Ubisoft Aktie: 1,47-Milliarden-Rekordverlust erschüttert Anleger
24.05.2026 - 07:16:20 | boerse-global.deEin Rekordverlust von 1,47 Milliarden Euro, sieben gestrichene Spiele und ein Kurs, der sich innerhalb eines Jahres halbiert hat. Ubisoft steckt in der schwersten Krise seiner Geschichte — und die Zahlen für das Geschäftsjahr 2025/26 machen das schonungslos deutlich.
Einbruch auf ganzer Linie
Der Umsatz fiel um fast 22 Prozent auf 1,39 Milliarden Euro. Die Net Bookings sanken um 17,4 Prozent auf 1,53 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis nach IFRS schloss mit einem Verlust von 1,3 Milliarden Euro — ein historischer Tiefpunkt für den französischen Publisher.
Hinter den Zahlen stecken Restrukturierungskosten und Projektabschreibungen. Sieben Titel wurden gestrichen, sechs weitere verschoben. Die Nettoverschuldung sank immerhin deutlich: von 885 Millionen auf 187 Millionen Euro, gestützt durch eine Kapitalspritze von 1,16 Milliarden Euro aus dem Tencent-Deal.
16.590 Mitarbeiter, ein AAA-Titel
Kein Wunder, dass Anleger die Struktur des Unternehmens hinterfragen. Trotz des Abbaus von 1.200 Stellen beschäftigt Ubisoft noch 16.590 Menschen. Daniel Vavra, Regisseur von Kingdom Come: Deliverance 2, brachte es auf den Punkt: Die Belegschaft entspreche rund 70 mittelgroßen Studios.
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Für das gesamte Kalenderjahr 2026 plant Ubisoft dennoch nur einen einzigen großen AAA-Release: Assassin's Creed Black Flag Resynced, erscheint im Juli. Die Community-Reaktionen sind bislang gemischt — Kritik an technischer Qualität und veränderten Spielmechaniken begleiten den Launch.
Als Antwort auf die strukturellen Probleme hat das Management das Unternehmen in fünf eigenständige „Creative Houses" aufgeteilt. Ziel ist eine engere Vernetzung der globalen Studios, um Entwicklungszyklen zu straffen.
Ausblick bleibt trüb
Für das laufende Geschäftsjahr 2026/27 erwartet das Management einen weiteren Rückgang der Net Bookings im hohen einstelligen Prozentbereich. Die operative Marge soll negativ bleiben, der freie Cashflow bis zu 500 Millionen Euro ins Minus rutschen.
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Die Aktie reagierte auf die Zahlen mit einem Einbruch von rund 18 Prozent. Aktuell notiert sie bei 5,19 Euro — rund 50 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 10,38 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier knapp ein Fünftel seines Wertes verloren.
Die Hoffnung ruht auf dem Geschäftsjahr 2027/28. Dann soll der freie Cashflow wieder positiv werden, getragen von neuen Einträgen in den Franchises Far Cry, Ghost Recon und Assassin's Creed Codename Hexe. Bis dahin bleibt Assassin's Creed mit über 30 Millionen aktiven Spielern das einzige stabile Fundament — und der Druck auf den Juli-Launch entsprechend hoch.
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