Super Micro Computer Aktie: 22-Prozent-Sprung auf 31 Dollar
Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 20:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Super Micro Computer hat mit vorläufigen Zahlen zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 für Aufsehen gesorgt. Die Aktie schoss am Mittwoch um 22 Prozent auf 31 Dollar nach oben, nachdem der Serverhersteller eine drastisch verbesserte Bruttomarge und ein Rekordauftragsbuch in Aussicht gestellt hatte. Über die vergangene Handelswoche summierte sich der Kursgewinn auf mehr als ein Viertel. Am Freitag kühlte sich die Rally spürbar ab: Das Papier schloss bei 30,10 Dollar, ein Minus von 3,53 Prozent zum Vortag – auf Wochensicht bleibt dennoch ein Plus von 24,48 Prozent stehen.
Marge verdoppelt sich, Auftragsbuch sprengt Erwartungen
Im Zentrum der Nachricht steht die vorläufige Prognose für das am 30. Juni beendete vierte Quartal. Super Micro rechnet mit einer Bruttomarge von 15 bis 17 Prozent – nahezu doppelt so hoch wie die zuvor ausgegebene Spanne von 8,2 bis 8,4 Prozent. Der Umsatz dürfte sich am unteren Ende der Prognose von 11 bis 12,5 Milliarden Dollar einpendeln, wie The Motley Fool berichtete. Zugleich vermeldete das Unternehmen neue Bestellungen von mehr als 60 Milliarden Dollar sowie einen Rekord-Auftragsbestand. Als Treiber der Margenverbesserung gelten Engpässe bei KI-Komponenten: Unternehmenskunden zahlen derzeit einen Aufpreis für vollständig konfigurierte Systeme statt für Einzelteile.
Die Zahlen gelten als starkes Signal für die Nachfrage nach Nvidia-Grafikchips, da Super Micro diese in seine Serversysteme integriert. Entsprechend positiv reagierten auch Wettbewerber und Zulieferer im Umfeld: HPE legte um 5 Prozent zu, Dell um 8 Prozent. Bereits am Dienstag zuvor hatten beide Titel gemeinsam mit Super Micro von einer breiten Erholung bei KI-Hardware-Werten profitiert, nachdem sich die Spannungen zwischen den USA und dem Iran entspannt hatten und der Nasdaq um 1,88 Prozent gestiegen war.
Neue Serverplattform und Kooperation mit SpaceX
Parallel zu den Finanzzahlen brachte Super Micro eine neue Serverplattform auf Basis der sechsten AMD-EPYC-9006-Generation auf den Markt. Die neuen Systeme – darunter die Baureihen Hyper, CloudDC, GrandTwin und FlexTwin – bieten laut Unternehmensangaben eine 1,7-fach höhere Leistung und unterstützen bis zu 256 Kerne beziehungsweise 512 Threads. Sie sind zudem für AMD-Instinct-Beschleuniger und Pensando-Netzwerktechnik ausgelegt.
Für zusätzlichen Rückenwind sorgte die Meldung, dass Super Micro an einem KI-Rechenzentrum für SpaceX beteiligt ist. Das Raumfahrtunternehmen setzt für Inferenz-Workloads auf maßgeschneiderte Kühl- und Stromversorgungskonfigurationen von Super Micro. Allein diese Nachricht ließ die Aktie an einem Handelstag um 17 Prozent steigen.
Analysten uneins über Nachhaltigkeit der Marge
Trotz der Euphorie bleibt die Einschätzung am Markt gespalten. Der Analystenkonsens lautet auf "Hold", das durchschnittliche Kursziel liegt bei 38,44 Dollar. Ein Kommentator von The Motley Fool äußerte Zweifel an der Dauerhaftigkeit der Margenverbesserung und griff stattdessen lieber zu Nvidia, dessen Bruttomarge mit rund 75 Prozent deutlich stabiler ausfalle und dessen Bewertung mit einem für 2028 erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16 als moderater gelte.
Trotz des jüngsten Kurssprungs notiert Super Micro noch immer 4,31 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt und damit deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch vom 30. Juli 2025. Die Marktkapitalisierung beläuft sich umgerechnet auf 17,38 Milliarden Euro. Anleger richten den Blick nun auf den 11. August, wenn Super Micro die vollständigen Quartalszahlen vorlegen will – erst dann dürfte sich zeigen, ob die außergewöhnliche Margenverbesserung von Dauer ist oder ein temporäres Phänomen der angespannten Lieferketten bleibt.
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