AKTIE IM FOKUS: Teils schwache Umsatzentwicklung bringt Redcare unter Druck
07.01.2026 - 12:46:47 | dpa.deDas Papier der Versandapotheke (Shop Apotheke), das seit Anfang November wieder auf TiefstÀnden von vor rund drei Jahren notiert und sich erst langsam wieder angefangen hatte zu erholen, gab gegen Mittag als Schlusslicht im MDax DE0008467416 6,2 Prozent auf 67,05 Euro nach. Analysten verwiesen vor allem darauf, dass die Erlöse mit rezeptfreien Medikamenten enttÀuscht hatten.
Analyst Martin Comtesse von Jefferies, der sich am Vortag vor dem Zwischenbericht von Redcare noch optimistisch geĂ€uĂert hatte, sprach nun von einer durchwachsenen GeschĂ€ftsentwicklung: Zwar sei das GeschĂ€ft mit rezeptpflichtigen Medikamenten in Deutschland zum Jahresende stark gewachsen, doch das verlangsamte Wachstum mit rezeptfreien Mitteln inmitten der Grippesaison sei eine "klar negative Ăberraschung".
Insgesamt aber sei der Konzernumsatz im GeschĂ€ftsjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent gestiegen, was in starkem Kontrast zum rund 50-prozentigen KursrĂŒckgang der Aktie in derselben Zeit stehe. Entsprechend sieht Comtesse 2026 AufwĂ€rtspotenzial.
Analyst Felix Dennl von der Privatbank Metzler Ă€uĂerte sich ebenfalls negativ ĂŒber das deutlich abgeschwĂ€chte Umsatzwachstum im GeschĂ€ftsbereich Rezeptfreies. Das sei umso erstaunlicher, da die Zahl der Grippeerkrankungen in Deutschland 2025 vor allem im Dezember höher gewesen sei als im Jahr zuvor. Ăber den krĂ€ftigen Wachstumsschub von rund 60 Prozent durch das elektronische Rezept im vierten Quartal Ă€uĂerte sich Dennl positiv, und sieht darin eine verstĂ€rkte Nutzung dieser Möglichkeit der Medikamentenbestellung durch chronisch Kranke. Zudem dĂŒrfte eine höhere AktivitĂ€tsrate und BestellhĂ€ufigkeit den Anstieg des aktiven Kundenstamms auf nunmehr 13,9 Millionen erklĂ€ren.
Druck auf den Aktienkurs hatte der Metzler-Analyst angesichts des Zahlenwerks zwar erwartet, bleibt aber von den "mittelfristigen strukturellen Wachstumschancen ĂŒberzeugt". So könnte eine mögliche Erhöhung der Zuzahlung fĂŒr verschreibungspflichtige Medikamente fĂŒr gesetzlich Krankenversicherte in Deutschland Verbraucher dazu anregen, ihre EinkĂ€ufe von stationĂ€ren Apotheken auf gĂŒnstigere Online-Alternativen zu verlagern, erwartet Dennl.
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