US-ReprÀsentantenhaus, Ukraine-Hilfe

US-ReprÀsentantenhaus bekennt sich zu Ukraine-Hilfe und Nato

Veröffentlicht: 05.06.2026 um 06:25 Uhr, dpa.de

Das US-ReprĂ€sentantenhaus hat ein umfangreiches Paket zu Ukraine-Hilfen sowie Sanktionen gegen Russland gebilligt und sich zugleich klar zum Nato-BĂŒndnis bekannt.

Die Parlamentskammer stimmte mit Hilfe von fast 20 Stimmen der Republikaner von PrĂ€sident Donald Trump mehrheitlich fĂŒr das Gesetz. Es gab 226 Ja- und 195 Nein-Stimmen. Damit steigt der Druck auf Trump, der sich zuletzt Ă€ußerst kritisch ĂŒber die Nato geĂ€ußert und im 2022 von Russland begonnen Ukraine-Krieg nicht klar auf die Seite des angegriffenen Landes gestellt hatte.

Das Gesetz, das von demokratischer Seite eingebracht worden war, muss noch von der anderen Parlamentskammer, dem Senat, gebilligt werden. Dann wird es Trump zur Unterschrift vorgelegt, der ein Veto einlegen könnte. Die nun erfolgte Abstimmung bringt den Republikaner in eine heikle Lage, denn er mĂŒsste sich im Zweifel gegen zahlreiche Parteikollegen stellen. Zuletzt hatten immer wieder Republikaner offen gegen den politischen Kurs im Weißen Haus opponiert - wenige Monate vor den Zwischenwahlen im Kongress, bei denen die Partei des PrĂ€sidenten ihre hauchdĂŒnne Mehrheit in beiden Kammern verteidigen will.

Russland zum Abzug aus der Ukraine aufgefordert

In dem Gesetz heißt es, dass die USA russische Kriegsverbrechen auf das SchĂ€rfste verurteilen. Russland mĂŒsse sofort und bedingungslos sĂ€mtliche StreitkrĂ€fte aus ukrainischem Hoheitsgebiet abziehen, einschließlich der Krim und der als Donbass bekannten Gebiete Donezk und Luhansk im SĂŒdosten des Landes. Jegliche Verhandlungen mĂŒssten zudem auf der SouverĂ€nitĂ€t der Ukraine beruhen und dĂŒrften nicht von Russland diktiert werden.

Das Gesetz sieht jede Menge Sanktionsmöglichkeiten vor - gegen russische Banken, den Energiesektor und auch hochrangige Politiker wie PrĂ€sident Wladimir Putin. FĂŒr die Ukraine sollen außerdem Kredite zur MilitĂ€rfinanzierung bereitgestellt werden.

ReprÀsentantenhaus: Nato ist Bollwerk

Die Abgeordneten bekennen sich ausdrĂŒcklich zur Nato als VerteidigungsbĂŒndnis und speziell zum Artikel 5 des Nato-Vertrags. Dieser regelt, dass die BĂŒndnispartner im Fall eines Angriffs auf die UnterstĂŒtzung der Alliierten zĂ€hlen können und ein Angriff auf ein Mitglied als Angriff auf alle gewertet wird. Das Bekenntnis der USA zu Artikel 5 stĂ€rke die Abschreckung der Nato als Bollwerk gegen Gegner wie Russland, China und Iran, die ihren schĂ€dlichen Einfluss ausweiten wollten, heißt es in dem Gesetzestext.

Zuletzt hatte es aus dem Weißen Haus vor allem kritische Töne Richtung Nato gegeben. Trump hatte Deutschland und anderen Nato-LĂ€ndern angekreidet, dass sie nicht bei der Sicherung der Straße von Hormus im Iran-Krieg geholfen hĂ€tten. Man werde sich daran erinnern und "niemals vergessen", hatte Trump gedroht.

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