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Frankfurt Schluss: Dax vor US-Zinsentscheidung leicht im Minus

10.12.2025 - 18:13:56 | dpa.de

Unmittelbar vor der US-Leitzinsentscheidung sind die Anleger am Mittwoch bei deutschen Aktien vorsichtiger geworden.

Nach seiner jüngsten Erholungsrally gab der Dax DE0008469008 um 0,13 Prozent auf 24.130,14 Punkte nach. Vom November-Tief bei unter 23.000 Zählern hatte er sich in den vergangenen Wochen in der Spitze wieder um mehr als fünf Prozent erholt. Dabei war ihm auch die Rückkehr über die 24.000-Punkte-Marke gelungen, die ihm nun im Tagesverlauf Unterstützung gab.

Bevor am Abend deutscher Zeit der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed bekannt gegeben wird, kam auch der MDax DE0008467416 am Mittwoch nicht auf Touren. Der Index mit den mittelgroßen deutschen Werten schaffte es aber am Ende gerade so ins Plus. Er schloss 0,01 Prozent höher bei 29.732,65 Zählern.

Eine Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte gilt in den USA als ausgemacht und bereits an den Finanzmärkten eingepreist. Spannender wird daher der geldpolitische Ausblick für die weltgrößte Volkswirtschaft. Nach Ansicht der Experten von CMC Markets liegt eine mögliche Weihnachtsrally in den Händen von Fed-Präsident Jerome Powell. Der Marktanalyst Luis Ruiz von dem Online-Broker erinnerte daran, dass dieser vor einem Jahr schon einmal mit einer restriktiven Rhetorik die Märkte belastet habe.

Die Zinsentscheidung in den USA erfolgt in einem schwierigen Umfeld. Wichtige Konjunkturdaten wie etwa zum Arbeitsmarkt liegen nach der wochenlangen Schließung vieler Bundesbehörden nicht vor. Zudem übt US-Präsident Donald Trump nach wie vor kräftig Druck auf den Fed-Vorsitzenden Powell aus.

An der Dax-Spitze setzten Siemens Energy DE000ENER6Y0 ihren Rekordlauf mit einem Anstieg um 4,4 Prozent fort. Als zweitbester Wert nach Rheinmetall haben sie nun in diesem Jahr schon 145 Prozent an Wert gewonnen. Am Markt wurde auf positive Margensignale vom Investorentag des US-Konkurrenten GE Vernova US36828A1016 verwiesen. Diese stützten auch Nordex DE000A0D6554 im MDax. Mit acht Prozent Plus profitierten die Titel des Windturbinen-Herstellers auch von der Aussicht auf einen Großauftrag aus den USA.

Bei dem Rüstungskonzern Rheinmetall DE0007030009 schrumpfte der Jahresgewinn am Mittwoch wieder etwas - wie in der ganzen Rüstungsbranche. Gemeinsam mit Renk DE000RENK730 und Hensoldt DE000HAG0005 gaben die Branchenwerte um bis zu 2,7 Prozent nach. Anlass dazu gab, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj über mögliche Wahlen im Krieg sprach. In den Gesprächen über einen Friedensplan wird darin ein Schachzug gegenüber US-Präsident Donald Trump gesehen.

An der MDax-Spitze sprangen Delivery Hero DE000A2E4K43 um fast 14 Prozent hoch. Aufgrund der jüngsten Kursschwäche prüft der Essenslieferdienst weitere Verkäufe von Unternehmensteilen. Das Unternehmen zeigte sich in einem Brief an die Aktionäre enttäuscht mit der Börsenbewertung. Die Überlegungen erhöhten die Wahrscheinlichkeit positiver Kurstreiber in den kommenden Monaten, schrieb der Barclays-Analyst Andrew Ross.

Für die Tui-Aktie DE000TUAG505 ging es dagegen um 3,8 Prozent abwärts. Nach detaillierten Geschäftsjahreszahlen wurde auf Gewinnmitnahmen nach gutem Lauf verwiesen. Eindeutige Kritikpunkte wurden in Analystenstimmen nicht laut. Es half den Kurs auch nicht, dass der Reisekonzern erstmals seit der Corona-Krise wieder eine Dividende zahlen möchte.

Zum Schlusslicht im MDax wurden aber die Fraport DE0005773303-Aktien, die um 5,5 Prozent abrutschten. Analyst Patrick Creuset von Goldman Sachs verwies auf Signale des Managements zu den mittelfristigen Investitionsausgaben.

Im SDax DE0009653386 fielen die Aktien von Patrizia DE000PAT1AG3 mit einem Kurssprung auf. Sie schlossen fast elf Prozent höher. Der Immobilienvermögensverwalter hat sich mit Investoren seines größten Fonds auf eine Verlängerung des Mandats bis Ende 2030 und Gewinnbeteiligungen geeinigt.

Auf europäischer Bühne gab der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 um 0,18 Prozent auf 5.708,12 Punkte nach. Unterschiedlich waren die Vorzeichen wichtiger Länderindizes außerhalb der Eurozone: Knappen Verlusten in Zürich standen leichte Gewinne in London gegenüber. In New York bewegte sich der Dow Jones Industrial US2605661048 zuletzt mit einem halben Prozent im Plus.

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