Valneva, Aktie

Valneva Aktie: 52-Wochen-Tief bei 2,08 Euro

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 12:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Valneva verzeichnet gemischte Studienergebnisse bei gleichzeitigem Kursrutsch auf ein neues 52-Wochen-Tief.

Valneva Aktie: Lyme-Impfstoff-Studie und neues Jahrestief
Abstrakte Darstellung eines modernen Biotechnologie-Labors mit Fokus auf wissenschaftliche Ausrüstung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der französisch-österreichische Impfstoffentwickler Valneva steckt mitten in einer entscheidenden Woche für seine Pipeline. Gleich zwei zentrale Studienergebnisse aus den vergangenen Tagen zeigen, wie nah Erfolg und Enttäuschung im Impfstoffgeschäft beieinanderliegen – während die Aktie parallel auf ein neues Jahrestief gefallen ist.

Lyme-Impfstoff zeigt 70 Prozent Wirksamkeit, verfehlt aber Signifikanz

Der gemeinsam mit Pfizer entwickelte Lyme-Borreliose-Impfstoff hat in einer Phase-3-Studie mit rund 9.400 Teilnehmern ab fünf Jahren eine Wirksamkeit von 70 Prozent erreicht. Laut Medical Economics verfehlte das Studienergebnis jedoch knapp die statistische Signifikanzschwelle – der Grund dafür war eine geringere Zahl an Erkrankungsfällen in der Studie als ursprünglich erwartet. Trotz dieses formalen Rückschlags ist ein Zulassungsantrag weiterhin geplant. Für Valneva bleibt das Präparat eines der wichtigsten Wachstumsprojekte, da es bislang keinen zugelassenen Impfstoff gegen die von Zecken übertragene Krankheit gibt.

Parallel dazu bekräftigten aktuelle Studienunterlagen die Sicherheitsdaten des bereits zugelassenen Chikungunya-Impfstoffs VLA1553, der unter dem Namen IXCHIQ vermarktet wird. Eine am 23. Juli 2026 in der Fachzeitschrift npj Vaccines veröffentlichte, von Valneva, der Impfstoffallianz CEPI und dem EU-Programm Horizon 2020 finanzierte Untersuchung an Javaneraffen testete den Lebendimpfstoff in hundertfacher Dosierung. Selbst bei dieser massiven Überdosierung fand sich außerhalb von Immunorganen keine anhaltende Viruspersistenz im Gewebe. Zum Vergleich zeigte das Wildtyp-Chikungunya-Virus in der Studie ein deutlich schwereres Bild: höhere Viruslast, längeres Fieber, Lymphopenie sowie erhöhte Leberenzyme und Entzündungsmarker. Die Daten untermauern damit das Sicherheitsprofil des attenuierten Impfstoffs, der bereits Marktzulassung besitzt.

Aktie rutscht auf frisches Jahrestief

An der Börse hinterlassen diese Nachrichten bislang keine Spuren im positiven Sinne. Die Valneva-Aktie markierte am 23. Juli 2026 mit 2,08 Euro ein neues 52-Wochen-Tief und notiert aktuell bei 2,11 Euro, nur 1,25 Prozent über dieser Marke. Der Titel gab zuletzt um 0,28 Prozent nach und liegt seit Jahresbeginn 43,33 Prozent im Minus. Vom Hoch der vergangenen zwölf Monate bei 5,16 Euro, erreicht im August 2025, trennen den Kurs damit inzwischen weit mehr als die Hälfte.

Der Kursverfall spiegelt auch operative Sorgen wider. Im ersten Quartal 2026 verzeichnete Valneva einen Nettoverlust und musste seine Umsatzprognose senken, nachdem die Erlöse gegenüber den Erwartungen zurückgeblieben waren. Die Aktionäre haben zudem im Juni auf der Hauptversammlung eine Führungsänderung im Aufsichtsgremium bestätigt: Gerd Zettlmeissl übernahm den Vorsitz, während Thomas Lingelbach als Vorstandschef im Amt bleibt.

Blick auf die kommenden Wochen

Analysten sehen trotz der schwachen Kursentwicklung erhebliches Aufholpotenzial. Der Kurszielkonsens liegt bei 5,52 Euro, was gegenüber dem zuletzt erfassten Niveau ein Aufwärtspotenzial von rund 159 Prozent implizieren würde; ein Großteil der Analysten stuft die Aktie mit Kaufen ein. Die Gewinnschätzungen zeigen für 2025 einen Verlust je Aktie von 0,68 Euro, für 2026 einen auf 0,36 Euro verringerten Fehlbetrag, ehe für 2027 erstmals ein positives Ergebnis von 0,29 Euro je Aktie erwartet wird.

Die nächste Gelegenheit für das Unternehmen, das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, bietet sich am 13. August 2026, wenn Valneva seine Halbjahreszahlen vorlegt. Bis dahin dürften sowohl die Lyme-Impfstoff-Daten mit Pfizer als auch die frischen Sicherheitsergebnisse zur Chikungunya-Vakzine im Fokus der Investoren bleiben – zwei Nachrichten, die zeigen, dass die wissenschaftliche Substanz des Unternehmens intakt ist, auch wenn sich das noch nicht im Aktienkurs niederschlägt.

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