Thales, Aktie

Thales Aktie: Milliarden-Deal für Exail

Veröffentlicht: 06.07.2026 um 09:21 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Thales sichert sich für rund 3,9 Milliarden Euro die Kontrolle über den Unterwasserdrohnen-Spezialisten Exail Technologies.

Thales übernimmt Exail: Milliarden-Deal für Unterwassertechnik
Abstrakte, atmosphärische Szene, die den Sektor der Verteidigungstechnologie darstellt, mit Andeutungen von High-Tech-Engineering und strategischem Wachstum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Thales greift tief in die Kriegskasse: Der französische Rüstungs- und Technologiekonzern sichert sich die Kontrolle über Exail Technologies, einen Spezialisten für Unterwasserdrohnen und Navigationssysteme. Der Deal bewertet Exail mit rund 3,9 Milliarden Euro und markiert einen der größten Zukäufe in der jüngeren Firmengeschichte von Thales.

Konkret hat sich Thales mit der Familie Gorgé auf den Kauf ihres gemeinsamen Anteils von 35,51 Prozent an Exail geeinigt. Der Preis liegt bei 134 Euro je Aktie — ein Aufschlag von 44 Prozent auf den unbeeinflussten Kurs vom 25. Juni 2026, bevor Gerüchte über ein mögliches Übernahmeinteresse die Aktie in Bewegung brachten. Im Anschluss an den Erwerb des Familienanteils will Thales ein Pflichtangebot für sämtliche verbleibenden Exail-Aktien sowie die ausstehenden ODIRNANE-Anleihen vorlegen.

Was Thales an Exail reizt

Exail erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von 479 Millionen Euro, beschäftigt mehr als 2.200 Mitarbeiter und gilt als europäische Nummer eins bei Unterwasser-Minenabwehrrobotik sowie als weltweite Nummer zwei bei Trägheitsnavigationssystemen für die Marine. Das Unternehmen operiert ITAR-frei und beliefert Kunden in fast 80 Ländern mit Dual-Use-Technologien für Verteidigung und zivile Anwendungen.

Für Thales schließt sich damit eine strategische Lücke: Unterwasserkriegsführung, maritime Drohnen und Quantensensorik ergänzen das bestehende Portfolio, das bislang etwa bei Trägheitsnavigation auf eine andere Technologie setzt — Ringlaser-Gyroskope bei Thales, Faseroptik-Gyroskope bei Exail. Aus der Kombination beider Ansätze soll ein Anbieter entstehen, der beide Spitzentechnologien abdeckt.

Synergien und Finanzierung

Thales beziffert das Synergiepotenzial konkret: Bis 2030 sollen operative Effizienzgewinne mehr als 60 Millionen Euro zusätzliches bereinigtes EBIT bringen, kommerzielle Synergien sollen über zehn Jahre rund 500 Millionen Euro Zusatzumsatz generieren. In der Summe rechnet der Konzern bis 2032 mit einem EBIT-Beitrag aus Synergien von 90 Millionen Euro.

Der Kaufpreis entspricht einem EV/2027-EBIT-Multiple von etwa 24 nach Kostensynergien und rund 20 nach Kosten- und Umsatzsynergien. Die Übernahme soll bereits im ersten Jahr das bereinigte Ergebnis je Aktie steigern, die Kapitalrendite soll ab dem fünften Jahr die Kapitalkosten übertreffen. Die pro-forma-Nettoverschuldung für 2027 soll bei rund dem 0,7-Fachen des EBIT liegen — die Investment-Grade-Bonität bleibt damit gewahrt, an der bestehenden Dividendenpolitik ändert sich nichts.

Der Abschluss des Anteilskaufs ist für das dritte Quartal 2027 vorgesehen, vorbehaltlich der üblichen kartell- und aufsichtsrechtlichen Genehmigungen. Das anschließende Pflichtangebot für die restlichen Exail-Aktien und -Anleihen soll spätestens Anfang 2028 abgeschlossen sein. Der Vorstand von Exail hat die Transaktion bereits einstimmig begrüßt, eine unabhängige Fairness-Opinion steht noch aus.

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