Unicredit Aktie: 40 Prozent an Commerzbank
Veröffentlicht am: 05.07.2026 um 06:20 Uhr | Redaktion boerse-global.de
UniCredit hat im Ăbernahmekampf um die Commerzbank einen wichtigen Etappensieg errungen. Nach Ablauf der Umtauschfrist am 3. Juli halten die Italiener die FĂ€den fest in der Hand. Die MehrheitsverhĂ€ltnisse am Frankfurter Bankenmarkt verschieben sich massiv.
Die MailĂ€nder kontrollieren mittlerweile mehr als 40 Prozent der direkten Stimmrechte an der Commerzbank. Rechnet man Derivate hinzu, liegt der Einfluss bei etwa 41 Prozent. Marktberichte deuten sogar auf eine Beteiligung von ĂŒber 55 Prozent hin.
Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp stemmt sich gegen die Ăbernahme. Sie setzt auf die EigenstĂ€ndigkeit ihres Hauses und peilt eine deutlich höhere ProfitabilitĂ€t an. ZusĂ€tzlich fordert sie fĂŒr die AktionĂ€re eine attraktivere PrĂ€mie.
Regulatorischer RĂŒckenwind aus Frankfurt
FĂŒr den Aktientausch genehmigte die UniCredit-FĂŒhrung die Ausgabe von 470 Millionen neuen Papieren. Das Angebot bewertet die Commerzbank derzeit mit rund 35 Milliarden Euro. Damit erhöht UniCredit den Druck auf die FĂŒhrung in Frankfurt und die Skeptiker in der Politik.
Die EuropÀische Zentralbank (EZB) kritisiert derweil die politische Haltung in Deutschland. EZB-VizeprÀsident Luis de Guindos warnte vor nationalen Blockaden bei Bankenfusionen. Die Bundesregierung hÀlt allerdings weiterhin an ihrem Anteil von 12 Prozent fest.
Reicht dieser regulatorische RĂŒckenwind aus, um den Widerstand in Berlin langfristig zu brechen?
Die kommenden Verhandlungen werden zeigen, wie viel Spielraum der Bundesregierung bleibt. Bisher zeigt sich das Finanzministerium wenig gesprĂ€chsbereit. Ein RĂŒckzug des Staates gilt jedoch als Voraussetzung fĂŒr eine vollstĂ€ndige Integration.
Aktie auf Rekordkurs
An der Börse wird die Strategie gefeiert. Die UniCredit-Aktie notierte zuletzt bei 81,90 Euro und damit nahe dem Rekordhoch. Seit Jahresbeginn summiert sich das Kursplus auf gut 14 Prozent.
Technisch wirkt die Aktie jedoch heiĂgelaufen. Der Relative-StĂ€rke-Index signalisiert mit 67,9 Punkten eine angespannte Situation. Der Kurs liegt zudem fast zwölf Prozent ĂŒber dem 50-Tage-Schnitt von 73,23 Euro.
In den nĂ€chsten Tagen wird die Bank die exakten Ergebnisse des Umtauschangebots vorlegen. Zugleich treibt UniCredit den RĂŒckzug aus Russland voran. Das dortige GeschĂ€ft soll bis 2027 an einen Investor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten gehen.
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