Sivers, Semiconductors

Sivers Semiconductors Aktie: Nettoverlust 2025 auf 222,6 Millionen SEK

19.06.2026 - 01:05:07 | boerse-global.de

Sivers Semiconductors weist nach Bilanzkorrektur höhere Verluste aus. Ein Short-Seller-Bericht belastet zusÀtzlich die Aktie.

Sivers Semiconductors: Korrigierte Bilanzen und Short-Seller-Druck
Sivers - Ein Stapel Finanzdokumente mit einem roten 'VERLUST'-Stempel unter einem Scheinwerfer, der finanzielle Schwierigkeiten symbolisiert. 19.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Sivers Semiconductors hat seine Finanzzahlen fĂŒr 2024 und 2025 grundlegend ĂŒberarbeitet — und dabei deutlich höhere Verluste ausgewiesen. Parallel dazu wirft ein Short-Seller-Bericht Fragen zur Umsatzerfassung auf. Die Aktie notiert nach einer Verdopplung in einem Monat nun unter Druck.

Neuaufstellung der BĂŒcher

Der Hintergrund der Zahlenkorrektur ist strategisch: Sivers will an einer US-Börse gelistet werden und hat seine AbschlĂŒsse deshalb auf die Standards der US-Aufsichtsbehörde PCAOB umgestellt. Das hat Konsequenzen.

Der Nettoverlust fĂŒr 2025 stieg von 186,5 Millionen SEK auf 222,6 Millionen SEK. FĂŒr 2024 kletterte er von 116,3 Millionen SEK auf 183,9 Millionen SEK. Ursache sind Verschiebungen bei der Umsatzerfassung sowie neue Bewertungen von LagerbestĂ€nden und aktienbasierten VergĂŒtungen.

Die Zahlen sind damit deutlich schlechter als bislang bekannt — auch wenn sich an der operativen RealitĂ€t des Unternehmens nichts geĂ€ndert hat.

Governance-Fragen und Short-Seller-Druck

Auf der jĂŒngsten Hauptversammlung zog der Vorstand Tagesordnungspunkte zu Mitarbeiter-Incentiveprogrammen zurĂŒck. Das neu gewĂ€hlte Board will die Programme zunĂ€chst prĂŒfen und spĂ€ter einen umfassenderen Vorschlag vorlegen.

Kein Wunder, dass das Timing Aufmerksamkeit erzeugt. Ein Short-Seller-Bericht stellt die Umsatzerfassung und die GĂŒltigkeit von KundenvertrĂ€gen infrage. Besonders im Fokus: die sogenannte Opportunity Pipeline, die das Unternehmen zuletzt mit 799 Millionen USD bewertet hatte.

Kurs zwischen Rally und Korrektur

Die Aktie verlor am Donnerstag rund 2,2 Prozent auf 8,80 Euro. Das klingt moderat — gemessen an der Vorgeschichte ist es das auch. In den vergangenen 30 Tagen hat sich der Kurs fast verdoppelt, ein Plus von knapp 98 Prozent. Vom 52-Wochen-Tief bei 0,27 Euro im MĂ€rz 2026 ist die Aktie damit auf ein völlig anderes Niveau gesprungen.

Die annualisierte VolatilitĂ€t liegt bei ĂŒber 238 Prozent. Das spiegelt wider, wie stark die Stimmung schwankt.

Operatives GeschÀft lÀuft weiter

Trotz der Bilanzturbulenzen meldet Sivers konkrete AuftrĂ€ge. Ein Produktionsauftrag ĂŒber 8,2 Millionen USD fĂŒr Ka-Band-Beamforming-Chips im Satellitenkommunikationsbereich lĂ€uft bis 2027. Das zeigt, dass das operative GeschĂ€ft unabhĂ€ngig von den Buchungsfragen weiterlĂ€uft.

Den nĂ€chsten Aufschluss liefert der Zwischenbericht am 6. August 2026. Dann wird sich zeigen, wie sich die PCAOB-Umstellung auf die laufenden Zahlen auswirkt — und ob das Unternehmen die Fragen des Short-Sellers ĂŒberzeugend beantworten kann.

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