Verzögerungen bei Reform: GrĂŒne wollen Reiche in Ausschuss zitieren
Veröffentlicht: 05.07.2026 um 12:02 Uhr, dpa.deAuch in dieser Woche habe sich die dringend notwendige EEG-Novelle nicht auf der Tagesordnung des Bundeskabinetts befunden, heiĂt es in einem Schreiben der GrĂŒnen-Abgeordneten Sandra Detzer an den Vorsitzenden des Ausschusses fĂŒr Wirtschaft und Energie. "Diese Entwicklung besorgt uns zutiefst: Ohne eine beschlossene und bis Ende des Jahres beihilferechtlich genehmigte Anschlussregelung droht ein massiver Einbruch des Ausbaus Erneuerbarer Energien."
Die GrĂŒnen bitten um die Einladung Reiches zur nĂ€chsten regulĂ€ren Sitzung des Ausschusses am Mittwoch. Die bisherige beihilferechtliche Genehmigung des EEG durch die EU-Kommission gilt bis Ende 2026. Falls bis dahin keine Neuregelung in Kraft ist, könnten zwar laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft gesetzlich geförderte Neuanlagen in Betrieb genommen, allerdings noch nicht gefördert werden. Reiche hatte gemahnt, bis zur Sommerpause mĂŒsse das Kabinett eine EEG-Reform auf den Weg bringen.
"Arbeitsverweigerung von Katherina Reiche"
Der GrĂŒnen-Energiepolitiker Michael Kellner sagte der Deutschen Presse-Agentur, Reiches UntĂ€tigkeit sei eine Gefahr fĂŒr die Wirtschaft, die Strompreise und den Klimaschutz. "Die Arbeitsverweigerung von Katherina Reiche bedroht milliardenschwere Investitionen und Tausende ArbeitsplĂ€tze. Die Uhr tickt. Es braucht schnellstens ein neues EEG, das alte lĂ€uft Ende des Jahres aus." Im Schreiben Detzers heiĂt es, ein Fadenriss im Ausbau wĂ€re wirtschaftlich und energiepolitisch fatal.
Die ReformplĂ€ne Reiches beim EEG sind umstritten - etwa ihr Vorhaben, die Förderung fĂŒr neue kleine Solaranlagen auf HausdĂ€chern zu streichen. Neben dem EEG ist auch ein geplantes Netzpaket noch immer in der regierungsinternen Abstimmung.
