ROUNDUP, Pistorius

Pistorius beharrt auf allgemeiner Musterung junger MĂ€nner

10.11.2025 - 14:52:23 | dpa.de

Verteidigungsminister Boris Pistorius pocht bei der EinfĂŒhrung eines neuen Wehrdienstes auf die flĂ€chendeckende Musterung aller jungen MĂ€nner eines Jahrgangs.

Zudem solle es "Pflichtelemente" geben, falls sich nicht genĂŒgend Freiwillige fĂŒr die Bundeswehr fĂ€nden, erklĂ€rte der SPD-Politiker beim Besuch des Heimatschutzregiments in MĂŒnster.

Der SPD-Politiker zeigte sich zudem optimistisch, dass die Koalition im Streit um Details des neuen Wehrdienstes in dieser Woche zu Ergebnissen kommt. Er Ă€ußerte sich "sehr, sehr optimistisch, weil wir uns annĂ€hern", wie er sagte.

Zum Thema der verpflichtenden Musterung eines ganzen Jahrgangs erklĂ€rte Pistorius, es gehe darum, "im Verteidigungsfall wirklich handlungsfĂ€hig sein zu können und wirklich zu wissen, wer ist denn ĂŒberhaupt in der Lage, eingezogen zu werden". Dies mĂŒsse in diesem Gesetz geregelt werden. "Das halte ich fĂŒr notwendig, aber da finden wir ganz sicher auch einen Weg."

Über die Mechanismen einer Auswahl, falls sich nicht genĂŒgend Freiwillige finden, hatte es zwischen CDU, CSU und SPD Streit gegeben. Die Idee, Betroffene dann auszulosen, hatte eine Debatte ausgelöst.

Verteidigungsausschuss befragt SachverstÀndige

Das Gesetz ĂŒber einen neuen Wehrdienst war nach langem Streit in der Koalition Mitte Oktober zunĂ€chst in der vom Kabinett beschlossenen Fassung in den Bundestag eingebracht worden. Inhaltlich ist dieser Entwurf zwischen Union und SPD aber umstritten und wird sich im parlamentarischen Verfahren noch Ă€ndern.

Im Verteidigungsausschuss beantworteten Fachleute - darunter auch der Chef des Bundeswehrverbands, AndrĂ© WĂŒstner, und der MilitĂ€rhistoriker Sönke Neitzel - am Montag Fragen von Abgeordneten.

Neitzel riet zu entschlosseneren Schritten. "FĂŒr einen raschen personellen Aufwuchs der Bundeswehr wĂ€re die EinfĂŒhrung einer Auswahlwehrpflicht zwingend notwendig", sagte er. Weil dies politisch derzeit nicht durchsetzbar erscheine, meine das Verteidigungsministerium, den Aufwuchs der Bundeswehr ĂŒber die Freiwilligkeit erreichen zu können.

In seiner schriftlichen Stellungnahme verwies er zudem auf Äußerungen der Bundesregierung, dass Russland in wenigen Jahren die Nato angreifen könnte. "Das Verteidigungsministerium glaubt, einen Aufwuchs auf freiwilliger Basis bis 2035 zu erreichen. Das bedeutet, dass man sich im Schnitt einen Aufwuchs von 8.000 Mann pro Jahr zum Ziel setzt", so Neitzel. Er sagte: "WĂ€re die Bundeswehr bei ihrer Aufstellung im Kalten Krieg in dieser Geschwindigkeit aufgewachsen, hĂ€tte der Aufbau 60 Jahre gedauert."

CDU-Politiker Röwekamp erwartet baldige Einigung

Kritik an den WehrdienstplĂ€nen kam vom GeneralsekretĂ€r der BundesschĂŒlerkonferenz, Quentin GĂ€rtner, sowie von Daniela Broda vom Deutschen Bundesjugendring. Sie forderten im Verteidigungsausschuss, alle Generationen an den Aufgaben zu beteiligen und junge Menschen in die Entscheidungen einzubinden. Protestaktionen gab es vor dem Bundestag.

Mit Blick auf die laufenden Beratungen ĂŒber die Ausgestaltung des kĂŒnftigen Wehrdienstes geht der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Thomas Röwekamp (CDU), von einer Einigung in dieser Woche aus. Er sagte im ZDF-"Morgenmagazin": "Wir haben schon viele Gemeinsamkeiten miteinander definiert. Jetzt geht's noch um Detailfragen." Es sei wichtig, dass die Koalition jetzt geschlossen in die weiteren parlamentarischen Beratungen gehe. Pistorius will, dass das Wehrdienstgesetz Anfang 2026 in Kraft tritt.

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