VGSD, SelbststÀndige

VGSD warnt: SelbststÀndige Eltern stehen vor dem Aus

06.04.2026 - 12:11:00 | boerse-global.de

VerschÀrfte Elterngeldregeln und fehlende Kinderbetreuung setzen selbststÀndige Eltern massiv unter Druck. Experten warnen vor einer Abwanderung qualifizierter FachkrÀfte.

VGSD warnt: SelbststĂ€ndige Eltern stehen vor dem Aus - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Die Vereinbarkeit von Familie und SelbststĂ€ndigkeit erreicht im FrĂŒhjahr 2026 einen kritischen Punkt. Eine Kombination aus verschĂ€rften Elterngeld-Regeln, einem chronischen Betreuungsnotstand und sozialer Benachteiligung setzt Freelancer-Eltern massiv unter Druck. Experten warnen bereits vor einer Abwanderung hochqualifizierter FachkrĂ€fte.

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Aktivrente: Volksabstimmung als letzte Hoffnung?

Ein zentraler Streitpunkt ist die neue Aktivrente. Der Steuerbonus fĂŒr arbeitende Rentner schließt Solo-SelbststĂ€ndige bislang aus. Der Verband der GrĂŒnder und SelbststĂ€ndigen Deutschland (VGSD) hat es nun geschafft, diese Ungerechtigkeit zum Top-Thema der anstehenden Volksabstimmung von „Abstimmung21“ zu machen.

Die Frustration ist groß. Der aktuelle „SelbststĂ€ndigen-Report 2026“ zeigt: Nur noch 46 Prozent der Befragten schĂ€tzen ihre wirtschaftliche Lage als gut ein. Vor zwei Jahren waren es noch 55 Prozent. Besonders Eltern fĂŒhlen sich vom Sozialversicherungssystem im Stich gelassen.

Elterngeldreform trifft Freelancer hart

Seit Januar 2026 gilt eine harte Einkommensgrenze: Paare mit ĂŒber 175.000 Euro zu versteuerndem Jahreseinkommen erhalten kein Elterngeld mehr. Diese Grenze trifft Freelancer-Paare in Ballungszentren besonders. Ihr Bruttoeinkommen wirkt zwar hoch, doch nach Abzug von Betriebsausgaben und Vorsorge bleibt oft weniger ĂŒbrig als bei Angestellten.

Hinzu kommt der eingeschrĂ€nkte Parallelbezug. SelbststĂ€ndige können Basiselterngeld nur noch einen Monat lang gleichzeitig beziehen. Diese starre Regelung passt nicht zur flexiblen Projektarbeit von Freelancern. Sie tragen bei jeder Unterbrechung das volle Marktrisiko – anders als Angestellte mit KĂŒndigungsschutz.

Betreuungs-Chaos kostet ProduktivitÀt

Das grĂ¶ĂŸte praktische Problem ist die Kinderbetreuung. Laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung waren 54 Prozent aller erwerbstĂ€tigen Eltern in den letzten sechs Monaten von kurzfristigen Kita- oder Schulschließungen betroffen.

FĂŒr SelbststĂ€ndige sind diese AusfĂ€lle existenzbedrohend. Sie haben keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall des Kindes, mĂŒssen aber ihre Deadlines einhalten. Die Folge: Eine massive Verschiebung der Arbeitszeiten. Weibliche Freelancer arbeiten laut einer Studie von freelance.de im Schnitt nur noch 32,5 Stunden pro Woche, MĂ€nner kommen auf ĂŒber 38 Stunden.

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Die finanzielle Zufriedenheit sinkt kontinuierlich. Erstmals ist weniger als die HĂ€lfte der Freelancer mit ihrer finanziellen Situation zufrieden. Immer mehr denken ĂŒber eine RĂŒckkehr in die Anstellung nach.

Droht Deutschland ein Know-how-Verlust?

Die Entwicklung hat weitreichende Folgen. Rund 2,3 Millionen Solo-SelbststĂ€ndige sind eine zentrale SĂ€ule fĂŒr Innovationen in IT, Ingenieurwesen und Marketing. Wenn nun ausgerechnet die 30- bis 49-jĂ€hrigen LeistungstrĂ€ger in der Familien phase aus dem Markt gedrĂ€ngt werden, droht ein empfindlicher Verlust an Know-how.

Wirtschaftsanalysten kritisieren, dass die Politik die Besonderheiten der SelbststĂ€ndigkeit vernachlĂ€ssigt. Bei Themen wie „Kindkrank-Tagen“ oder Arbeitslosigkeit bleiben Freelancer deutlich schlechter gestellt als Angestellte. Die soziale Schere innerhalb der Freelance-Community droht weiter aufzugehen.

Weichenstellung im Herbst

Die kommenden Monate werden entscheidend sein. Die Volksabstimmung im Herbst zeigt, wie groß der RĂŒckhalt in der Bevölkerung fĂŒr eine faire Behandlung von SelbststĂ€ndigen ist. Ein Erfolg der VGSD-Initiative wĂŒrde den politischen Druck massiv erhöhen.

Gleichzeitig prĂŒfen einige BundeslĂ€nder Modellprojekte fĂŒr „Freelancer-Kitas“ mit flexibleren Betreuungszeiten. Ohne solche infrastrukturellen Anpassungen, so Experten, wird der trend zur „Flucht in die Anstellung“ anhalten. Steht das Freelancer-Modell fĂŒr junge Familien vor dem Aus?

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