Thyssenkrupp Aktie: 14 Prozent in einem Monat
18.05.2026 - 04:05:19 | boerse-global.deDie Stahlbranche steckt tief in der Krise. Bei Thyssenkrupp spiegeln die Kurse diese Realität allerdings nicht wider. Die Aktie des Essener Industriekonzerns kletterte auf Monatssicht um knapp 14 Prozent nach oben. Aktuell notiert das Papier bei 10,55 Euro.
Ein zentraler Treiber für diesen Optimismus ist der Konzernumbau. Thyssenkrupp verhandelt aktuell über den Verkauf seiner Anteile an den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM). Die Gespräche mit dem Mitgesellschafter Salzgitter befinden sich in der finalen Phase. Geplant ist eine vollständige Übernahme durch Salzgitter bis voraussichtlich Juni 2026.
Für Thyssenkrupp bedeutet dieser Schritt weniger Risiko. Der Konzern reduziert damit seine Abhängigkeit vom volatilen Stahlgeschäft. Bestehende Lieferverträge mit HKM sollen laut Planungen Ende 2028 auslaufen. Experten werten diese Entflechtung als wichtigen strategischen Befreiungsschritt.
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Düstere Aussichten für die Branche
Parallel dazu bleibt die fundamentale Lage im Sektor angespannt. Salzgitter-Finanzchefin Birgit Potrafki sieht derzeit keine Trendwende am Markt. Angekündigte Infrastrukturpakete füllen die Auftragsbücher bisher nicht. Auch der CO2-Grenzausgleichsmechanismus der EU weist laut Branchenstimmen noch zu viele Lücken auf.
Ein weiteres Problem betrifft die Hauptabnehmer. Der Verband der Automobilindustrie rechnet bis 2035 mit massivem Stellenabbau in der Zuliefererbranche. Das drückt langfristig die Nachfrage nach klassischem Flachstahl. Lediglich Spezialprodukte wie Panzerstahl verzeichnen eine stabile Nachfrage. Das bleibt jedoch ein reines Nischengeschäft.
Analysten sehen weiteres Potenzial
Die Analysten lassen sich von den trüben Branchenaussichten nicht abschrecken. Die Mehrheit empfiehlt die Aktie weiterhin zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 12,60 Euro. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von rund 19 Prozent.
Der Markt honoriert den laufenden Umbau. Auf Jahressicht steht bei der Thyssenkrupp-Aktie bereits ein Plus von 27 Prozent auf der Anzeigetafel. Ein erfolgreicher Abschluss der HKM-Transaktion im Sommer könnte diese Neubewertung weiter stützen. Bis dahin bleibt das Papier jedoch anfällig für konjunkturelle Rückschläge im Kerngeschäft.
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