SPD-Experte, PlÀne

SPD-Experte hinterfragt PlÀne zu Krankschreibungen

Veröffentlicht: 03.07.2026 um 12:24 Uhr, dpa.de

Die PlĂ€ne der schwarz-roten Koalitionsspitzen fĂŒr erschwerte Krankmeldungen im Job lösen in den eigenen Reihen Diskussionen aus.

Der SPD-Gesundheitsexperte Christos Pantazis sagte: "Tiefgreifende Änderungen bei den Regelungen zur ArbeitsunfĂ€higkeit mĂŒssen auf einer belastbaren wissenschaftlichen und empirischen Grundlage beruhen." Nach derzeitigem Stand gebe es keine belastbaren Belege dafĂŒr, dass die telefonische Krankschreibung ursĂ€chlich fĂŒr einen Anstieg der KrankenstĂ€nde sei.

Pantazis betonte zudem, eine verpflichtende ArbeitsunfĂ€higkeitsbescheinigung ab dem ersten Krankheitstag dĂŒrfe nicht dazu fĂŒhren, dass Praxen zusĂ€tzlich belastet, Patientinnen und Patienten wegen leichter Erkrankungen unnötig in die Praxen gelenkt oder vermeidbare BĂŒrokratie geschaffen werde.

PlÀne Teil eines Gesamtpakets

Der SPD-Politiker sagte, es solle im parlamentarischen Verfahren sorgfĂ€ltig geprĂŒft werden, auf welche Evidenz sich die vorgesehenen Maßnahmen stĂŒtzten und ob sie geeignet seien, die angestrebten Ziele zu erreichen. Die vorgesehenen VerschĂ€rfungen gingen maßgeblich auf Forderungen der Union zurĂŒck. Dass ein Gesamtpaket auch Regelungen enthalte, die nicht die eigene politische Handschrift tragen, sei Teil der parlamentarischen Verantwortung.

Die Spitzen der Koalition haben vereinbart, die Möglichkeit zu telefonischen Krankschreibungen auch ohne Praxisbesuch abzuschaffen. Zudem soll die verpflichtende Vorlage einer ArbeitsunfĂ€higkeitsbescheinigung ab dem ersten Krankheitstag als gesetzliche Regel eingefĂŒhrt werden. Bisher ist es am vierten Tag vorgeschrieben.

Gegen die PlĂ€ne gibt es Proteste - auch, weil mehr Kranke kĂŒnftig direkt in ĂŒberlastete Praxen gehen mĂŒssten. Kanzler Friedrich Merz (CDU) hatte erlĂ€utert, dass in Firmen auch abweichende Regeln möglich seien.

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