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US-EU-Zolldeal 'Wendepunkt fĂŒr Handelspolitik'

Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 10:44 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Ein Jahr nach der Einigung zwischen der EuropÀischen Union und den USA blicken VerbÀnde zwiespÀltig auf das bilaterale Handelsabkommen.

"Der Turnberry-Deal hat fĂŒr die Industrie bisher nur bedingt StabilitĂ€t gebracht. Das Abkommen war immer ein schmerzhafter Kompromiss", sagte Wolfgang Niedermark, Mitglied der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI).

EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen und US-PrĂ€sident Donald Trump hatten sich am 27. Juli 2025 im schottischen Turnberry nach einem monatelangen Zollkonflikt auf eine Einigung verstĂ€ndigt. Allerdings wurde noch wochenlang um Details gerungen, bis schließlich am 21. August 2025 die gemeinsame ErklĂ€rung zum bilateralen Handelsabkommen folgte.

Auf die meisten europĂ€ischen Einfuhren durfte seither maximal ein Aufschlag von 15 Prozent des Warenwertes erhoben werden. BrĂŒssel machte zudem ZugestĂ€ndnisse und schaffte etwa EU-Zölle auf US-IndustriegĂŒter ab. Seit Ende Juli liegt der pauschale Zollsatz fĂŒr EU-Importe in die USA allerdings wegen einer anderen Grundlage bei 10 Prozent, wie eine Sprecherin der EU-Kommission der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

VerbÀnde beklagen höhere, branchenspezifische Zölle

Zwar sei es positiv zu bewerten, dass sich die USA "grĂ¶ĂŸtenteils" an die Obergrenze eines Zolls in Höhe von 15 Prozent hielten, sagte Niedermark vom BDI weiter. Keine Lösung gebe es hingegen weiter fĂŒr die teils 50-prozentigen Zölle auf Stahl und Aluminium sowie die SĂ€tze in Höhe von 25 Prozent auf bestimmte Lkw-Einfuhren. "Bei den Zöllen auf Stahl- und Aluminiumprodukte droht nach zwischenzeitlichen Verbesserungen wieder eine Ausweitung der US-Maßnahmen", kritisierte er.

Unmut gibt es auch aus der Autoindustrie. "Die aktuellen US-Zölle in Höhe von 15 Prozent fĂŒr Pkw und deren Teile stellen weiterhin eine spĂŒrbare Herausforderung fĂŒr die deutsche Automobilindustrie dar", sagte ein Sprecher des Branchenverbands VDA. Er kritisierte zudem, dass die "sehr hohen zusĂ€tzlichen US-Zölle auf europĂ€ische Nutzfahrzeuge und deren Teile eine erhebliche Belastung fĂŒr die betroffenen Unternehmen" darstellten. Vor dem Amtsantritt von Trump lag der Zollsatz fĂŒr Pkw noch bei 2,5 Prozent.

"Wendepunkt fĂŒr Europas Handelspolitik"

Auch die DIHK blickt mit gemischten GefĂŒhlen auf das Abkommen zwischen Washington und BrĂŒssel. "Der Zolldeal markiert einen Wendepunkt fĂŒr Europas Handelspolitik", sagte HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrerin Helena Melnikov. Er habe Schlimmeres verhindert, "aber kein Vertrauen geschaffen". Zwar gebe es ein gewisses Maß an Planungssicherheit. Doch Firmen seien weiter mit neuen Zolldrohungen, BĂŒrokratie und Rechtsunsicherheit konfrontiert. Um souverĂ€n zu bleiben, mĂŒssten strategische AbhĂ€ngigkeiten - besonders im Digitalbereich - reduziert und Handelspartnerschaften breiter aufgestellt werden. "Dazu gehört die rasche Ratifizierung der Abkommen mit Indien, Indonesien und Australien sowie der konsequente Ausbau weiterer Handelsbeziehungen in Asien."

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