Steinmeier warnt vor Schattenseiten des Gamings
Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 11:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Gerade weil Computer- und Videospiele so allgegenwĂ€rtig geworden sind, mĂŒssen wir auch ĂŒber die Schattenseiten dieser Entwicklung sprechen, sachlich, ehrlich und differenziert", sagte Steinmeier bei der Eröffnung des Kongressprogramms der Messe in Köln.
Computerspielsucht sei eine von der Weltgesundheitsorganisation anerkannte Erkrankung, die schwerwiegende Folgen fĂŒr Betroffene habe. "Und es gibt ja einige Computerspiele, in denen junge Menschen mit BrutalitĂ€t und roher Gewalt in BerĂŒhrung gebracht werden, mit Sexismus, Rassismus, mit menschenverachtendem Denken und extremistischen Ideologien." Es war der erste Besuch des deutschen Staatsoberhaupts bei der weltgröĂten Gamingmesse, die noch bis Sonntag dauert.
"Es braucht klare Regeln, um die Gewaltverherrlichung, die Verbreitung von extremistischen und demokratiefeindlichen Inhalten zu verhindern - auch in Video- und Computerspielen -, und das gerade in einer Zeit, in der auch unsere Demokratie stÀrker bedroht ist und angefochten wird", so der BundesprÀsident.
Games sind wichtig fĂŒr die Demokratie
GrundsÀtzlich wertete Steinmeier Gaming positiv - er selbst ist nach eigener Aussage kein Gamer. Computerspiele seien fester Bestandteil des kulturellen Lebens geworden, sagte er. "Das Klischee des nerdigen Teenagers, der - rund um die Uhr, mit Junkfood und Energy-Drinks - in seiner abgedunkelten Bude zockt, wird der Wirklichkeit nicht gerecht."
Allein in Deutschland spielten mehr als 40 Millionen Menschen - "manche regelmĂ€Ăig, einige exzessiv, viele nur gelegentlich". Es seien Frauen und MĂ€nner gleichermaĂen, Junge und "nicht mehr ganz so Junge". "Games sind lĂ€ngst in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen."
In ihrer Gesamtheit seien Spiele kulturrelevant und damit auch relevant fĂŒr Demokratie - "das gilt im Guten wie im Schlechten". Die beim Gaming eingesetzten Technologien seien zudem wichtig fĂŒr Wirtschaftsbereiche wie Medizin, Architektur oder Fahrzeugdesign, so der BundesprĂ€sident "Wir wollen ihre Branche hier in Deutschland, wir wollen sie wirtschaftlich stark."
Die Gamescom begann am Mittwoch, sie lÀuft noch bis Sonntag. Mehr als 350.000 Besucherinnen und Besucher werden erwartet,/wdw/DP/mis
