Kritik, EU-Spitzenvertreter

Trotz Kritik an X: EU-Spitzenvertreter nicht bei Mastodon

13.01.2026 - 19:59:31 | dpa.de

Trotz ihrer Kritik an Elon Musks Plattform X posten fast alle Spitzenvertreter der EU weiterhin dort und nicht bei der europÀischen Konkurrenz.

EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen und andere ranghohe Politiker haben nach Recherchen der Deutschen Presse-Agentur etwa weiterhin keinen offiziellen Account auf der Plattform der deutschen Firma Mastodon. Die fĂŒr die digitale UnabhĂ€ngigkeit der EU zustĂ€ndige VizeprĂ€sidentin, Henna Virkkunen, eröffnete dort erst am Abend erstmals ein offizielles Benutzerkonto, wie die EU-Kommission der dpa mitteilte.

Virkkunen habe beschlossen, ihre PrĂ€senz in den sozialen Medien zu diversifizieren und europĂ€ische Unternehmen zu fördern, sagte ein Sprecher der Kommission. Er betonte, dass dieser Schritt schon lĂ€nger geplant gewesen sei. Zudem verwies der Sprecher auf ein bestehendes Benutzerkonto der EU-Kommission als Institution. TatsĂ€chlich postet die BrĂŒsseler Behörde dort regelmĂ€ĂŸig.

Konten fĂŒr andere individuelle Mitglieder der Kommission scheinen hingegen zunĂ€chst nicht vorgesehen zu sein. Aus Kommissionskreisen hieß es, Mastodon eigne sich derzeit weniger fĂŒr politisches Engagement und sei eher fĂŒr einen tiefgreifenden Austausch ĂŒber politische und technische Themen. In ihrem ersten Post auf Mastodon kritisierte Virkkunen X und drohte dem US-Unternehmen weitere Sanktionsmaßnahmen an.

Deutlich mehr Nutzer auf X - EU rechtfertigt AktivitÀten

Die Spitzenvertreter der EU posten regelmĂ€ĂŸig auf X. Die EU-Kommission rechtfertigte die eigenen AktivitĂ€ten in den vergangenen Tagen auch mit der Reichweite der Plattform: "NatĂŒrlich beobachten wir auch, wo unsere Zielgruppe selbst am aktivsten ist. Es ist wichtig fĂŒr uns, unsere Botschaften an unser Zielpublikum zu vermitteln", hieß es von der Behörde. Nach eigenen Angaben hat Mastodon derzeit etwa 750.000 monatliche Nutzer - bei X sind es dem US-Unternehmen zufolge 100 Millionen.

X war in den vergangenen Tagen massiv in die Kritik geraten, weil Nutzer den KI-Chatbot Grok auffordern können, gepostete Bilder zu sexualisieren. Indonesien und Malaysia haben am Wochenende als erste LĂ€nder weltweit den Chatbot vorĂŒbergehend gesperrt. Die EU sowie die britischen Behörden ermitteln gegen das Unternehmen und behalten sich Sanktionen vor.

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