Stellantis, Aktie

Stellantis Aktie: 7,3 Prozent mit Leapmotor

Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 03:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Stellantis steigert EU-Absatz um 3,8%, Aktie verliert 46% seit Jahresbeginn. Leapmotor-Partnerschaft treibt Wachstum, Nordamerika bereitet Sorgen.

Stellantis mit Absatzplus in Europa trotz Aktienrückgang
Abstrakte Darstellung der Automobilindustrie, Fokus auf Elektromobilität und Produktion, mit Andeutungen von Wachstum und Partnerschaft. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In den EU30-Märkten verzeichnete das Unternehmen insgesamt 1,37 Millionen Fahrzeugregistrierungen, was einer Steigerung von 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Besonders die Kooperation mit dem chinesischen Partner Leapmotor erweist sich dabei als Wachstumstreiber: Unter Einbeziehung der Leapmotor-Modelle stieg der Absatz sogar um 7,3 Prozent, was den Marktanteil des Konzerns in der Region auf 17,4 Prozent hob.

Trotz dieser operativen Fortschritte spiegelt der Aktienkurs die Skepsis der Anleger wider. Mit einem aktuellen Stand von 5,22 € notiert das Papier seit Jahresbeginn rund 46,48 Prozent im Minus. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 10,49 € beträgt damit beachtliche 50,25 Prozent.

Marktmacht in Europa und China-Partnerschaft

Innerhalb des europäischen Marktes stechen einzelne Marken des Konzerns hervor. Laut Stellantis Media konnte Fiat ein Absatzplus von 21,7 Prozent erzielen, während Citroën um 8,3 Prozent und Opel um 7,4 Prozent zulegten. In Deutschland wuchs der Absatz um 7,2 Prozent, wobei Opel dort sogar ein Plus von 14,5 Prozent verzeichnete. Stellantis positioniert sich zudem als Marktführer in den Segmenten A und B sowie im Bereich der Hybridfahrzeuge mit einem Marktanteil von 17,3 Prozent.

Die Partnerschaft mit Leapmotor, an der Stellantis 51 Prozent hält, gewinnt massiv an Bedeutung. Im zweiten Quartal 2026 verdreifachten sich die Auslieferungen des Joint Ventures im Vergleich zum Vorjahr auf rund 33.000 Einheiten. Das Unternehmen nutzt die chinesische Technologie unter anderem für seine "Smart Car"-Plattform, deren Absatz sich im ersten Halbjahr verdoppelte. CEO Antonio Filosa prüft zudem Möglichkeiten, die chinesischen Markenmodelle künftig in Nordamerika, möglicherweise in Werken in Mexiko oder Kanada, zu produzieren.

Herausforderungen durch hohe Lagerbestände in Nordamerika

Während die Auslieferungszahlen positiv stimmen, warnen Analysten von The Motley Fool vor einem Warnsignal im wichtigen nordamerikanischen Markt. Im zweiten Quartal 2026 stiegen die weltweiten Auslieferungen zwar um 10 Prozent auf 1,6 Millionen Einheiten, getrieben durch ein Plus von 38 Prozent in Nordamerika. Doch die tatsächlichen Verkäufe an Endkunden in dieser Region legten lediglich um 5,7 Prozent zu.

Diese Diskrepanz führt zu einem massiven Aufbau von Lagerbeständen. Bei den Marken Dodge, Jeep und Ram liegen die Vorräte laut Berichten von WardsAuto bei über 140 Tagen, während ein Wert von etwa 60 Tagen als gesund gilt. Diese Überkapazitäten könnten künftig Margendruck durch notwendige Rabattaktionen auslösen. Parallel dazu kämpft der Konzern mit steigenden Kosten für Halbleiter. Joachim Kahmann von Stellantis gab an, dass die Beschaffungskosten für das Jahr 2026 höher ausfallen, die Produktion jedoch vorerst nicht angepasst werde.

Standortpolitik und strategische Kostensenkungen

Um die Profitabilität im Rahmen des "FaSTLAne 2030"-Plans zu sichern, treibt Stellantis die Verlagerung von Produktionskapazitäten voran. In Marokko startete am 15. Juli 2026 die Produktion der Modelle Fiat Grizzly und Fastback im Werk Kenitra. Der Standort soll bis Ende 2026 eine Kapazität von 535.000 Fahrzeugen pro Jahr erreichen. Auch in Serbien wird expandiert: Das Werk in Kragujevac arbeitet derzeit an sieben Tagen pro Woche an der Produktion des neuen Fiat Grande Panda.

Gleichzeitig gibt es Rückschläge an den traditionellen Standorten. In Italien muss die Produktion des Fiat 500 Hybrid im Werk Mirafiori im Juli 2026 erneut pausieren. Wie MilanoFinanza berichtet, fordern Gewerkschaften und Politik ein drittes Modell für den Standort, da das ursprüngliche Ziel von 100.000 Einheiten pro Jahr derzeit nicht erreichbar scheint. Um die Effizienz gruppenweit zu steigern, hat Stellantis zudem ein Belohnungsprogramm für Zulieferer reaktiviert, das finanzielle Anreize für identifizierte Kosteneinsparungen bietet.

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