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Frankfurt Schluss: US-Inflation hält Dax über 25.000 Punkten

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 18:05 Uhr, dpa.de

US-Inflationsdaten haben dem Dax DE0008469008 am Dienstag etwas neuen Schwung gegeben.

Die Verbraucherpreise in den USA waren im Juni gegenüber dem Vorjahr nicht so stark gestiegen wie erwartet. Das nimmt Druck von der US-Notenbank Fed, ihre Zinsen im Kampf gegen die Teuerung anzuheben, was vor allem als riskant geltende Wertpapiere wie Aktien tendenziell belasten würde. Fed-Chef Kevin Warsh betonte allerdings erneut, dass die Notenbank eine erhöhte Inflation nicht tolerieren werde.

Der Dax ging letztlich 0,13 Prozent höher bei 25.147,03 Punkten aus dem Handel und konnte sich so über der runden Marke von 25.000 Zählern halten. Zuvor hatten deutlich steigende Ölpreise im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt den deutschen Leitindex klar darunter gedrückt. Der MDax DE0008467416 der mittelgroßen Unternehmen stieg um 0,37 Prozent auf 32.100,91 Punkte.

US-Präsident Donald Trump hatte die Wiederaufnahme der Seeblockade iranischer Häfen angekündigt und will zudem Gebühren für die sichere Durchfahrt der Straße von Hormus einfordern, die aber unter anderem durch Handelsvereinbarungen ersetzt werden sollen. Gegenseitige Attacken zwischen den USA und dem Iran gingen derweil weiter. "Zwischen Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte und der Sorge vor einer weiteren Eskalation bewegt sich die Börse derzeit wie auf geopolitischem Glatteis", stellte Marktanalyst Timo Emden fest.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 legte um 0,15 Prozent auf 6.280,19 Punkte zu. Außerhalb der Eurozone schloss der Leitindex in London GB0001383545 ebenfalls moderat höher, in Zürich CH0009980894 ging es leicht abwärts. In New York stand der Dow Jones Industrial US2605661048 zum europäischen Handelsschluss 0,2 Prozent im Minus.

Ein heftiger Kursrutsch beim IT-Unternehmen IBM US4592001014 um mehr als 25 Prozent hinterließ auch am deutschen Aktienmarkt seine Spuren. Der Softwarekonzern SAP DE0007164600 büßte 2,8 Prozent ein. IBM enttäuschte mit seiner Umsatzentwicklung und schürte mit Aussagen zu einem veränderten Ausgabeverhalten von Kunden weitere Sorgen in der ohnehin durch Künstliche Intelligenz (KI) belasteten Softwarebranche.

Hierzulande erlebte Evotec DE0005664809 ein Kursdebakel. Der Pharmawirkstoff-Entwickler senkte wegen geringerer Umsatzerwartungen seine Jahresziele deutlich. Diese liegen nun klar unter den Analystenschätzungen, was die Aktien um 24,1 Prozent und zeitweise auf den tiefsten Stand seit rund zehn Jahren einbrechen ließ.

Vossloh DE0007667107 senkte seinen Ausblick wegen der wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten etwas. Die Aktien verloren 4,2 Prozent. Die Experten von Deutsche Bank Research sprachen von einer bösen Überraschung - obwohl der Bahntechnikkonzern seine Erwartungen ans kommende Geschäftsjahr bestätigte.

Aktien aus der Reise- und Freizeitbranche litten unter der Entwicklung im Nahen Osten und dem Ölpreisanstieg. Die Fraport DE0005773303-Titel sackten nach robustem Wochenstart um 3,3 Prozent ab, während Tui DE000TUAG505 0,4 Prozent verloren. Chemiekonzerne könnten dagegen von steigenden Ölpreisen profitieren, was die Aktien von Brenntag DE000A1DAHH0 und BASF DE000BASF111 um 2,4 beziehungsweise 1,2 Prozent antrieb.

Aktien von Siemens Energy DE000ENER6Y0 legten um 2,3 Prozent zu. Der Energietechnikkonzern heißt künftig Omterra, womit Lizenzgebühren für die Nutzung des Namens Siemens früher als gedacht wegfallen. JPMorgan-Analyst Phil Buller rechnet daher auch mit einem Anstieg der Marge zu einem früheren Zeitpunkt als erwartet.

Delivery Hero DE000A2E4K43 steht Kreisen zufolge kurz vor einer Übernahme durch Uber US90353T1007. Der US-Fahrdienstleister sei in fortgeschrittenen Gesprächen mit dem Essenslieferdienst, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Eine Einigung solle noch diese Woche erfolgen. Die Delivery-Hero-Aktien stiegen um 5,8 Prozent.

Die Anteile von Salzgitter DE0006202005 profitierten mit einem Kurssprung von 7,1 Prozent von einer Jefferies-Empfehlung. Der Konzern sei einer der größten Profiteure steigender Volumina und Preise im Zuge der Protektionsmaßnahmen für die europäische Stahlbranche, schrieb Experte Cole Hathorn. Zudem sollte das deutsche Infrastrukturpaket ab 2027 durchschlagen./niw/he

--- Von Nicklas Wolf, dpa-AFX ---

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