Unternehmer, GeschÀfte

Unternehmer rÀumen illegale GeschÀfte mit Russland ein

Veröffentlicht: 01.07.2026 um 17:09 Uhr, dpa.de

Im Prozess um illegalen Handel mit Russland haben zwei Unternehmer aus dem MĂŒnsterland vor dem Landgericht MĂŒnster ein umfangreiches GestĂ€ndnis abgelegt.

Über ihr Unternehmen, eine Firma fĂŒr Anlagenbau und Industrieanlagen, sollen die beiden BrĂŒder aus Oelde 2023 und 2024 Maschinenbauteile nach Russland geliefert haben - auch als die EU ihre Wirtschaftssanktionen wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine noch einmal verschĂ€rft hatte.

Verstoß gegen das Außenwirtschaftsgesetz in 65 FĂ€llen lautet der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Laut Anklage gab es 65 Lieferungen im Wert von mehr als 830.000 Euro.

GestĂ€ndnis soll Verfahren verkĂŒrzen

Mehr als einen Monat nach Prozessauftakt haben die beiden deutsch-russischen BrĂŒder im Alter von 34 und 39 Jahren alle Karten auf den Tisch gelegt: Vorausgegangen waren GesprĂ€che zwischen der Staatsanwaltschaft und den AnwĂ€lten. Um ein langes und enorm aufwendiges Wirtschaftsverfahren zu vermeiden, haben sich beide Seiten darauf verstĂ€ndigt, dass die Angeklagten maximal zu vier Jahren und acht Monaten Haft verurteilt werden. Das GestĂ€ndnis ist eine Bedingung fĂŒr diese Einigung.

"Es war NaivitĂ€t, dass wir das gemacht haben", sagte der jĂŒngere der beiden. Sie hĂ€tten wissen mĂŒssen, dass auf den Verstoß gegen die Sanktionen hohe Strafen stehen.

"Wir wussten, worauf wir uns einlassen"

Den Anstoß fĂŒr den illegalen Handel habe der Vater der beiden Angeklagten gegeben. Gegen ihn lĂ€uft ebenfalls ein Verfahren. Das Unternehmen mĂŒsse weiterarbeiten, habe er gesagt und massiven Druck auf seine Söhne ausgeĂŒbt. Es habe kaum noch Freizeit, dafĂŒr aber viel Streit gegeben. Der Vater habe sich hĂ€ufig in seiner russischen Heimat aufgehalten, die Söhne organisierten die Warenverschickungen von Deutschland aus. "Wir wussten, worauf wir uns einlassen", rĂ€umte der 34-JĂ€hrige ein.

Die Bestellungen seien aus Russland gekommen, gesendet wurden die Maschinenbauteile offenbar an Briefkastenfirmen in Kirgisistan und spĂ€ter in der TĂŒrkei und von dort weitergeleitet. Wann in dem Verfahren nun mit einem Urteil zu rechnen ist, blieb zunĂ€chst offen.

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