ROUNDUP, EuropÀer

EuropÀer wollen Trumps Ukraine-Plan entschÀrfen

23.11.2025 - 11:05:20 | dpa.de

US-PrĂ€sident Donald Trump stĂ¶ĂŸt den VerbĂŒndeten in Europa mit seinem Friedensplan fĂŒr die Ukraine vor den Kopf, stellt den russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin aber offensichtlich zufrieden.

In Genf wollten Vertreter der Ukraine, der USA und Deutschlands sowie weitere UnterstĂŒtzer aus Europa ĂŒber Änderungen des Plans im Sinne Kiews beraten.

US-Außenminister Marco Rubio sah sich gezwungen, klarzustellen, dass der 28-Punkte-Plan tatsĂ€chlich von den USA verfasst wurde und keine Wunschliste des Kremls ist. Deutschland und andere Partner der angegriffenen Ukraine lehnen den Plan in der derzeitigen Fassung ab.

Sinneswandel bei Trump nach Kritik?

Angesichts der Kritik deutete Trump an, einzulenken. Die Frage einer Journalistin, ob der Friedensplan ein letztes Angebot sei, verneinte er in Washington und fĂŒgte hinzu: "Wir versuchen, die Sache auf die eine oder andere Weise zu beenden."

Die Linie Trumps, Frieden in der Ukraine zu stiften, bleibt somit widersprĂŒchlich. Erst am Freitag hatte der Republikaner den Druck auf den ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj erhöht und ihm eine Frist gesetzt, dem Plan bis kommenden Donnerstag zuzustimmen.

Nach Informationen der "Washington Post" verknĂŒpften die USA das Ultimatum mit der Drohung, der Ukraine ansonsten die UnterstĂŒtzung zu entziehen.

Europa beim G20-Gipfel im Krisenmodus

Der US-Vorschlag sieht zum Beispiel vor, dass die Ukraine bislang noch verteidigte Gebiete an Russland abtritt, ihre militÀrischen FÀhigkeiten beschrÀnkt und die Nato einen Verzicht auf jegliche Erweiterung erklÀrt.

Russland mĂŒsste dagegen nur vergleichsweise geringe ZugestĂ€ndnisse machen und unter anderem auf in der EU eingefrorenes Staatsvermögen verzichten. Dieses wĂŒrde fĂŒr den Wiederaufbau der Ukraine genutzt werden.

Der Entwurf könne deshalb nur eine Grundlage sein, an der gearbeitet werden mĂŒsse, stellten die VerbĂŒndeten der Ukraine nach einem Krisentreffen am Rande des G20-Gipfels in Johannesburg in einer ErklĂ€rung klar.

Merz: Über den Kopf der Ukraine hinweg kein Frieden möglich

Nach den Beratungen, bei denen auch Japan und Kanada vertreten waren, sagte Kanzler Friedrich Merz (CDU): "Kriege können nicht beendet werden durch GroßmĂ€chte ĂŒber die Köpfe der beteiligten LĂ€nder hinweg." Ein Ende des Krieges könne es nur geben, wenn die Ukraine und auch die EuropĂ€er zustimmten.

Frankreichs PrÀsident Emmanuel Macron wies darauf hin, dass mehrere Punkte des Plans nicht ohne Zustimmung der europÀischen Partner umgesetzt werden könnten. Als Beispiele nannte er die Verwendung von in der EU festgesetztem Geld der russischen Zentralbank sowie die Punkte, die sich etwa auf die Nato und das VerhÀltnis zwischen der Ukraine und der EU beziehen.

USA, EuropĂ€er und Ukraine beraten ĂŒber Änderungen

Die EuropĂ€er ĂŒbermittelten vor dem Genf-Treffen nach deutschen Angaben ÄnderungsvorschlĂ€ge an die USA. Einzelheiten sind bislang nicht bekannt.

Nach EinschĂ€tzung Selenskyjs droht der Ukraine bei einem Nein zum Plan, die USA als SchlĂŒsselpartner zu verlieren. Ohne UnterstĂŒtzung der grĂ¶ĂŸten MilitĂ€rmacht, die Waffen an die Ukraine verkauft und Daten fĂŒr die KriegsfĂŒhrung gegen Russland bereitstellt, wĂŒrde eine Fortsetzung des Abwehrkampfs gegen die Invasoren deutlich erschwert.

Rubio: Friedensplan wurde von den USA ausgearbeitet

FĂŒr Irritationen sorgten Aussagen des republikanischen Senators Mike Rounds, der nach einem Telefonat mit Rubio sagte, der Plan sei an die US-Regierung herangetragen worden. "Es handelt sich nicht um unsere Empfehlung, es ist nicht unser Friedensplan", sagte er unter Berufung auf Rubio. Senator Angus King fĂŒgte hinzu, der Plan sei "im Wesentlichen die Wunschliste der Russen".

Dem widersprach Rubio spĂ€ter auf X. Der Plan sei von den USA erstellt worden und basiere auf "Anregungen der russischen Seite, aber auch auf frĂŒheren und aktuellen BeitrĂ€gen der Ukraine".

Vance und Putin auf einer Linie

Putin hĂ€lt den 28-Punkte-Plan fĂŒr eine Grundlage, Frieden zu erreichen. Russland hatte die Ukraine auf Befehl Putins am 24. Februar 2022 angegriffen.

US-VizeprÀsident JD Vance warf den Kritikern des Plans vor, die wahre Lage im Krieg zu verkennen. "Frieden wird nicht von gescheiterten Diplomaten oder Politikern erreicht, die in einer Fantasiewelt leben", schrieb er auf X.

Putin wirft den EuropĂ€ern ebenfalls Unkenntnis der Lage vor. Sie hĂ€tten keine echten Informationen ĂŒber die Lage auf dem Schlachtfeld.

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