Verband reicht Klage gegen Schienenmaut ein
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 15:04 Uhr | dpa, AD HOC NEWSWie der Verband mitteilte, beteiligt sich auch der Freistaat Bayern an der Klage gegen die Trassenpreise, sie sei mit allen BundeslÀndern und Verbandsmitgliedern abgestimmt. Die Klage wurde demnach beim Verwaltungsgericht Köln erhoben.
Bei den Trassenpreisen handelt es sich um eine Art Schienenmaut, die die Verkehrsunternehmen fĂŒr die Nutzung der Infrastruktur an die Deutsche Bahn als Netzbetreiber zahlen mĂŒssen. FĂŒr den Regionalverkehr waren die Kosten bisher gedeckelt - zulasten von GĂŒter- und Fernverkehr.
Mehrkosten durch EuGH-Urteil
Der EuropĂ€ische Gerichtshof (EuGH) entschied im MĂ€rz jedoch, dass dieser Preisdeckel nicht mit europĂ€ischem Recht vereinbar ist. Deshalb veröffentlichte die Bundesnetzagentur vor zwei Wochen neue Trassenpreise, die fĂŒr den Personennahverkehr allein im laufenden Jahr Mehrkosten von mehreren hundert Millionen Euro bedeuten.
Dem BSN zufolge ist der Personennahverkehr auf der Schiene fĂŒr 2026 mit Preissteigerungen von 9 Prozent und damit Nachzahlungen von 400 Millionen Euro konfrontiert.
Seit Wochen Kritik der LĂ€nder - Warnung vor weniger ĂPNV-Angebot
"Auch in den Folgejahren drohen sich schon weitere Preissteigerungen an", teilte der Verband mit. Aus dem aktuellen Antrag der fĂŒr die Infrastruktur zustĂ€ndigen DB InfraGo ergĂ€ben sich Steigerungsraten von durchschnittlich 7,8 Prozent fĂŒr den Schienenpersonennahverkehr.
Die BundeslĂ€nder drohen bereits seit einigen Wochen mit einer gerichtlichen Auseinandersetzung. In einer gemeinsamen ErklĂ€rung forderten die Landesverkehrsminister zuletzt von der Bundesregierung eine vollstĂ€ndige finanzielle Kompensation fĂŒr die gestiegenen Trassenpreise. Sie warnen, dass die Preissteigerungen andernfalls zur Abbestellung von Verkehr fĂŒhren könnten.
"Die massiven Trassenpreissteigerungen sind nicht akzeptabel", teilte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) mit. "Leidtragende wĂ€ren sonst die FahrgĂ€ste, die im schlimmsten Fall mit erheblichen Streichungen im Nahverkehr rechnen mĂŒssten." Der Freistaat habe sich der Klage des BSN angeschlossen, um seine Rechte zu wahren und finanzielle Nachteile abzuwehren.
Der Regionalverkehr wird in Deutschland von den BundeslÀndern bestellt. Sie verlagern diese Aufgabe an insgesamt 26 AufgabentrÀger bundesweit. Der Bundesverband SchienenNahverkehr reprÀsentiert diese AufgabentrÀger.
