SpaceX Aktie: 26,69 Prozent Minus in 30 Tagen
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 16:39 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die SpaceX-Aktie notiert aktuell bei 121,72 Euro und damit nur noch 1,26 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 120,20 Euro, das der Titel am 13. Juli 2026 markierte. Auf Tagesbasis steht ein leichtes Minus von 0,23 Prozent zu Buche, nach einem Schlusskurs von 122,00 Euro am Vortag. Auf Wochensicht summiert sich der Rückgang auf 7,07 Prozent, über 30 Tage sind es 26,69 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch von 194,46 Euro, erreicht am 16. Juni 2026, trennen die Aktie inzwischen 37,41 Prozent. Der RSI von 41,1 signalisiert keine Überverkauft-Situation, die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 97,61 Prozent zeigt jedoch, wie nervös der Handel bleibt. Die Marktkapitalisierung liegt umgerechnet bei 1.711,30 Milliarden Euro.
Ein Monat nach dem größten Börsengang der Geschichte
SpaceX war am 12. Juni 2026 zu 135 US-Dollar je Aktie an die Börse gegangen, der Handel eröffnete bei 150 Dollar und kletterte binnen weniger Tage auf ein Hoch von 225 Dollar am 16. Juni. Seither ging es überwiegend abwärts. Anfang Juli wurde SpaceX in den Nasdaq-100 aufgenommen, verlor am Tag der Index-Aufnahme aber selbst rund 4,4 Prozent. Am 13. Juli fiel die Aktie in den USA an zwei aufeinanderfolgenden Handelstagen um 4,51 und 4,24 Prozent und näherte sich damit dem ursprünglichen Ausgabepreis von 135 Dollar. Parallel rutschte das Vermögen von Elon Musk, der laut Berichten rund 46 Prozent der Anteile hält, unter die Marke von 900 Milliarden US-Dollar.
Analysten bleiben trotz Kursverfalls optimistisch
Trotz der Talfahrt halten die meisten der 29 Analysten, die den Titel abdecken, an positiven Einschätzungen fest. Der Konsens liegt bei 239 US-Dollar, was einem Aufwärtspotenzial von rund 65 Prozent entspräche. Deutsche Bank initiierte die Coverage mit einem Kaufvotum und einem Kursziel von 255 Dollar, Bernstein bestätigte trotz der jüngsten Erfolgsmeldung des chinesischen Konkurrenten Long March 10B, der am 10. Juli erstmals eine Booster-Landung glückte, sein Outperform-Rating mit Kursziel 239 Dollar. Morgan Stanley initiierte mit Overweight und einem Kursziel von 300 Dollar, im Bullenfall werden 600 Dollar, im Bärenfall lediglich 75 Dollar für möglich gehalten. Raymond James bildet mit 800 Dollar den Street-High, was einer Bewertung von rund 10,5 Billionen Dollar entspräche. Citi rief mit 200 Dollar zum Kauf auf, sieht aber Insider-Handelsmuster als entscheidenden Prüfstein. Nur ein einziges Analystenhaus rät zum Verkauf.
Kritischere Stimmen mehren sich dennoch. Mark Yusko von Morgan Creek Capital bezeichnete SpaceX bei einer Bewertung von zwei Billionen Dollar als "Dogecoin-Klon" und verwies darauf, dass nur vier Prozent der Aktien frei handelbar seien, während auslaufende Lock-up-Fristen den Streubesitz um bis zu 900 Prozent erhöhen könnten. Adam Khoo argumentierte, SpaceX sei narrativgetrieben mit unklaren Cashflows und gehöre in Warren Buffetts Kategorie der "too hard pile". SpaceX wies für 2025 einen GAAP-Nettoverlust von 4,94 Milliarden US-Dollar aus, die kumulierten Verluste übersteigen laut Berichten 41 Milliarden Dollar.
Anleihemarkt sendet Warnsignale
Zusätzlichen Druck erzeugt der Rentenmarkt. Die 30-jährigen BBB-Anleihen von SpaceX verzeichneten einen Credit Spread von über zwei Prozentpunkten, schlechter als der Durchschnitt von BB-gerateten Papieren mit 1,55 Prozentpunkten. Die Rendite stieg innerhalb von zwei Wochen nach Emission von 6,7 auf 7,3 Prozent. Wall-Street-Primärhändler wurden dabei erstmals seit 1998 zu Netto-Verkäufern von Unternehmensanleihen. Diese Entwicklung fällt in eine Phase, in der große KI-Konzerne 2026 bereits rund 570 Milliarden Dollar an Anleihen emittiert haben, doppelt so viel wie im Vorjahr.
Starship-Test als nächster Kurstreiber
Operativ bleibt SpaceX aktiv: Am 14. Juli startete eine Falcon-9-Rakete mit 29 Starlink-V2-Mini-Satelliten, der eingesetzte Booster absolvierte dabei seinen 36. Flug. Die Starlink-Konstellation umfasst nach diesen Berichten mehr als 10.700 aktive Satelliten, im ersten Halbjahr 2026 wurden 1.589 neue Satelliten ausgesetzt. Für den 16. Juli ist zudem der 13. Testflug des Starship-Systems angesetzt, nachdem die FAA die Untersuchung eines Booster-Zwischenfalls vom 22. Mai abgeschlossen hat. Der Flug soll erstmals funktionsfähige Starlink-V3-Satelliten aussetzen und ein Wiederzünden der Triebwerke im All testen. Starlink gilt als wichtigster Wachstumstreiber: 2025 erzielte die Sparte 11,4 Milliarden US-Dollar Umsatz und 4,4 Milliarden Dollar operatives Ergebnis bei rund 10,3 Millionen Abonnenten. Ob dies ausreicht, um das Vertrauen der Anleger nach dem schwachen Börsenmonat zurückzugewinnen, dürfte sich auch an den für Ende Juli erwarteten Quartalszahlen großer KI-Konzerne entscheiden.
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