Verifox-Chef: Gaspreise könnten weiter deutlich steigen
Veröffentlicht am: 24.04.2026 um 06:29 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Wir stehen eher am Anfang höherer Preise bei Gas als am Ende der Entwicklung", sagte Puschmann der "Augsburger Allgemeinen" (Freitagausgabe). "Je lĂ€nger aber der Konflikt andauert, desto gröĂer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die höheren Beschaffungspreise fĂŒr Erdgas auch in höheren Endkundenpreisen niederschlagen", erklĂ€rte er.
"Gas ist so teuer wie seit MĂ€rz 2023 nicht mehr", sagte der Verivox-Chef. "Wer neu abschlieĂt, muss derzeit im Schnitt 11 Cent pro Kilowattstunde Gas zahlen." Damit seien nahezu die 12 Cent der Gaspreis-Bremse erreicht, die die Ampel-Regierung nach Beginn des Ukraine-Kriegs festgelegt habe. Die hohen Gaspreise wirkten zeitversetzt auch auf die Strompreise. "Kostensteigerungen von zehn Prozent pro Haushalt sind möglich", sagte Puschmann.
Hintergrund sei das Merit-Order-Prinzip an der EuropĂ€ischen Strombörse, wonach sich der Preis an den teuersten Energiequellen ausrichte, die hĂ€ufig Strom aus Gaskraftwerken seien. "Wir sehen, dass die Börsenstrompreise jetzt schon auf die Gaskrise reagieren", erklĂ€rte der Verivox-Chef. Der Neukundenpreis liege schon jetzt mit 28 Cent pro Kilowattstunde zweieinhalb Cent ĂŒber dem Wert vor Kriegsbeginn. "Je lĂ€nger diese Krise dauert, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich die Gaspreise in höheren Strompreisen fĂŒr die Haushalte niederschlagen", warnte er.
Um die Verbraucher zu entlasten, könnte eine Senkung der Stromsteuer auf das europĂ€isch vereinbarte Minimum helfen. "Die Stromsteuersenkung wĂ€re wirksamer als die 17 Cent Entlastung pro Liter an der Tankstelle", sagte der Verivox-Chef. "Wer 40 Kilometer am Tag fĂ€hrt, spart sich durch den Tankrabatt in zwei Monaten rund 20 bis 25 Euro" fĂŒgte er hinzu. "Sinkt die Stromsteuer auf das europĂ€ische Mindestniveau, wĂ€re pro Haushalt eine Entlastung von 90 Euro möglich, gerechnet fĂŒr eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden."
