Stellantis Aktie: Zweite Abstufung binnen Tagen
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 13:55 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Zwei GroĂbanken, zwei Abstufungen, eine gemeinsame Botschaft: Bei Stellantis dauert die Wende lĂ€nger als gedacht. JPMorgan hat den Autobauer am Donnerstag von "Overweight" auf "Neutral" zurĂŒckgestuft und das Kursziel von 10 auf 6 Euro gekappt. Erst wenige Tage zuvor hatte HSBC das Papier von "Hold" auf "Reduce" gesenkt.
Warum JPMorgan die Geduld verliert
Analyst Jose Asumendi rechnet mit rund 14 Monaten, bis gĂŒnstigere Einkaufspreise bei Bauteilen tatsĂ€chlich in den Zahlen ankommen. Erst mit den Modellstarts 2027 und 2028 dĂŒrfte sich das spĂŒrbar auswirken. Bis dahin sieht die Bank kaum Chancen auf eine schnelle RĂŒckkehr zur ProfitabilitĂ€t in Europa und Nordamerika â zumindest nicht ohne Stellenabbau oder deutliche KapazitĂ€tskĂŒrzungen.
In Europa hĂ€lt sich Stellantis derzeit cash-neutral, unter anderem durch die Nutzung von FertigungskapazitĂ€ten der chinesischen Partner Leapmotor und DongFeng. Das erspart dem Konzern groĂe Restrukturierungskosten, verschiebt das grundlegende Problem aber nur. JPMorgan warnt zudem vor weiteren Gewinnabstufungen, sollte es in Nordamerika zu zusĂ€tzlichen QualitĂ€tsrĂŒckstellungen kommen oder sich der Wettbewerb in Brasilien verschĂ€rfen.
Beim Cashflow zeigt sich das AusmaĂ der Baustelle deutlich: In den vergangenen zwölf Monaten stand ein negativer freier Cashflow von 13,3 Milliarden Dollar zu Buche. FĂŒr 2027 erwartet JPMorgan immerhin wieder positive Werte â das könnte die Basis fĂŒr eine erste Dividende seit LĂ€ngerem legen. Aktuell zahlt Stellantis keine AusschĂŒttung, und die Bank selbst wĂŒrde eine Wiederaufnahme lieber verschieben, bis sich die Lage in Nordamerika nachhaltig stabilisiert hat.
LagerbestÀnde und Marktanteile als Belastung
HSBC begrĂŒndete die eigene Abstufung mit steigenden LagerbestĂ€nden in den USA. Die Reichweite kletterte im Juni auf 93 Verkaufstage, ein Plus von 120.000 Einheiten gegenĂŒber dem Vorjahr. Hohe Spritpreise könnten die KaufzurĂŒckhaltung amerikanischer Kunden zusĂ€tzlich verstĂ€rken.
Dabei zeigen die operativen Zahlen durchaus Licht: Die US-VerkĂ€ufe legten im ersten Halbjahr um 5 Prozent auf 634.187 Fahrzeuge zu, im Juni sogar um 10 Prozent. Auch die italienische Produktion wuchs im ersten Halbjahr um 13,7 Prozent auf 252.223 Fahrzeuge. Die Gewerkschaft FIM Cisl dĂ€mpft die Freude allerdings â die Jahresproduktion dĂŒrfte trotz des Anstiegs unter frĂŒheren Werten und den Zielen der italienischen Regierung bleiben.
Die Aktie notiert nahe ihrem 52-Wochen-Tief und hat binnen eines Jahres rund 46 Prozent verloren. Die Wachstumssignale aus den USA und Italien reichen bislang nicht aus, um die strukturellen Zweifel der Analysten auszurÀumen.
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