'Skandal': Kinderschutzbund verurteilt SparplÀne Priens
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 06:59 Uhr, dpa.deGeburtstag zu zahlen. "Der Wegfall des Unterhaltsvorschusses bedeutet eine Vertiefung der Chancenungleichheit", sagte Grein dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Das Vorhaben sendet das Signal an alle Kinder und Jugendlichen: Wenn es eng wird, zÀhlt ihr am wenigsten."
Im "heute journal update" des ZDF warnte er vor den Folgen einer solchen Entscheidung. "Wir haben ein groĂes Problem mit Kinderarmut in dem Land schon sehr viele Jahre, und wir wissen auch, dass die am meisten von Armut betroffene Gruppe ĂŒberhaupt Alleinerziehende sind", so Grein. "Hier reinzugrĂ€tschen verschĂ€rft Kinderarmut, statt sie zu bekĂ€mpfen."
Ăhnlich Ă€uĂerte sich VdK-PrĂ€sidentin Verena Bentele. Sie wies darauf hin, dass Jugendliche mit zunehmendem Alter höhere Kosten verursachen. Gerade bei den 16- und 17-JĂ€hrigen zu sparen, verschĂ€rfe daher deren Armutsrisiko.
Der Zuschuss soll nur noch bis zum 16. Geburtstag gezahlt werden
Alleinerziehende Elternteile können vom Staat Vorschuss beantragen, wenn der andere Elternteil - in der Praxis oftmals die VĂ€ter - nicht oder nicht in ausreichendem MaĂe Unterhalt zahlt. Der Staat kann sich dieses Geld dann von den sĂ€umigen Elternteilen zurĂŒckholen. In der Praxis gelingt das aber nur in einer Minderheit der FĂ€lle.
Nach den PlĂ€nen Priens soll der Unterhaltsvorschuss kĂŒnftig nur noch bis zum 16. anstatt bis zum 18. Geburtstag von Kindern gezahlt werden. Hintergrund sind nach Angaben ihres Ministeriums Sparvorgaben an den Bundeshaushalt. Die Ausgaben fĂŒr den Vorschuss hĂ€tten sich seit der Reform 2017 vervierfacht. Vor der Reform gab es Unterhaltsvorschuss nur fĂŒr Kinder bis zum 12. Lebensjahr und fĂŒr maximal 72 Monate. Seit dem 1. Juli 2017 flieĂt das Geld bis zum 18. Geburtstag des Kindes und ohne zeitliche Begrenzung.
