US-MilitÀr zieht Ende September aus dem Irak ab
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 18:40 Uhr, dpa.deDas sagte der irakische MinisterprĂ€sident Ali al-Saidi heute bei einem Treffen mit US-PrĂ€sident Donald Trump in Washington. "Nun, wir glauben nicht, dass wir das MilitĂ€r dort noch brauchen", sagte Trump im WeiĂen Haus. Man sei da, um zu helfen, wenn der Irak das brauche, glaube allerdings nicht, dass das nötig sei.
Trump und al-Saidi bestĂ€tigten mit den Aussagen einen bereits bekannten Zeitrahmen fĂŒr den seit Jahren diskutierten Schritt. Die Zahl der US-Truppen wurde in vergangenen Monaten bereits verringert. Im Januar verlieĂen die US-Soldaten den wichtigen StĂŒtzpunkt Ain al-Assad vollstĂ€ndig und ĂŒbergaben dort die Kontrolle an die irakischen SicherheitskrĂ€fte.
Zuvor waren nach US-Angaben rund 2.500 ihrer Soldaten in dem Land im Einsatz. Nach dem Abzug von Ain al-Assad verblieben die US-Truppen noch in Erbil in der Kurdenregion, an einem StĂŒtzpunkt in NĂ€he des Flughafens von Bagdad und im Regierungsviertel der Hauptstadt, bekannt als GrĂŒne Zone.
US-Abzug und parallel Entwaffnung von Milizen
Al-Saidis Regierung knĂŒpft den geplanten US-Abzug an die Entwaffnung von Milizen, die im Irak groĂen militĂ€rischen und politischen Einfluss haben und die in unterschiedlichen MaĂ vom Iran unterstĂŒtzt werden. Bis zum 30. September soll diese Entwaffnung abgeschlossen sein - eine enorme Herausforderung, weil die mĂ€chtigsten Milizen im Land den Schritt ablehnen. Die bewaffneten Gruppen hĂ€tten nach diesem Datum kein Existenzrecht mehr, sagte al-Saidi.
Die USA starteten 2014 im Irak und im benachbarten Syrien eine internationale Koalition zum Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Der Einsatz begann, nachdem der IS dort groĂe Gebiete ĂŒberrannt hatte. Der IS gilt als militĂ€risch besiegt, in beiden LĂ€ndern sind aber weiterhin IS-KĂ€mpfer aktiv, die auch AnschlĂ€ge verĂŒben. Das US-MilitĂ€r bombardiert im Irak weiterhin Ziele des IS wie auch der mit Teheran verbĂŒndeten Milizen im Zuge des Iran-Kriegs.
Die USA waren 2003 in den Irak einmarschiert. Der MilitĂ€reinsatz fĂŒhrte zum Sturz des damaligen Machthabers Saddam Hussein. Zeitweise waren mehr als 160.000 US-Soldaten im Irak stationiert. Nach ihrem Abzug 2011 blieb nur ein kleines Truppenkontingent zurĂŒck, das mit dem Kampf gegen den IS aber wieder erhöht wurde. Vor allem die mit dem Iran verbĂŒndeten Milizen und politischen KrĂ€fte im Land fordern schon lang den vollstĂ€ndigen Abzug der Amerikaner.
Viel Lob von Trump fĂŒr al-Saidi
Trump lobte seinen Gast als "groĂartige FĂŒhrungsperson". Schon bei der BegrĂŒĂung al-Saidis am WeiĂen Haus hob er hervor: "Dieser Mann hat gerade eine wichtige Wahl gewonnen. Sie werden sehr gut reprĂ€sentiert", sagte er ĂŒber die irakische Bevölkerung.
Al-Saidis Besuch bei Trump ist seine erste offizielle Auslandsreise, seit er im FrĂŒhjahr das Amt des irakischen MinisterprĂ€sidenten ĂŒbernommen hat. Ein Fakt, der die Bedeutung der USA fĂŒr den Irak unterstreicht. Der GeschĂ€ftsmann al-Saidi war zuvor in der Politik ein weitgehend unbekanntes Gesicht.
