SpaceX Aktie: Morgan Stanley sieht 300 Dollar
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 22:05 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Schonfrist ist vorbei. Wenige Wochen nach dem historischen Börsengang von SpaceX dürfen die beteiligten Investmentbanken endlich reden. Das Ergebnis ist ein Feuerwerk an Kaufempfehlungen. Parallel dazu feiert das Raumfahrtunternehmen seinen Einzug in den Nasdaq-100.
Morgan Stanley sticht mit der aggressivsten Prognose hervor. Die Analysten sehen die Aktie bei 300 US-Dollar. Das entspricht einem Aufschlag von 87 Prozent zum aktuellen Kurs. Die Bank bewertet SpaceX als führenden Anbieter für KI-Infrastruktur. Bis 2040 könnte der Umsatz auf atemberaubende 3,3 Billionen US-Dollar klettern.
Andere Institute geben sich konservativer. Bernstein ruft ein Kursziel von 239 US-Dollar aus. UBS startet die Abdeckung mit 210 US-Dollar. Die Schweizer Großbank lobt dabei die wiederverwendbaren Raketen und das Starlink-Netzwerk. Auch Zukäufe wie das KI-Startup Cursor sollen die Lücke zu Konkurrenten wie OpenAI schließen.
Milliardenverluste treffen auf Wachstum
Die große Spanne der Kursziele offenbart einen tiefen Graben an der Wall Street. Die Experten streiten über die Profitabilität. Morgan Stanley wettet auf eine schnelle KI-Monetarisierung. Institute wie Goldman Sachs schätzen die Lage deutlich vorsichtiger ein.
Diese Skepsis hat fundamentale Gründe. Im Jahr 2025 verbuchte SpaceX bei 18,7 Milliarden Dollar Umsatz einen Nettoverlust von fast fünf Milliarden Dollar. Die Investitionen laufen auf Hochtouren. Allein im ersten Quartal flossen mehr als zehn Milliarden US-Dollar in neue Projekte.
Index-Aufstieg bringt frisches Kapital
Abseits der Analystenberichte rückt ein weiteres Ereignis in den Fokus. SpaceX ist am 7. Juli offiziell in den Nasdaq-100 aufgestiegen. Laut JPMorgan zwingt dieser Schritt Indexfonds zu massiven Käufen. Etwa 4,3 Milliarden US-Dollar an passivem Kapital dürften nun in die Aktie fließen.
Die Gewichtung bleibt mit rund 1,3 Prozent jedoch überschaubar. Das liegt an der extrem geringen Zahl frei handelbarer Papiere. SpaceX reiht sich im Index weit hinter Tech-Riesen wie Nvidia oder Tesla ein.
Sperrfristen als Belastungsprobe
Trotz der aktuellen Euphorie warnen Marktbeobachter vor erheblichen Risiken. Strenge Haltefristen blockieren noch einen Großteil der Aktien. Erste Sperrfristen für Insider laufen in 70 bis 135 Tagen ab. Das könnte in den kommenden Monaten zu plötzlichem Verkaufsdruck führen.
Hinzu kommt die einseitige Machtverteilung. Elon Musk hält 42 Prozent der Anteile. Seine speziellen B-Aktien sichern ihm dabei gewaltige 82,4 Prozent der Stimmrechte. Freie Aktionäre tragen das wirtschaftliche Risiko, haben aber praktisch kein Mitspracherecht.
Die extrem hohe Bewertung mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von über 112 erfordert makelloses Wachstum. Die Kombination aus dünnem Streubesitz und auslaufenden Haltefristen im Herbst garantiert hohe Volatilität. Das bereitet den Boden für kurzfristig heftige Kursschwankungen in beide Richtungen.
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