UBS, Aktie

UBS Aktie: Das 22-Milliarden-Risiko

16.04.2026 - 11:44:43 | boerse-global.de

UBS-Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher kritisiert geplante Schweizer Kapitalregeln scharf. Die Vorschriften könnten die Kapitalanforderungen der Bank um 22 Milliarden US-Dollar erhöhen und Aktienrückkäufe gefährden.

UBS Aktie: Das 22-Milliarden-Risiko - Foto: über boerse-global.de

Colm Kelleher wählt ungewöhnlich harte Worte. Auf der Generalversammlung in Basel kritisierte der UBS-Verwaltungsratspräsident die geplanten Schweizer Kapitalvorschriften scharf. Die neuen Regeln bedrohen das Geschäftsmodell der Großbank.

Das teure Preisschild aus Bern

Der Kern des Streits liegt in der Kapitalunterlegung ausländischer Töchter. Bisher forderte der Schweizer Bundesrat hier 60 Prozent. Künftig sollen es 100 Prozent sein. Diese Änderung treibt die Kapitalanforderungen der Bank um rund 22 Milliarden US-Dollar in die Höhe. Kelleher bezeichnet die Pläne als extremes Risiko. Laut Management bringen sie kaum mehr Finanzstabilität. Parallel dazu verteidigt CEO Sergio Ermotti die Position der Bank vehement. Hinter den Kulissen laufen bereits Verhandlungen. Die UBS-Führung hofft auf einen Kompromiss mit dem Eidgenössischen Finanzdepartement.

Aktienrückkäufe auf dem Prüfstand

Dieser regulatorische Druck beeinflusst die Aktionärsrenditen direkt. Kelleher knüpft künftige Aktienrückkäufe klar an den finalen Kapitalrahmen. Die Börse zeigt sich von der Debatte bisher unbeeindruckt. Aktuell notiert das Papier bei 36,75 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen verbucht der Kurs ein Plus von gut 10 Prozent. Damit liegt die Aktie komfortabel über ihren gleitenden Durchschnitten der letzten 50 und 200 Tage. Ein starkes Signal der Investoren.

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Neues Führungsteam formiert sich

Abseits der Kapitaldebatte baut die Bank ihren Verwaltungsrat um. Die Aktionäre wählten den ehemaligen Apple-CFO Luca Maestri neu in das Gremium. Auch der frühere BIZ-Generaldirektor Agustín Carstens rückt auf. Währenddessen bleibt eine zentrale Personalie konstant. Sergio Ermotti führt die Bank voraussichtlich bis weit ins zweite Halbjahr 2027. Ein interner Nachfolger fehlt bislang.

Der April bringt nun die Richtungsentscheidung. Der Bundesrat will noch in diesem Monat Klarheit über die finalen Kapitalregeln schaffen. Am 29. April folgt direkt der nächste Härtetest. Dann präsentiert die Großbank ihre Ergebnisse für das erste Quartal 2026.

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