TOPIX: Chiptitel treiben Erholung
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 10:06 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Nach dem Ausverkauf vom Vortag hellt sich die Stimmung an Tokios Börse wieder auf. Der Topix legt am Donnerstag um 0,4 Prozent auf 3.146,16 Punkte zu und behauptet damit ein Kursplus von 18,3 Prozent seit Jahresbeginn. Besonders bemerkenswert: Die jüngste Eskalation im Iran-Konflikt konnte die Erholung nicht bremsen.
US-Präsident Trump hatte den Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran für beendet erklärt, zudem griffen amerikanische Streitkräfte erneut Ziele in Iran an, um Teherans Fähigkeiten zur Störung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus einzuschränken. Die Märkte steckten diese Nachricht jedoch weitgehend weg. Die Ölpreise, die am Vortag noch kräftig zugelegt hatten, kamen im Bereich um 79 Dollar zum Stillstand und gaben im Tagesverlauf sogar leicht nach — Brent-Öl notierte zuletzt unter 78 Dollar.
Stützend wirkten außerdem robuste Vorgaben der Wall Street sowie das am Vorabend veröffentlichte Protokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung. Die Fed-Mitglieder zeigten sich einig, die Zinsen zunächst auf dem aktuellen Niveau zu belassen, behielten sich aber Senkungen vor, sollte der Inflationsdruck nachlassen.
Halbleiterwerte im Fokus
Innerhalb des Topix sorgten vor allem Chip-Titel für Bewegung. Advantest kletterte um 5,9 Prozent, der Speicherchiphersteller Murata erholte sich um 5,0 Prozent, Renesas gewann gut 3 Prozent. Kioxia sprang um 8,3 Prozent nach oben — Bain Capital hatte bestätigt, seine Beteiligung an dem Flash-Speicher-Hersteller verkauft zu haben. Softbank Group gab dagegen minimal nach.
Die Rally in der Halbleiterbranche bleibt allerdings selektiver als in den Vorwochen. Marktteilnehmer verweisen auf verbreitete Bedenken über mittlerweile hohe Bewertungen im Sektor. Ein Bericht, wonach Apple Speicherchips eines chinesischen Anbieters für in China verkaufte Geräte testet, hatte bereits am Vortag chinesische Speicherchipaktien beflügelt und schürte trotz bestehender US-Technologiebeschränkungen Hoffnungen für die heimische Lieferkette.
Aus China kamen unterdessen Preisdaten, die weitgehend den Erwartungen entsprachen. Der Erzeugerpreisindex zog im Juni um 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr an, nach 3,9 Prozent im Mai. Der Verbraucherpreisindex blieb mit einem Anstieg von 1,0 Prozent leicht unter der Konsensschätzung. Marktbeobachter werten die schwächere Konsumteuerung als Hinweis darauf, dass Peking auf der Politbüro-Sitzung Ende des Monats weitere Schritte zur Stabilisierung der Binnennachfrage signalisieren könnte.
Für den Topix bleibt die Gemengelage aus geopolitischen Spannungen und einer robusten Chipnachfrage bestimmend. Solange die Ölpreise nicht erneut anziehen, dürfte die Erholung bei den Halbleiterwerten die Richtung vorgeben.
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