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Verkehrsminister: Bund muss mehr fĂŒr Regionalverkehr zahlen

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 14:48 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Verkehrsminister der LÀnder erhöhen den Druck auf den Bund, ihnen bei der Finanzierung des kostspieligen Regionalverkehrs auf der Schiene unter die Arme zu greifen.

"Wir mĂŒssen jetzt acht Prozent Steigerungen fĂŒr das kommende Jahr auffangen. Das ist Geld, das keiner hat", sagte der bayerische Ressortchef Christian Bernreiter (CSU) der "Bild"-Zeitung. "Es gibt schon LĂ€nder wie Schleswig-Holstein, die Verbindungen abbestellt haben", fĂŒgte Bernreiter hinzu. "Nach 2028 kommen auch wir in Bayern in Schwierigkeiten." Bernreiter ist Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz von Bund und LĂ€ndern, die sich am Mittwoch und Donnerstag im bayerischen Hohenschwangau trifft.

Hintergrund des Konflikts ist ein Urteil des EuropĂ€ischen Gerichtshofs, der im MĂ€rz die sogenannte Trassenpreisbremse gekippt hatte, durch die die Unternehmen im Schienenpersonennahverkehr von stark steigenden Trassenpreisen ausgenommen waren. Die Trassenpreise, quasi eine Schienenmaut, fallen fĂŒr die drei Verkehrsarten GĂŒter-, Fern- und Regionalverkehr unterschiedlich hoch aus. Im Schienenpersonennahverkehr will die fĂŒr das Netz zustĂ€ndige Bahntochter DB InfraGo fĂŒr 2027 ein Plus von 7,7 Prozent, 2028 sollen die GebĂŒhren noch einmal krĂ€ftig steigen. Finanziert werden damit unter anderem der Betrieb, die Instandhaltung und Investitionen in das Schienennetz.

Bernreiter: "Es geht um mehrere Hundert Millionen Euro"

"Höhere Trassenpreise bedeuten mehr Kosten fĂŒr die Verkehrsunternehmen und fĂŒr die LĂ€nder, die den Regionalverkehr bestellen. Es geht um mehrere Hundert Millionen Euro", so Bernreiter. Der Bund mĂŒsse diese ausgleichen. "Leidtragende wĂ€ren sonst die FahrgĂ€ste, die im schlimmsten Fall mit erheblichen Streichungen im Nahverkehr rechnen mĂŒssten."

Wegen zusĂ€tzlicher Millionenkosten fĂŒr die Nutzung von Bahntrassen kĂŒndigen VerkehrsverbĂŒnde in einzelnen LĂ€ndern dĂŒnnere Angebote an, zuletzt beispielsweise in Sachsen. Zahlreiche Eisenbahnunternehmen haben bereits gemeinsam mit dem Bundesverband SchienenNahverkehr (BSN) Klage gegen die sogenannte Schienenmaut fĂŒr den Personennahverkehr eingereicht.

Die Minister der LĂ€nder berufen sich bei ihren Forderungen auf die AbsichtserklĂ€rung der schwarz-roten Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag. Darin heißt es: "Das Trassenpreissystem reformieren wir." Zur StĂ€rkung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) werde die Finanzierung auf eine neue gesetzliche Grundlage gestellt. "Die Regionalisierungsmittel sollen vorrangig als Bestellmittel fĂŒr den Schienenpersonennahverkehr genutzt werden."

Allerdings sieht der Bund keinen Spielraum fĂŒr mehr Geld. Bernreiter beklagte: "Leider stellt sich Berlin momentan taub. Wir fordern ein GesprĂ€ch mit dem Bundesfinanzminister. Dieser GesprĂ€chswunsch wurde bisher abgelehnt."

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