Swisscom, CH0008742519

Swisscom AG-Aktie (CH0008742519): Stabiler Telekom-Riese zwischen Dividende und Digitalisierung

21.05.2026 - 09:26:37 | ad-hoc-news.de

Die Swisscom-Aktie bewegt sich derzeit seitwärts, während der Schweizer Telekomkonzern nach den jüngsten Jahres- und Quartalszahlen weiter auf stabile Cashflows, Netzausbau und Digitalisierung setzt. Was bedeutet das Marktumfeld für dividendenorientierte Anleger aus Deutschland?

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Die Swisscom AG-Aktie steht sinnbildlich für stabile Cashflows, hohe Dividenden und eine starke Marktstellung im Schweizer Telekommarkt. Jüngste Kursdaten zeigen, dass der Titel im Mai 2026 weitgehend seitwärts tendiert und damit die defensive Wahrnehmung des Unternehmens an der Börse bestätigt. Am 20.05.2026 notierte die Aktie im SIX-Handel zur Mittagszeit bei 684,50 CHF und zeigte sich damit kaum verändert, wie Kursdaten von finanzen.ch belegen, laut finanzen.ch Stand 20.05.2026. Für einkommensorientierte Anleger ist das Unternehmen vor allem aufgrund seiner verlässlichen Ausschüttungspolitik und der dominanten Position in der Schweiz interessant.

Die jüngsten veröffentlichten Finanzberichte unterstreichen dieses Profil. Swisscom hatte im Frühjahr 2026 im Rahmen der Bilanzsaison erneut Zahlen zu Umsatz, Gewinn und Cashflow vorgelegt und dabei vor allem auf ein robustes Kerngeschäft im Mobilfunk, Festnetz und Breitband verwiesen. In den zuvor veröffentlichten Jahreszahlen 2025 wies der Konzern nach Unternehmensangaben einen weitgehend stabilen Umsatz bei nur moderaten Schwankungen aus, während die Profitabilität trotz hoher Investitionen in Glasfaser und 5G-Netze gehalten werden konnte. Angaben aus Quartals- und Jahresberichten zeigen zudem, dass Swisscom die Dividende auf einem hohen Niveau stabil halten konnte, wie der Investor-Relations-Bereich des Unternehmens dokumentiert, laut Swisscom Investor Relations Stand 30.04.2026. Für Anleger ist damit klar: Die strategische Ausrichtung auf planbare Einnahmen und infrastrukturbasierte Geschäftsmodelle prägt weiterhin die Investmentstory.

Stand: 21.05.2026

Von der Redaktion - spezialisiert auf Aktienberichterstattung.

Auf einen Blick

  • Name: Swisscom
  • Sektor/Branche: Telekommunikation, IT-Dienstleistungen
  • Sitz/Land: Bern, Schweiz
  • Kernmärkte: Schweiz, Italien (Fastweb), digitale Services für KMU
  • Wichtige Umsatztreiber: Mobilfunk, Breitband, TV, ICT-Lösungen, B2B-Services
  • Heimatbörse/Handelsplatz: SIX Swiss Exchange (Ticker: SCMN)
  • Handelswährung: Schweizer Franken (CHF)

Swisscom AG: Kerngeschäftsmodell

Die Swisscom AG ist der führende Telekommunikationsanbieter in der Schweiz und erwirtschaftet den Großteil ihrer Erlöse mit Mobilfunk-, Festnetz- und Breitbanddiensten. Historisch war das Unternehmen eng mit der öffentlichen Infrastruktur verbunden, was bis heute zu einer starken Verankerung im Heimatmarkt geführt hat. Das Kerngeschäft basiert auf der Bereitstellung von Netzinfrastruktur, der Vermarktung von Abonnements für Privat- und Geschäftskunden sowie ergänzenden Dienstleistungen von Cloud-Lösungen bis hin zu Sicherheits- und IT-Outsourcing-Angeboten. Diese Kombination aus Netz- und Servicegeschäft bildet die Grundlage für relativ stabile und wiederkehrende Erlöse.

Im Privatkundensegment konzentriert sich Swisscom auf Mobilfunkverträge, Festnetztelefonie, Internetzugänge und TV-Pakete. Durch Bündelangebote, bei denen Kunden mehrere Dienste in einem Paket beziehen, erhöht der Konzern die Kundenbindung und senkt die Wechselbereitschaft. Auch Streaming-Partnerschaften und Zusatzservices im Entertainment-Bereich spielen zunehmend eine Rolle, um sich im Wettbewerb zu differenzieren. Im Geschäftskundensegment bietet Swisscom neben klassischen Kommunikationsdiensten auch ICT-Services an, die von Netzwerkbetrieb und Datacenter-Leistungen über Cloud-Hosting bis zu Cybersecurity reichen. Damit positioniert sich der Konzern verstärkt als integrierter Technologiepartner für Unternehmen.

Ein wichtiger Baustein des Geschäftsmodells sind die langfristigen Investitionen in die Netzinfrastruktur. Swisscom investiert regelmäßig in Glasfasernetze, 5G-Mobilfunk und den weiteren Ausbau von Breitbandanschlüssen, um hohe Geschwindigkeiten und Netzstabilität gewährleisten zu können. Diese Investitionen sind kapitalintensiv, schaffen aber zugleich hohe Eintrittsbarrieren für neue Wettbewerber und sichern dem Konzern eine nachhaltige Wettbewerbsposition. Ergänzend dazu treibt Swisscom die Digitalisierung der eigenen Prozesse voran, um effizienter zu arbeiten und Skaleneffekte im Betrieb zu nutzen. Die daraus generierten Kostenvorteile sollen mittelfristig die Marge stützen.

Neben dem Heimatmarkt Schweiz ist Swisscom über die Tochtergesellschaft Fastweb auch in Italien aktiv. Fastweb zählt dort zu den wichtigen Breitband- und Festnetzanbietern und richtet sich vor allem an Privatkunden sowie zunehmend auch an Geschäftskunden. In den Finanzberichten wird Fastweb regelmäßig als eigenständiger Segmenttreiber ausgewiesen, der einen relevanten Beitrag zum Konzernumsatz und zum operativen Ergebnis leistet. Damit hängt ein Teil der Wachstumsperspektive des Konzerns von der Wettbewerbssituation und der Regulierungsumgebung im italienischen Telekommarkt ab.

Wichtigste Umsatz- und Produkttreiber von Swisscom AG

Die wichtigsten Umsatztreiber von Swisscom liegen im Mobilfunk- und Breitbandgeschäft. Auf dem Schweizer Markt verfügt der Konzern über eine hohe Kundenbasis im Mobilfunk, die aus Privat- und Geschäftskunden besteht. Mobilfunkverträge mit inkludiertem Datenvolumen, Roaming-Optionen und Mehrwertdiensten generieren wiederkehrende monatliche Einnahmen. In den letzten Jahren ist die Datenmenge je Kunde durch Streaming, mobiles Arbeiten und cloudbasierte Anwendungen deutlich gestiegen, was den Bedarf an leistungsfähigen Netzen erhöht. Swisscom profitiert davon, indem sie Tarifmodelle mit höheren Datenvolumina und Premiumdiensten anbietet.

Auch der Breitbandbereich mit Festnetz-Internetanschlüssen und TV-Angeboten trägt wesentlich zum Umsatz bei. Der Ausbau von Glasfasernetzen in der Schweiz hat es dem Unternehmen ermöglicht, höhere Bandbreiten anzubieten und so auch anspruchsvolle Anwendungen wie 4K-Streaming oder Cloud-Gaming zu unterstützen. Kombinierte Angebote aus Internet, TV und Telefonie sind dabei ein zentrales Produktbündel. Während der strukturelle Rückgang in der klassischen Festnetztelefonie anhält, gleichen zunehmende Breitband- und TV-Verträge einen Teil dieses Effekts aus. Langfristige Kundenbeziehungen und niedrige Ausfallquoten sind in diesem Segment besonders wichtig, um den Cashflow zu sichern.

Im Geschäftskundenbereich zählt Swisscom zu den führenden Providern für ICT-Lösungen in der Schweiz. Das Unternehmen bietet Managed Services, Netzwerkbetrieb, Datacenter-Dienstleistungen sowie Cloud- und Sicherheitslösungen an. Gerade in Zeiten zunehmender Cyberbedrohungen und wachsender regulatorischer Anforderungen an den Datenschutz sind solche Angebote für Unternehmen attraktiv. Swisscom adressiert damit auch mittelständische Kunden, die Teile ihrer IT auslagern, um sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. Die Margen in diesem Bereich können je nach Projektcharakter und Serviceumfang variieren, langfristige Serviceverträge sorgen jedoch für planbare Einnahmen.

Ein weiterer Umsatztreiber ist das internationale Geschäft mit Fastweb in Italien. Fastweb generiert Einnahmen aus Festnetz-, Breitband- und zunehmend auch Mobilfunkangeboten sowie aus Geschäftskundenlösungen. Die Marktstruktur in Italien unterscheidet sich von der Schweiz und ist von einem intensiveren Wettbewerb geprägt. Dennoch konnte Fastweb laut früheren Berichten in den vergangenen Jahren den Kundenstamm ausbauen und durch höhere Bandbreiten und neue Dienste wachsen, wie in den Segmentangaben des Swisscom-Geschäftsberichts beschrieben wurde. Damit trägt Fastweb sowohl zum Umsatzwachstum als auch zur Diversifizierung der geografischen Erlösbasis bei.

Hinzu kommt das Geschäft mit digitalen Marketing- und Verzeichnisservices, etwa über die Einheiten, die Anbieter von KMU-Dienstleistungen im Bereich Online-Präsenz und lokale Suche unterstützen. Ein Beispiel ist die auf digitale Marketinglösungen für kleine und mittlere Unternehmen spezialisierte Einheit, die Buchungsplattformen, Verzeichniseinträge und Online-Werbelösungen bereitstellt. In einer Branchenmeldung wurde hervorgehoben, dass dieses Segment KMU mit modernen Websites und digitalen Tools beim Wachstum unterstützt, wie eine Fachmeldung zu Swisscom Directories erläuterte, laut Finanznachrichten.de Stand 19.05.2026. Diese Aktivitäten sind im Konzernkontext zwar kleiner als das klassische Telekomgeschäft, bieten jedoch zusätzliche Ertragspotenziale in der digitalen Ökonomie.

Für Anleger sind neben Umsatztreibern auch die Kostenstruktur und Investitionsplanung von Swisscom relevant. Der Konzern investiert regelmäßig hohe Beträge in den Netzausbau, um Technologiezyklen wie 5G und Glasfaser rechtzeitig zu adressieren. Diese Investitionen schlagen sich in der Bilanz durch steigende Sachanlagen und Abschreibungen nieder, sollen aber langfristig höhere Kapazitäten, bessere Netzqualität und damit eine stärkere Kundenbindung ermöglichen. Im Gegenzug versucht Swisscom, operative Effizienzen zu heben, Prozesse zu automatisieren und IT-Systeme zu vereinheitlichen, um die Kostenbasis zu kontrollieren. Die Balance zwischen Investitionsdruck und Dividendenanspruch der Aktionäre ist eine zentrale Managementaufgabe.

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Branchentrends und Wettbewerbsposition

Die Telekombranche befindet sich in einem strukturellen Wandel. Während klassische Festnetztelefonie an Bedeutung verliert, wächst der Bedarf an mobilen Daten, breitbandigen Internetanschlüssen und cloudbasierten Anwendungen. In Europa investieren Netzbetreiber massiv in Glasfaser- und 5G-Infrastruktur, um dem steigenden Datenverkehr Rechnung zu tragen. Swisscom ist in der Schweiz einer der zentralen Treiber dieses Ausbaus. Die Regulierungsbehörden achten dabei darauf, Wettbewerb zu ermöglichen und gleichzeitig den Investitionsanreiz aufrechtzuerhalten. Für Swisscom bedeutet dies, dass das Unternehmen im Kernmarkt eine starke Marktstellung hat, sich aber regulatorischen Vorgaben zu Preisen, Netzzugang und Frequenzvergabe stellen muss.

Im Schweizer Markt stehen neben Swisscom weitere Anbieter wie Sunrise und Salt im Wettbewerb, die unter anderem mit aggressiven Preismodellen und punktuellen Netzkooperationen um Kunden werben. Swisscom setzt dem eine Strategie entgegen, die auf Netzqualität, Service und umfassende Produktpakete abzielt. Die Kundenzufriedenheit gilt als wichtiges Differenzierungsmerkmal, das sich in vergleichsweise niedrigen Kündigungsquoten niederschlagen kann. Auch im IT-Dienstleistungsbereich konkurriert Swisscom mit internationalen Anbietern und spezialisierten Dienstleistern um Outsourcing- und Cloudprojekte. Hier ist die lokale Präsenz, die Kenntnis der regulatorischen Rahmenbedingungen und die enge Beziehung zu Schweizer Kunden ein Vorteil.

Ein weiterer Branchentrend ist die Konvergenz von Telekommunikation, IT und Medien. Netzbetreiber integrieren vermehrt TV, Streaming und Content-Angebote in ihre Portfolios, während Technologieunternehmen Kommunikationsdienste anbieten. Swisscom reagiert darauf mit einem Ausbau des TV- und Entertainmentangebots sowie mit Kooperationen im Content-Bereich. Gleichzeitig werden datenbasierte Geschäftsmodelle wichtiger: Analysen von Netz- und Kundendaten sollen helfen, Angebote besser zu personalisieren und Netzressourcen effizienter zu nutzen. Die Einhaltung von Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen ist dabei eine Grundvoraussetzung, um das Vertrauen von Kunden und Regulatoren zu erhalten.

In Italien sieht sich Fastweb einem intensiven Infrastrukturwettbewerb gegenüber. Mehrere Betreiber investieren in Glasfaser und mobile Netze, teilweise in Kooperationen, um Kosten zu teilen. Fastweb nutzt in einigen Regionen Partnerschaften und Wholesale-Zugänge, um seine Reichweite zu erhöhen. Die Fähigkeit, in einem solchen Marktumfeld kosteneffizient zu operieren und zugleich attraktive Produkte anzubieten, ist entscheidend für die langfristige Profitabilität. Aus Sicht von Swisscom trägt Fastweb zur geografischen Diversifikation bei, erhöht aber auch die Komplexität des Konzernportfolios.

Warum Swisscom AG für deutsche Anleger relevant ist

Für deutsche Anleger ist die Swisscom AG-Aktie aus mehreren Gründen interessant. Zum einen handelt es sich um ein Unternehmen mit Schwerpunkt im stabilen Schweizer Markt, der als politisch und wirtschaftlich vergleichsweise verlässlich gilt. Viele deutsche Investoren sehen Schweizer Blue Chips als Baustein zur Diversifikation im europäischen Portfolio. Die Notierung der Swisscom-Aktie an der SIX Swiss Exchange in Schweizer Franken bringt zudem eine Währungskomponente ins Depot, die sich je nach Euro-Franken-Kurs positiv oder negativ auswirken kann. Gerade in Phasen, in denen der Schweizer Franken als sicherer Hafen wahrgenommen wird, ist dieser Aspekt für deutsche Anleger von Bedeutung.

Zum anderen ist Swisscom vor allem für dividendenorientierte Investoren relevant. Der Konzern verfolgt traditionell eine aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik und hat in den vergangenen Jahren regelmäßig eine attraktive Dividende gezahlt. Die genaue Höhe und Entwicklung der Dividende sind den jeweiligen Geschäftsberichten und Generalversammlungsbeschlüssen zu entnehmen. Für Anleger, die auf planbare Erträge Wert legen, kann eine solche Ausschüttungsstrategie in Verbindung mit einem defensiven Geschäftsmodell interessant sein. Allerdings sollten deutsche Anleger die steuerliche Behandlung von Schweizer Dividenden und mögliche Quellensteuern berücksichtigen, bevor sie eine Investition prüfen.

Darüber hinaus ist Swisscom auch aus Perspektive der Digitalisierung und Infrastruktur relevant. Telekommunikation und Datennetze sind Grundvoraussetzungen für viele digitale Geschäftsmodelle in Europa. Investitionen von Swisscom in Glasfaser, 5G und Cloud-Infrastruktur tragen indirekt zur Leistungsfähigkeit der Wirtschaft im DACH-Raum bei, auch wenn der Schwerpunkt in der Schweiz liegt. Deutsche Investoren, die auf langfristige Trends wie Datenwachstum, Cloud-Lösungen und digitale Services setzen, finden in Swisscom ein Unternehmen, das diese Entwicklungen in einem regulierten, entwickelten Markt adressiert. Die Kombination aus defensivem Profil und Beteiligung an Wachstumsfeldern macht den Titel für bestimmte Anlegertypen interessant.

Welcher Anlegertyp könnte Swisscom AG in Betracht ziehen - und wer sollte vorsichtig sein

Die Swisscom AG-Aktie richtet sich eher an Anleger, die Stabilität und Ausschüttungen bevorzugen, als an Investoren, die auf hohes Wachstum und starke Kursfantasie aus sind. Das Geschäftsmodell basiert auf etablierten Telekomdiensten in einem weitgehend gesättigten Markt. Entsprechend sind starke organische Wachstumsraten weniger wahrscheinlich als bei jüngeren Technologieunternehmen. Für risikoaverse Investoren, die langfristig planen, kann die Kombination aus solider Marktposition, planbaren Cashflows und Dividenden attraktiv sein. Pensionsnahe Anleger oder Investoren mit Fokus auf regelmäßige Erträge ordnen solche Titel häufig als Basisinvestment im Defensivsektor ein.

Wachstumsorientierte Anleger, die hohe Kurssteigerungen innerhalb kurzer Zeit erwarten, könnten dagegen mit Swisscom weniger gut bedient sein. Die Aktie reagiert ohnehin oft weniger stark auf kurzfristige Marktbewegungen, wie die geringe Kursveränderung am 20.05.2026 im Tagesverlauf zeigt, laut finanzen.ch Stand 20.05.2026. Zudem sind Regulierungsentscheidungen, hohe Investitionsbedarfe und der intensive Wettbewerb Faktoren, die die Ertragsdynamik begrenzen können. Anleger, die stark auf Kursfantasie setzen, sollten daher prüfen, ob die defensiven Eigenschaften mit ihrer Strategie vereinbar sind.

Auch Investoren, die einen sehr kurzen Anlagehorizont haben oder stark taktisch agieren, finden in Swisscom möglicherweise nicht das ideale Vehikel. Telekomwerte werden an der Börse häufig als Zinsersatz oder defensive Beimischung betrachtet. Kurzfristige Spekulationen auf hohe Kursausschläge sind mit solchen Papieren seltener erfolgreich als mit volatilen Wachstumswerten. Andererseits kann die geringe Schwankungsbreite in turbulenten Marktphasen ein Vorteil sein, wenn es darum geht, das Gesamtrisiko im Depot zu reduzieren. Die Eignung der Swisscom-Aktie hängt somit stark vom individuellen Chance-Risiko-Profil und der zeitlichen Perspektive des Anlegers ab.

Risiken und offene Fragen

Wie jedes Infrastruktur- und Telekomunternehmen ist Swisscom einer Reihe von Risiken ausgesetzt. Ein strukturelles Risiko liegt in der fortschreitenden Preiserosion im Telekommarkt. Wettbewerber und alternative Anbieter drücken auf die Preise, während der Datenverbrauch steigt. Wenn es nicht gelingt, diesen Effekt durch höhere Servicequalität, Bündelangebote oder Effizienzgewinne auszugleichen, könnte die Marge unter Druck geraten. Hinzu kommt das Risiko regulatorischer Eingriffe in Form von Preisobergrenzen, Vorgaben beim Netzzugang oder bei der Vergabe von Mobilfunkfrequenzen. Solche Maßnahmen können die Rendite von Infrastrukturinvestitionen beeinflussen.

Ein weiteres Risiko ist die technologische Disruption. Zwar zählt Swisscom selbst zu den Treibern von 5G, Glasfaser und Cloud-Diensten, doch entstehen durch technologische Sprünge auch neue Wettbewerber und Geschäftsmodelle, die Teile der Wertschöpfungskette angreifen können. Over-the-Top-Anbieter, Messaging-Dienste und Videokonferenzplattformen haben bereits in der Vergangenheit Teile klassischer Telekomumsätze ersetzt oder reduziert. Swisscom versucht, durch eigene Angebote und Kooperationen gegenzusteuern, doch die Dynamik in der digitalen Ökonomie bleibt hoch. Offen ist zudem, wie sich neue Technologien wie Edge-Computing oder das Internet der Dinge langfristig auf das Erlöspotenzial der Netze auswirken.

Für Anleger spielt zusätzlich das Währungsrisiko eine Rolle. Da die Swisscom-Aktie in Schweizer Franken notiert, hängt die Rendite aus Sicht eines Euro-Investors auch vom Wechselkurs ab. Eine Aufwertung des Franken kann die in Euro umgerechnete Rendite erhöhen, während eine Abschwächung gegenteilig wirkt. Schließlich besteht, wie bei jedem Unternehmen, das Risiko unerwarteter Ereignisse, etwa größerer Netzstörungen, Sicherheitsvorfälle oder strategischer Fehlentscheidungen. Auch potenzielle Akquisitionen oder größere Restrukturierungen in Italien könnten die Ergebnisvolatilität erhöhen. Diese Unsicherheiten sollten bei der Einordnung des Titels im Gesamtportfolio berücksichtigt werden.

Wichtige Termine und Katalysatoren

Für die Kursentwicklung der Swisscom-Aktie sind neben allgemeinen Marktbewegungen vor allem unternehmensspezifische Termine relevant. Dazu zählen die Veröffentlichung von Quartals- und Jahreszahlen, der Capital Markets Day sowie die ordentliche Generalversammlung. An den Berichtstagen werden üblicherweise Kennzahlen zu Umsatz, EBITDA, Gewinn, Free Cashflow und Segmententwicklung präsentiert. Abweichungen von den Erwartungen des Marktes können zu Kursreaktionen führen, gerade wenn sich Trends bei Kundenwachstum, Margen oder Investitionsvolumen abzeichnen. Die Ankündigung oder Bestätigung der Dividende ist für viele Anleger ein zentraler Punkt der Jahressaison.

Weitere Katalysatoren können regulatorische Entscheidungen, Frequenzauktionen, größere Investitionsprojekte oder strategische Partnerschaften sein. Auch Entwicklungen bei der Tochtergesellschaft Fastweb in Italien, etwa der Gewinn großer Unternehmenskunden oder Kooperationen beim Glasfaserausbau, können den Ausblick beeinflussen. Anleger, die die Aktie intensiver verfolgen, beobachten zudem die Kommunikation des Managements zu Themen wie ESG-Strategie, CO2-Reduktion und nachhaltigem Netzbetrieb. Gerade institutionelle Investoren legen zunehmend Wert auf Nachhaltigkeitsberichte und klare Ziele in diesem Bereich. Der Investor-Relations-Bereich von Swisscom bündelt entsprechende Informationen und Termine, wie die Unternehmensseite zeigt, laut Swisscom Investor Relations Stand 30.04.2026.

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Fazit

Die Swisscom AG-Aktie repräsentiert einen defensiven Telekomwert mit Schwerpunkt im stabilen Schweizer Markt, ergänzt um das italienische Geschäft von Fastweb und digitale Services für Unternehmen und KMU. Die jüngsten Kursdaten zeigen eine eher ruhige Entwicklung, was zum Bild eines vergleichsweise schwankungsarmen Blue Chips passt. Für dividendenorientierte Anleger steht die Ausschüttungspolitik im Vordergrund, die auf Basis der verfügbaren Finanzberichte durch stabile Cashflows aus Mobilfunk, Breitband und ICT-Dienstleistungen unterlegt wird. Dem stehen Investitionsdruck, Regulierungsrisiken und ein intensiver Wettbewerb gegenüber, die Wachstum und Marge begrenzen können.

Für deutsche Anleger kann Swisscom als Baustein zur Diversifikation in einem soliden, infrastrukturlastigen Sektor dienen, der nur begrenzt mit zyklischen Branchen korreliert. Ob der Titel ins eigene Portfolio passt, hängt jedoch von der individuellen Risikoneigung, dem Anlagehorizont und der Einschätzung von Währungs- und Regulierungsthemen ab. Wie bei allen Aktien sollten Entscheidungen auf einer eigenständigen Analyse der Finanzberichte, der Unternehmensstrategie und der persönlichen Vermögenssituation basieren.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien sind volatile Finanzinstrumente.

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