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VanEck Seltene Erden ETF: Lynas-Zahlen am Mittwoch

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 19:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der VanEck Seltene Erden ETF zeigt sich trotz schwacher Lynas-Zahlen und einer Kostenwarnung leicht erholt. Analysten sehen den Sektor ĂŒberverkauft.

VanEck Seltene Erden ETF: Trotz Lynas-Kursrutsch leichte Erholung
Nahaufnahme von Rohstoffen fĂŒr Seltene Erden auf einer dunklen Schieferplatte mit professioneller Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Ausgerechnet in einer Woche, in der ein SchlĂŒsselwert schwache Zahlen liefert, dreht der VanEck Seltene Erden ETF leicht ins Plus. Der Fonds notiert am Mittwoch bei 12,25 Euro, ein Plus von 0,67 Prozent gegenĂŒber dem Vortagesschluss von 12,17 Euro. Die Erholung wirkt fast trotzig angesichts dessen, was Lynas Rare Earths am selben Tag prĂ€sentiert hat.

Der australische Seltene-Erden-Produzent zĂ€hlt mit einem Anteil von rund 7,1 Prozent zu den grĂ¶ĂŸten Einzelpositionen im ETF-Portfolio. Neben Lynas stecken dort auch Albemarle, MP Materials, China Northern Rare Earth und Liontown. Wenn eine Kernposition strauchelt, spĂŒrt das der gesamte Fonds.

Rekordumsatz reicht nicht

Lynas meldete fĂŒr das Juni-Quartal einen Umsatzanstieg von 9 Prozent auf 288,9 Millionen australische Dollar. Das klingt zunĂ€chst nach einem soliden Wachstum. Die Zahl blieb jedoch weit hinter der AnalystenschĂ€tzung von 391 Millionen australischen Dollar zurĂŒck, die Bloomberg zusammengetragen hatte.

Die Börse reagierte scharf. Die Lynas-Aktie fiel um bis zu 9,1 Prozent auf 14,51 australische Dollar, den tiefsten Stand seit dem 6. Februar. Damit war Lynas an diesem Tag der grĂ¶ĂŸte Verlierer im S&P/ASX 200 – wĂ€hrend der Referenzindex selbst um 0,1 Prozent zulegte.

Kostenexplosion in Malaysia

Zur enttĂ€uschenden Umsatzentwicklung kam eine zweite schlechte Nachricht. Lynas warnte vor deutlich steigenden Kosten beim Ausbau seines Werks fĂŒr schwere Seltene Erden in Malaysia. Die SchĂ€tzung kletterte von 180 Millionen auf fast 294 Millionen australische Dollar – eine Steigerung von mehr als 60 Prozent.

Auch die Produktion lief nicht rund. ErzqualitÀtsprobleme am Mt.-Weld-Projekt in Westaustralien bremsten den Output. Zwar stieg die Gesamtproduktion an Seltenerdoxiden von 3.212 auf 3.481 Tonnen, lag damit aber rund 10 Prozent unter den Erwartungen der Analysten.

Ein Lichtblick bleibt der Preis: Der durchschnittliche Verkaufspreis kletterte von 60,2 auf 98,2 australische Dollar pro Kilogramm. Lynas begrĂŒndet das mit der anhaltenden Nachfrage westlicher Kunden nach Lieferketten außerhalb Chinas. Geopolitische Spannungen und chinesische ExportbeschrĂ€nkungen treiben diesen Trend.

Recycling als zweite Front

Parallel zu den Lynas-Zahlen meldete sich die Branche mit einer anderen Entwicklung zurĂŒck. Cyclic Materials und Electronic Recyclers International haben eine Partnerschaft geschlossen, um in den USA eine heimische Recycling-Lieferkette fĂŒr Seltene Erden aufzubauen. ERIs Sammelnetzwerk und acht US-Recyclingzentren speisen kĂŒnftig Cyclics RĂŒckgewinnungs- und Raffinationsbetriebe.

Solche Projekte zeigen, wie westliche Unternehmen versuchen, sich unabhÀngiger von chinesischen Lieferketten zu machen. Es bleibt ein Baustein neben dem Ausbau eigener Minen und VerarbeitungskapazitÀten.

VolatilitÀt bleibt das bestimmende Thema

Der ETF-Kurs zeigt die NervositĂ€t im gesamten Sektor. Der Fonds notiert 34,69 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 18,76 Euro vom 11. Mai. Der Relative-StĂ€rke-Index liegt bei 26,8 – ein Wert, der auf eine deutlich ĂŒberverkaufte Marktlage hindeutet.

Der Fall Lynas bringt das Dilemma vieler westlicher Seltene-Erden-Produzenten auf den Punkt. Steigende Preise und wachsende strategische Bedeutung treffen auf handfeste operative Probleme beim KapazitĂ€tsausbau. FĂŒr den ETF bleibt genau diese Mischung aus geopolitischem RĂŒckenwind und AusfĂŒhrungsrisiken der zentrale Belastungsfaktor.

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