StrongPoint Aktie: Cashflow schlägt Umsatzminus
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 07:59 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Sinkender Umsatz, aber deutlich mehr Kasse in der Kasse — bei StrongPoint klaffen die Kennzahlen im zweiten Quartal auseinander. Der norwegische Anbieter von Handelstechnologie für Lebensmittelketten meldete für das Berichtsquartal einen Rückgang der Erlöse, während der operative Cashflow sich mehr als verdoppelte. Ein Blick auf die Details zeigt, warum das Unternehmen trotz roter Zahlen an der operativen Front optimistisch bleibt.
Nordische Schwäche, internationaler Schub
Der Umsatz fiel im zweiten Quartal um 2 Prozent auf 342 Millionen norwegische Kronen. Grund dafür ist der Ausstieg eines früheren Partners für elektronische Preisschilder (ESL), der die Erlöse in den nordischen Kernmärkten um 22 Prozent einbrechen ließ. International lief es dagegen deutlich besser: Die Erlöse legten um 15 Prozent zu, angetrieben von Großbritannien mit Automatisierungsprojekten rund um AutoStore und neue ESL-Installationen sowie von Spanien mit starkem Wachstum bei Vusion-Produkten.
Das EBITDA lag bei 5 Millionen Kronen, belastet durch 4 Millionen Kronen einmalige Restrukturierungskosten. Bereinigt um diesen Effekt verbesserte sich die Kennzahl auf 9 Millionen Kronen. Von der langfristig angepeilten EBITDA-Marge von über 10 Prozent ist das Unternehmen mit aktuell rund 2,6 Prozent noch weit entfernt.
Kasse und Kundenaufträge als Lichtblicke
Der operative Cashflow stieg von 20 auf 49 Millionen Kronen, getrieben durch eine Verbesserung des Working Capitals um 38 Millionen Kronen. Parallel dazu sank die Nettoverschuldung von 91 auf 57 Millionen Kronen. Die Eigenkapitalquote von 45 Prozent liegt komfortabel über der Covenant-Schwelle von 30 Prozent.
Auf der Auftragsseite meldete StrongPoint mehrere Erfolge. Mit Coop Estland unterzeichnete das Unternehmen seinen ersten größeren ESL-Vertrag unter der neuen Partnerschaft mit VusionGroup, ein Projekt im Volumen von rund 8 Millionen Euro. Hinzu kommen zwei neue AutoStore-Projekte in Großbritannien und Norwegen sowie der erste US-Auftrag für E-Commerce-Kommissionierung mit der Handelskette Meijer, die über 500 Standorte betreibt.
Nicht alles läuft rund: Der Rollout bei der britischen Kette Sainsbury's verläuft langsamer als geplant. Beide Seiten haben deshalb eine vorübergehende Reduktion der Volumenverpflichtung vereinbart — CFO Marius Drefvelin bezeichnete die erfolgreiche Fortsetzung dieses Projekts als oberste Priorität.
Für die kommenden Quartale nennt das Management vier Schwerpunkte: den Sainsbury's-Rollout zurück auf den ursprünglichen Kurs bringen, die Meijer-Beziehung in den USA ausbauen, die CashGuard-Connect-Technologie weiterentwickeln und die begonnenen Kostensenkungen in Verwaltung und IT umsetzen. Eine kurzfristige Finanzprognose gibt StrongPoint weiterhin nicht ab — das projektbasierte Geschäft sorge für Schwankungen von Quartal zu Quartal.
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