Steuerreform: SPD will stÀrkere Belastung von Top-Verdienern
Veröffentlicht: 29.06.2026 um 15:39 Uhr, dpa.de"Wir kĂ€mpfen fĂŒr eine Reform, die das Steuersystem endlich gerechter macht, und fordern, dass die Entlastung der kleinen und mittleren Einkommen auch durch eine stĂ€rkere Beteiligung der Superreichen finanziert wird", sagte SPD-Fraktionsvize Wiebke Esdar der Deutschen Presse-Agentur.
Kleine und mittlere Einkommen brĂ€uchten eine spĂŒrbare Entlastung, so Esdar. Die SPD habe dafĂŒr konkrete Instrumente zur Gegenfinanzierung auf den Tisch gelegt. "Wer jetzt drauĂen laut nach Einsparungen ruft, muss drinnen auch liefern: mit belastbaren, fairen und politisch verantwortbaren VorschlĂ€gen. Es reicht nicht, vor Kameras Sparsamkeit zu predigen und dann keine belastbaren VorschlĂ€ge vorzulegen, wo denn genau eingespart werden soll."
Unionsfraktionsvize Mathias Middelberg hatte gesagt, eine Reform mĂŒsse wenigstens zum Teil durch Einsparungen bei staatlichen Ausgaben gegenfinanziert werden. "Eine reine Umverteilungsaktion innerhalb des Steuertarifs wird beim Thema "Wie kommen wir wieder zu Wachstum?" nicht helfen."
Esdar sagte: "Die Union muss jetzt entscheiden, ob sie Verantwortung ĂŒbernimmt - oder ob sie Entlastung fĂŒr Millionen BeschĂ€ftigte an ungedeckten Sparparolen scheitern lĂ€sst."
Die Koalition strebt mit Wirkung zum Januar 2027 eine Reform der Einkommensteuer an, um vor allem kleine und mittlere Einkommen zu entlasten. Die Reform gilt als dickster Brocken bei dem groĂen Paket, das die Spitzen der Koalition in dieser Woche auf den Weg bringen wollen. Umstritten sind vor allem ein höherer Spitzensteuersatz sowie der Abbau von Subventionen. Die Union warnt vor Belastungen fĂŒr viele Unternehmen. Am Mittwoch trifft sich der Koalitionsausschuss in Kanzleramt.
