SpaceX, Aktie

SpaceX Aktie: S&P 500 verweigert Sofort-Aufnahme

Veröffentlicht am: 09.06.2026 um 13:20 Uhr | Redaktion boerse-global.de

SpaceX erhĂ€lt fĂŒr den S&P 500 eine Absage, wĂ€hrend Nasdaq-100 und Russell schnelleren Zugang bieten. Passive KapitalflĂŒsse bleiben vorerst aus.

SpaceX IPO: Indexaufnahme verzögert sich, Milliarden warten
Eine Miniaturrakete von SpaceX steht auf einem Börsentickerband, im Hintergrund verschwommene Finanzdaten und Charts. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Drei Tage vor dem Nasdaq-DebĂŒt bekommt SpaceX eine klare Absage — und gleichzeitig eine HintertĂŒr. Der S&P 500 bleibt vorerst verschlossen. Andere Indizes öffnen sich schneller. Das verĂ€ndert, wann und wie viel passives Kapital in die Aktie fließt.

S&P 500: Mindestens ein Jahr Wartezeit

S&P Dow Jones Indices hat entschieden: Keine Ausnahme fĂŒr SpaceX. Das Unternehmen muss die regulĂ€ren Aufnahmekriterien erfĂŒllen — darunter eine einjĂ€hrige Notierungsdauer sowie Anforderungen an ProfitabilitĂ€t und Streubesitz.

Die BegrĂŒndung war eindeutig. S&P erklĂ€rte, Ausnahmen bei Finanzkraft, Wartezeit und Streubesitz dĂŒrften nicht allein wegen einer hohen Marktkapitalisierung gewĂ€hrt werden. FrĂŒhestens Mitte 2027 könnte SpaceX in den Index aufgenommen werden.

Das hat konkrete Folgen. Bloomberg Intelligence schÀtzt, dass eine sofortige S&P-500-Aufnahme rund 14 Milliarden Dollar an erzwungenen KÀufen durch passive Fonds ausgelöst hÀtte. Dieses Kapital bleibt vorerst aus.

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Nasdaq-100 und Russell: Schneller Zugang

Anders sieht es bei anderen Indizes aus. Der Nasdaq-100 hat einen Schnellaufnahme-Mechanismus eingefĂŒhrt. Neue Listings mit ausreichend hoher Marktkapitalisierung können bereits 15 Handelstage nach dem IPO aufgenommen werden. FTSE Russell verkĂŒrzte die Wartezeit sogar auf fĂŒnf Handelstage.

Das Ergebnis ist eine zweistufige Struktur. Nasdaq-100 und Russell-Aufnahme noch im Sommer 2026, S&P 500 frĂŒhestens 2027. Analysten schĂ€tzen, dass beide Indizes zusammen zwischen 22 und 27 Milliarden Dollar an automatischen KĂ€ufen auslösen könnten.

China und Hongkong außen vor

Das IPO hat auch eine geopolitische Dimension. Underwriter des 75-Milliarden-Dollar-Börsengangs dĂŒrfen keine AuftrĂ€ge von Investoren aus China und Hongkong annehmen. Grund sind US-Exportkontrollregeln, konkret die International Traffic in Arms Regulations. Diese gelten fĂŒr Technologien mit nationaler Sicherheitsrelevanz — ein Bereich, in dem SpaceX mit Satellitenkommunikation und RegierungsauftrĂ€gen tief verwurzelt ist.

SpaceX-Websites wurden fĂŒr Nutzer aus Hongkong und Shanghai gesperrt.

Terafab: Der Halbleiter-Joker

Parallel zum Börsengang gewinnt ein anderes Projekt an Aufmerksamkeit. SpaceX und Tesla planen gemeinsam mit Intel ein Halbleiterwerk namens Terafab — nahe dem Giga Texas in Austin. Die Anlage soll Chips fĂŒr KI, Robotik und Raumfahrt-Rechenzentren produzieren, mit 2-Nanometer-Klasse auf Basis von Intels 14A-Prozessknoten.

Die InvestitionsplĂ€ne sind gewaltig. Ein texanisches Anhörungsprotokoll beschreibt das Projekt als mehrstufige Halbleiterfabrik mit einem anfĂ€nglichen Investitionsvolumen von 55 Milliarden Dollar — und einem möglichen Gesamtvolumen von bis zu 119 Milliarden Dollar.

Elon Musk wird Terafab am 11. und 12. Juni bei einer internen Konferenz von ASML vorstellen — exakt zum Zeitpunkt der IPO-Preisfestsetzung.

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Bewertungsskepsis und Verluste

Nicht alle sind ĂŒberzeugt. Morningstar-Analysten warnen, die Aktie sei weniger als halb so viel wert wie der angestrebte IPO-Preis. Im ersten Quartal 2026 verbuchte SpaceX einen operativen Verlust von 1,9 Milliarden Dollar. Haupttreiber war xAI, das KI-Unternehmen, das im Februar mit SpaceX fusionierte und allein 2,5 Milliarden Dollar Verlust beisteuerte. Das Starlink-GeschĂ€ft erzielte zwar 4,4 Milliarden Dollar operativen Gewinn — reichte aber nicht aus, um die KI-Infrastrukturkosten zu decken.

Hinzu kommt Gegenwind von institutioneller Seite. Der dĂ€nische Pensionsfonds Akademiker Pension hat SpaceX wegen ĂŒberhöhter Bewertung und schwacher Governance auf eine schwarze Liste gesetzt. Drei weitere große Pensionsfonds kritisierten Musks konzentrierte Stimmrechtskontrolle und eingeschrĂ€nkte AktionĂ€rsrechte.

Die Aktienpreisfestsetzung ist fĂŒr den Abend des 11. Juni geplant. Der erste Handelstag an der Nasdaq folgt am 12. Juni.

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