Sohlleder vom Broker ActivTrades. "Die Impulse von EZB und Fed werden dann den Ausschlag geben, ob der Dax einen Ausbruch nach oben in Richtung neuer RekordstÀnde oder eine Korrektur nach unten vollzieht."

Der MDax DE0008467416 fĂŒr die mittelgroßen Börsenkonzerne sank am Montag um 0,39 Prozent auf 30.174 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 stieg um 0,2 Prozent.

China und die USA seien zu einer vorlĂ€ufigen Einigung gelangt, hatte Li Chenggang, Vize-SekretĂ€r im chinesischen Handelsministerium, am Sonntag nach GesprĂ€chen mit der US-Seite gesagt. Diese mĂŒsse nun auf beiden Seiten "ein internes Genehmigungsverfahren durchlaufen". Konkrete Angaben zu den Inhalten machte China zunĂ€chst nicht. Auch US-Finanzminister Scott Bessent sprach von positiven Verhandlungen in Kuala Lumpur, die Vorlauf fĂŒr das Treffen von US-PrĂ€sident Donald Trump und Chinas PrĂ€sident Xi Jinping am Donnerstag in SĂŒdkorea sind.

In der deutschen Wirtschaft nahm im Oktober die Zuversicht etwas zu, wie das Ifo-GeschÀftsklima zeigt. Es fiel etwas besser aus als von Analysten erwartet. Allerdings konnte das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer den StimmungsdÀmpfer vom September mit den neuesten Daten nur teilweise wettmachen.

Am Aktienmarkt blickten die Anleger auf Gerresheimer DE000A0LD6E6. Bei dem Verpackungsspezialisten erhĂ€rtete sich teilweise der Verdacht, gegen Rechnungslegungsvorschriften verstoßen zu haben. Nachdem die Finanzaufsicht Bafin im September eine PrĂŒfung problematischer Buchungen im Konzernabschluss 2024 eingeleitet hatte, gab das MDax-Unternehmen das Ergebnis einer Untersuchung einer beauftragten Kanzlei bekannt. Dabei geht es im Vergleich zum Konzernumsatz aber nur um eine sehr kleine Summe. Die Titel legten um 4 Prozent zu. Die Problematik hĂ€tten die Kursverluste der vergangenen Woche bereits eingepreist, sagten Börsianer.

Beim Sportwagenbauer Porsche AG DE000PAG9113 zehrten die Milliardenkosten fĂŒr die Verbrenner-VerlĂ€ngerung den Gewinn in den ersten drei Quartalen des Jahres fast vollstĂ€ndig auf. Experten zogen nach den Zahlen ein durchwachsenes Fazit und sahen nicht nur Negatives. Die Aktien setzten ihre jĂŒngste Erholungsrally mit plus 2,5 Prozent fort.

Fortschritte in einer Partnerschaft mit dem US-Pharmakonzern Bristol Myers Squibb US1101221083 bescherten den Papieren des Hamburger Wirkstoffforschers Evotec DE0005664809 Kursgewinne in Höhe von 4,3 Prozent.

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