Tempus AI Aktie: 21,28% Minus trotz ASCO-Erfolg
Veröffentlicht am: 03.06.2026 um 12:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Tempus AI bekommt nach der ASCO 2026 viel Aufmerksamkeit. 37 angenommene PrĂ€sentationen, neue Diagnostik-Tools und eine FDA-Zulassung fĂŒr die Tumorsequenzierung von xT CDx geben dem Konzern fachlich RĂŒckendeckung. An der Börse reicht das aber noch nicht fĂŒr eine klare Trendwende.
Der Kurs liegt bei 42,12 Euro und damit fast punktgenau am 50-Tage-Durchschnitt. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Minus von 11,74 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn sogar von 21,28 Prozent. Das zeigt: Die operative Story und die Kursentwicklung laufen weiter auseinander.
Forschung trifft auf Praxis
Tempus baut sein Profil als KI-Anbieter fĂŒr PrĂ€zisionsmedizin weiter aus. Der Konzern verweist auf mehr als 200 Petabyte Datenmaterial und ĂŒber 5,4 Millionen anonymisierte PatientendatensĂ€tze. Genau diese Datenbasis macht die Plattform fĂŒr Onkologie, Diagnostik und Modellierung relevant.
Hinzu kommt die regulatorische Seite. Die FDA hat xT CDx fĂŒr Tumor-Only-Sequenzierung zugelassen. Dazu kommen neue Angebote bei der Gesamtgenom-Sequenzierung und ein verbessertes Tempus Hub. Das stĂ€rkt das DiagnostikgeschĂ€ft und dĂŒrfte die Nutzung der Plattform im Klinikalltag erleichtern.
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Ein weiterer Baustein ist die Zusammenarbeit mit Medtronic. In der ALERT-Studie fĂŒhrten KI-gestĂŒtzte EHR-Alarme zu 40 Prozent besseren Ergebnissen bei Herzklappenoperationen. Das ist kein Onkologie-Fall, zeigt aber, wie Tempus seine Technologie in unterschiedliche klinische AblĂ€ufe drĂŒckt.
Zahlen bleiben der HĂ€rtetest
Finanziell ist das Bild gemischt. Im ersten Quartal lag der Umsatz bei 348,1 Millionen Dollar, ein Plus von 36,1 Prozent zum Vorjahr. Gleichzeitig meldete Tempus einen Nettoverlust von 125,9 Millionen Dollar. Wachstum ist da. ProfitabilitÀt noch nicht.
Das Management rechnet mit positivem freien Cashflow ab dem vierten Quartal 2026. FĂŒr die kommenden drei Jahre peilt das Unternehmen zudem ein Umsatzwachstum von mindestens 25 Prozent jĂ€hrlich in den Kernsegmenten an. Das ist ambitioniert und setzt voraus, dass die Plattform weiter stark skaliert.
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Bei Analysten bleibt das Bild gespalten. Canaccord Genuity, H.C. Wainwright und Guggenheim halten an Kaufempfehlungen fest. Der breitere Konsens liegt aber weiter bei âHoldâ. FĂŒr die Aktie bleibt damit vor allem die Frage relevant, ob die medizinische Reichweite in belastbare ErtrĂ€ge ĂŒbersetzt wird.
Tempus arbeitet dabei nicht im luftleeren Raum. Das Unternehmen nennt Partnerschaften mit rund 60 Prozent der US-amerikanischen akademischen medizinischen Zentren und 95 Prozent der groĂen Pharmakonzerne. Dazu kommen neue Projekte mit Gilead fĂŒr Lens und eine exklusive Biomarker-Vereinbarung mit Merck. Am Markt dĂŒrfte nun vor allem zĂ€hlen, ob aus dieser Vernetzung mehr UmsatzqualitĂ€t und weniger Verlust entsteht.
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