Tradegate, PFOF-Verbot

Tradegate: PFOF-Verbot ab 2026 erzwingt Umbau

23.05.2026 - 07:34:28 | boerse-global.de

Das EU-weite Verbot von Zahlungen für Auftragsflüsse zwingt Tradegate zu neuen Erlösmodellen und einer strategischen Neuausrichtung.

Tradegate: PFOF-Verbot ab 2026 erzwingt Umbau - Foto: über boerse-global.de
Tradegate: PFOF-Verbot ab 2026 erzwingt Umbau - Foto: über boerse-global.de

Die Tradegate Wertpapierhandelsbank steht vor einer Phase der Neuausrichtung. Ab 2026 greift das EU-weite Verbot von Payment for Order Flow (PFOF), was die bisherigen Ertragsquellen der Branche massiv unter Druck setzt. Für das Berliner Unternehmen beginnt damit die Suche nach stabilen Alternativen zum provisionsfreien Handel.

Kurs unter dem Durchschnitt

Die Aktie beendete die Handelswoche mit einem Abschlag von 2,27 Prozent bei 86,00 Euro. Damit rutschte der Kurs unter die 50-Tage-Linie, die aktuell bei 87,56 Euro verläuft. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus für die Anteilseigner auf knapp drei Prozent.

Der mittelfristige Trend trübt sich damit ein. Auch der 100-Tage-Durchschnitt von 88,06 Euro wurde zuletzt unterschritten, während das 52-Wochen-Tief bei 83,50 Euro eine wichtige Unterstützung markiert.

Neue Wege nach dem PFOF-Aus

Das Verbot von Rückvergütungen zwingt Broker zu neuen Monetarisierungsstrategien. Statt auf Kickbacks der Handelsplätze zu vertrauen, müssen Anbieter vermehrt auf gestaffelte Mitgliedschaften oder vermögensbasierte Gebühren setzen. Tradegate begegnet diesem Wandel unter anderem mit der eigenen App tradegate.direct.

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Reicht die Umstellung auf alternative Erlösmodelle aus, um die wegfallenden PFOF-Einnahmen der Tradegate-Plattformen vollständig zu kompensieren? Das Unternehmen setzt verstärkt auf Sparplan-Funktionen und eine stärkere vertikale Integration. Diese Diversifizierung soll die Abhängigkeit vom reinen Transaktionsgeschäft verringern und die Margen stabilisieren.

Wachstum im digitalen Brokerage

Der Markt für E-Brokerage bietet trotz der regulatorischen Hürden langfristiges Potenzial. Branchenexperten erwarten bis 2031 ein weltweites Volumen von rund neun Milliarden US-Dollar. Das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von fast sieben Prozent.

Künstliche Intelligenz spielt dabei eine zentrale Rolle, um Prozesse in der Risikoverwaltung zu optimieren. Parallel dazu prägen mobile-first Plattformen mit Echtzeitanalysen die Erwartungen der Kunden. Tradegate muss hier investieren, um im Wettbewerb mit Neobrokern nicht den Anschluss zu verlieren.

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