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Wacker Chemie mit mehr Optimismus für den Gewinn - Aktienkurs legt zu

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 10:57 Uhr | dpa.de

Trotz der unsicheren Konjunkturlage blickt Wacker Chemie DE000WCH8881 nach dem zweiten Quartal zuversichtlicher auf die Gewinnentwicklung im Gesamtjahr.

Das liegt zwar auch an einem positiven Effekt aus einer Änderung bei den Pensionsrückstellungen, doch auch ohne diesen Ertrag verbesserte sich der Ausblick. Gleichwohl bleibt das Umfeld schwierig, der Gewinn stieg im zweiten Quartal vor allem wegen des laufenden Sparprogramms.

Konzernchef Christian Hartel rechnet laut einer Mitteilung vom Donnerstag für 2026 nun mit einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 625 bis 750 Millionen Euro. Darin enthalten sind 37 Millionen aus Änderungen bei Pensionsrückstellungen. Bisher wurden 550 bis 700 Millionen angepeilt. Den Sonderertrag herausgerechnet liege die Mitte der neuen Zielspanne in etwa auf dem Niveau der Markterwartungen, schrieb Analyst Chetan Udeshi von der Bank JPMorgan in einer ersten Einschätzung.

Für den Umsatz 2026 geht Hartel von einem Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich aus, nachdem bisher ein Plus im hohen einstelligen Prozentbereich erwartet wurde. Das liegt allerdings an geringeren Erwartung in puncto Steigerungen der Rohstoff- und Energiepreise, die Chemieunternehmen in der Regel recht zügig auf die Kunden umlegen.

Im zweiten Quartal steigerte Wacker Chemie den Umsatz im Jahresvergleich um sieben Prozent auf 1,52 Milliarden Euro, der operative Gewinn wuchs um 85 Prozent auf 211 Millionen Euro.

Neben dem Ertrag aus der Veränderung bei den Pensionsrückstellungen kam dem Unternehmen hier auch das schon eine Weile laufende Sparprogramm zugute, durch das am Ende die jährlichen Kosten um mehr als 300 Millionen Euro reduziert werden sollen. In diesem Zuge streicht das Unternehmen, wie schon länger bekannt, auch Stellen.

Mit den Einsparungen begegne Wacker den aktuellen konjunkturellen und strukturellen Herausforderungen, erklärte Hartel. Der Wettbewerb - insbesondere aus Asien - nehme weiter zu. Gleichzeitig würden in vielen Märkten massive Überkapazitäten bestehen. "Die Spielregeln in der Branche verändern sich gerade grundlegend."

Zudem habe sich die Lage in der chemischen Industrie kaum verbessert, so Hartel weiter. Die Nachfrage aus vielen Abnehmerbranchen wie der Auto- oder der Bauindustrie bleibe schwach. Für zusätzliche Unsicherheit sorgten die Entwicklungen im Nahen Osten.

Bei den Anlegern an der Börsen kamen die Nachrichten dennoch gut an. Der Aktienkurs von Wacker Chemie stieg am Vormittag um gut 3 Prozent auf 88,70 Euro, womit das Jahresplus auf rund 28 Prozent wuchs. Damit setzten die Papiere ihren Erholungsversuch fort, nachdem sie jüngst vom Anfang Juni erreichten Jahreshoch über 105 Euro ein gutes Stück weit zurückgefallen waren.

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