Underberg, Aktie

Underberg Aktie: Mehr Ergebnis als geplant

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 08:38 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Underberg übertrifft Ergebnisziel trotz schrumpfendem Heimatmarkt. Internationales Geschäft und neue Produkte treiben das Wachstum an.

Underberg Aktie: Ergebnis übertrifft eigene Erwartungen trotz Marktschwäche
Eine einzelne, beleuchtete Underberg-Flasche auf einer dunklen Holztheke in einem eleganten Barambiente. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Während der deutsche Spirituosenmarkt im Geschäftsjahr 2025/26 um 3,7 Prozent schrumpfte, legte die Semper idem Underberg AG zu. Der Konzernumsatz stieg um 1,6 Prozent auf 136,9 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA erreichte 12,3 Millionen Euro — und lag damit über dem selbst gesteckten Zielkorridor von 11 bis 12 Millionen Euro.

Für das Familienunternehmen aus Rheinberg ist das keine Selbstverständlichkeit. Geopolitische Unsicherheit und anhaltende Konsumzurückhaltung hatten das Management ursprünglich nur das Vorjahresniveau anpeilen lassen. Ein starkes zweites Halbjahr brachte am Ende mehr.

Auslandsgeschäft als Motor

Den größten Wachstumsbeitrag lieferte das internationale Geschäft. Der Absatz im Ausland legte um 9,1 Prozent zu, das Portfolio der Third-Party-Marken sogar um 15,2 Prozent. Besonders die USA stachen hervor: Die hundertprozentige Vertriebstochter Underberg Sales Corporation wuchs so dynamisch, dass sie im abgeschlossenen Geschäftsjahr erstmals konsolidiert wurde.

Auch im eigenen Markenportfolio lief es rund. Die Marke St. Hubertus-Tropfen verzeichnete ein Absatzplus von 16,3 Prozent und stieß die Kleinflaschenabfüllung am Standort Rüdesheim an ihre Kapazitätsgrenzen. Eine zusätzliche Abfülllinie soll das Problem lösen — die Inbetriebnahme ist für die Zeit vor Ostern 2027 geplant. Im laufenden Geschäftsjahr kommt zudem mit dem Erdbeer-Spritz XOXO unter der Marke XUXU ein neues Ready-to-Drink-Produkt auf den Markt.

Bilanz gestärkt, Risiken bleiben

Die positive Ergebnisentwicklung schlug sich auch in der Bilanz nieder. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich leicht auf 31 Prozent, der Kassenbestand im Konzern lag zum Bilanzstichtag am 31. März 2026 bei über 17 Millionen Euro.

Ganz sorgenfrei ist die Lage trotzdem nicht. Das Unternehmen rechnet damit, dass eine angehobene Alkoholsteuer der gesamten Branche und damit auch dem eigenen Absatz zusetzen dürfte. Das schwache Konsumklima in Deutschland bleibt eine Belastung, weshalb das Management nach eigenen Worten konsequent auf Profitabilität steuert, während parallel weiter in Marketing und Vertrieb investiert wird.

Mit dem 180. Jubiläum im Juni 2026 hat das Familienunternehmen einen symbolischen Meilenstein erreicht. Die Wachstumsstrategie über internationale Märkte und Produktinnovationen bleibt für das laufende Geschäftsjahr der eingeschlagene Kurs.

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