SpaceX, Aktie

SpaceX Aktie: 37-Prozent-Sturz vom Juni-Hoch

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 10:21 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Der SpaceX-Aktienkurs fiel seit dem Börsengang um über 37 Prozent. Analysten sehen die Bewertung sehr unterschiedlich, der Starship-Flug 13 rückt in den Fokus.

SpaceX-Aktie nach Rekord-Börsengang: Kursverfall und neue Perspektiven
Abstrakte, atmosphärische Darstellung der Luft- und Raumfahrtindustrie mit einem starken Marktabschwung und Unsicherheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Titel schloss am Montag bei 122,00 Euro und liegt damit nur noch 1,50 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 120,20 Euro, das erst am 13. Juli 2026 markiert wurde. Vom 52-Wochen-Hoch von 194,46 Euro, aufgestellt am 16. Juni 2026, trennen die Aktie inzwischen 37,26 Prozent. Auf Wochensicht verlor der Titel 6,86 Prozent, auf Monatssicht 26,52 Prozent. Der RSI von 41,3 signalisiert keine Überverkauftheit im klassischen Sinn, doch die annualisierte Volatilität von 99,90 Prozent zeigt, wie nervös der Handel derzeit verläuft. Die Marktkapitalisierung beziffert sich umgerechnet auf 1.711,30 Milliarden Euro.

In Dollar gerechnet, der Währung des US-Handelsplatzes, verlief der Ausverkauf zuletzt noch dramatischer: Am 13. Juli schloss SpaceX bei 139,14 Dollar, ein Minus von 4,24 Prozent und bereits der zweite Verlusttag in Folge. Damit nähert sich der Kurs dem Ausgabepreis von 135 Dollar vom 12. Juni 2026 spürbar an. Zum Vergleich: Am ersten Handelstag hatte die Aktie noch bei 160,95 Dollar geschlossen, am 16. Juni erreichte sie mit 225,64 Dollar ihr bisheriges Rekordhoch. Vom Höchststand büßte die Marktkapitalisierung nach Berechnungen von Morningstar rund 800 Milliarden Dollar ein, ausgehend von einem Spitzenwert von 2,67 Billionen Dollar. SpaceX rangiert damit noch immer unter den sieben größten US-Unternehmen.

Starship Flight 13 als nächster Kurstreiber

Kurzfristig richtet sich der Blick der Anleger auf den Raumfahrtbetrieb selbst. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat ihre Untersuchung zum gescheiterten Starship-Flug 12 abgeschlossen. Als Ursache für den Boosterverlust identifizierte die Behörde Hitzeschäden an Antriebskomponenten sowie fehlerhafte Triebwerksalarme; SpaceX habe daraufhin vier Korrekturmaßnahmen umgesetzt. Der nächste Testflug, Flight 13, ist für den 16. Juli 2026 vorgesehen, mit einem Startfenster von 6:45 bis 8:15 Uhr Ostküstenzeit von der Basis Starbase in Texas. Es wäre der erste Starship-Start seit dem Börsengang und zugleich der erste Flug, bei dem 20 funktionsfähige Starlink-V3-Satelliten an Bord sind. Geplant ist außerdem die erste Raptor-Wiederzündung im All.

Zusätzlichen Druck erzeugte zuletzt die internationale Konkurrenz: China startete über seine Raumfahrtbehörde CASC erfolgreich die wiederverwendbare Rakete Long March 10B, die auf See geborgen wurde, während Japan einen erfolgreichen Test einer eigenen wiederverwendbaren Rakete meldete. Beide Nachrichten drückten am 13. Juli zusätzlich auf die Stimmung gegenüber SpaceX.

Analysten weit auseinander, Belastungsfaktoren häufen sich

Die Einschätzungen der Analysten könnten kaum unterschiedlicher ausfallen. Raymond-James-Analyst Brian Gesuale sieht ein Kursziel von 800 Dollar, Morgan Stanley kalkuliert mit 300 Dollar. UBS nennt 210 Dollar und begründet dies mit einem möglichen Gesamtmarkt für Starship von bis zu 30 Billionen Dollar sowie einem erwarteten jährlichen Wachstum von Umsatz und EBITDA um rund 70 beziehungsweise 90 Prozent bis 2031. Auf der anderen Seite rechnet CFRA-Analyst Keith Snyder mit einem Rückgang auf 115 Dollar, Morningstar beziffert den fairen Wert auf lediglich 63 Dollar, und Hedgefondsmanager George Noble sieht die Aktie sogar nur bei 30 Dollar fair bewertet.

Fundamental bleibt die Lage angespannt: Für 2025 wies SpaceX einen Umsatz von rund 18,6 Milliarden Dollar bei einem Nettoverlust von 4,9 Milliarden Dollar aus. Profitabel arbeitet praktisch nur das Satelliteninternet-Geschäft Starlink mit rund 10,3 Millionen Abonnenten, 2025 einem Umsatz von 11,4 Milliarden Dollar und einem operativen Gewinn von 4,4 Milliarden Dollar.

Zusätzliche Unsicherheit bringen strukturelle Faktoren: Nach dem Quartalsbericht laufen Lock-up-Vereinbarungen für Insider aus, was den frei handelbaren Anteil deutlich vergrößern könnte, die ersten öffentlichen Quartalszahlen werden für Anfang August erwartet. Parallel dazu hat Subversive Markets Lab bei der US-Börsenaufsicht zwei neue ETFs eingereicht, QQNE und SPNE, die gezielt Unternehmen von Elon Musk – darunter Tesla und SpaceX – ausschließen sollen; der Start ist für rund den 21. September 2026 vorgesehen. Seit der Aufnahme in den Nasdaq-100 am 7. Juli zählt SpaceX zudem als 21.-größte Position im Indexfonds QQQ mit einem Gewicht von etwa 1,2 Prozent.

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