Vicinity, AU000000VCX7

Vicinity Centres-Aktie (AU000000VCX7): Immobilienriese aus Australien im Fokus deutscher Anleger

22.05.2026 - 01:34:18 | ad-hoc-news.de

Die Vicinity Centres-Aktie sorgt mit ihrer Gewichtung im australischen Einzelhandelsimmobilienmarkt und der laufenden Erholung nach der Pandemie für Aufmerksamkeit. Was steckt hinter dem Geschäftsmodell, wie laufen Mieten, Auslastung und Portfolioanpassungen und warum ist das auch für deutsche Anleger interessant?

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Die Vicinity Centres-Aktie steht stellvertretend für den australischen Markt für Einkaufszentren und Einzelhandelsimmobilien, der sich seit der Pandemie in einer Phase der Neuaufstellung befindet. Der Konzern betreibt ein großes Portfolio an Shoppingcentern in Australien und verdient sein Geld im Kern über Mieteinnahmen und wertorientierte Bewirtschaftung dieser Objekte. Für deutsche Anleger mit Interesse an internationalen Immobilienwerten sind vor allem die Stabilität der Cashflows, die Bewertung im Verhältnis zu den Nettovermögenswerten sowie die Erholung des stationären Handels nach den Lockdowns von Bedeutung.

In den letzten Monaten stand Vicinity Centres im Zeichen operativer Anpassungen und Portfoliooptimierungen. Das Unternehmen veröffentlichte im Laufe des Geschäftsjahres 2024 und 2025 mehrere Updates zu Vermietungsfortschritten, Besucherfrequenzen, Mieteinnahmen und geplanten Investitionen in bestehende Einkaufszentren. Diese Meldungen betonten, dass sich der stationäre Handel in Australien nach den Auswirkungen der Pandemie stabilisiert habe und dass sich die Umsätze vieler Mieter erholt hätten, wie aus Unternehmensmitteilungen hervorgeht, die über das Investor-Relations-Portal abrufbar sind, etwa laut Vicinity Investor Centre Stand 30.04.2026.

Stand: 22.05.2026

Von der Redaktion - spezialisiert auf Aktienberichterstattung.

Auf einen Blick

  • Name: Vicinity
  • Sektor/Branche: Immobilien, Einzelhandelsimmobilien
  • Sitz/Land: Australien
  • Kernmärkte: Einkaufszentren in australischen Metropolregionen
  • Wichtige Umsatztreiber: Mieteinnahmen, Servicegebühren, Projektentwicklungen im Retail-Bereich
  • Heimatbörse/Handelsplatz: ASX Sydney (Ticker VCX), Zweitlisting in Frankfurt im Freiverkehr laut Handelsdaten
  • Handelswährung: Australischer Dollar an der ASX, Euro im Frankfurter Handel

Vicinity Centres: Kerngeschäftsmodell

Vicinity Centres ist ein auf Einzelhandelsimmobilien spezialisiertes Unternehmen, das sich auf den Besitz, die Verwaltung und die Entwicklung von Einkaufszentren fokussiert. Das Geschäftsmodell basiert darauf, große Shoppingmalls und regionale Zentren zu betreiben, Flächen an Einzelhändler aus verschiedenen Branchen zu vermieten und Zusatzumsätze durch Dienstleistungen rund um die Immobilien zu generieren. Das Spektrum reicht von Premium-Malls mit internationalen Marken über Einkaufszentren in Vorstädten bis hin zu Outlet-Standorten. Der Konzern profitiert im Kern davon, dass seine Objekte zumeist in stark frequentierten Lagen liegen.

Die Erlöse kommen in erster Linie aus langfristigen Mietverträgen mit Händlern, gastronomischen Anbietern und Dienstleistern. Hinzu treten Umsatzmieten, Parkgebühren und weitere Serviceleistungen, die für stabile wiederkehrende Cashflows sorgen sollen. Vicinity Centres strebt eine ausgewogene Mischung aus internationalen Ketten, nationalen Marken und lokalen Anbietern an, um das Risiko einzelner Mieter zu streuen. Zudem investiert der Konzern regelmäßig in die Modernisierung der Zentren, um diese für Besucher attraktiv zu halten und die Verweildauer zu erhöhen. Durch die Stärkung des gastronomischen Angebots, Freizeitflächen und Services soll das Kundenerlebnis verbessert werden.

Ein weiterer Pfeiler des Geschäftsmodells ist das aktive Portfoliomanagement. Vicinity Centres verkauft regelmäßig nicht strategische oder schwächere Objekte und reinvestiert die Mittel in wachstumsstärkere Standorte. Ziel ist eine Konzentration auf dominante oder stark frequentierte Zentren mit überregionaler Strahlkraft. Gleichzeitig arbeitet das Management an der Verdichtung von Flächen, der Neupositionierung von Mietermixes sowie an Umbauprojekten, bei denen zum Beispiel Büroanteile, Wohnflächen oder Hotels integriert werden, um eine bessere Nutzung des Grundstücks zu erreichen. Solche Mixed-Use-Ansätze sollen die Abhängigkeit vom reinen Einzelhandel reduzieren.

Immobiliengesellschaften wie Vicinity Centres sind in besonderem Maße von der Zinslandschaft abhängig. Steigende Zinsen erhöhen die Finanzierungskosten und können die Bewertung von Immobilienportfolios drücken, weil Investoren höhere Renditen verlangen. Umgekehrt profitieren Immobilienwerte in Phasen stabiler oder sinkender Zinsen, wenn sich die Refinanzierung erleichtert. Vicinity Centres versucht, dieses Risiko durch eine Mischung aus langfristig fixierten Schulden, Diversifikation der Finanzierungsquellen und Absicherungsgeschäften zu steuern. Angaben aus Geschäftsberichten zeigen, dass ein beträchtlicher Teil der Schulden über mehrere Jahre fest verzinst ist, was kurzfristige Zinssprünge abfedern kann, wie etwa im Jahresbericht 2024 dargestellt, der im August 2024 veröffentlicht wurde, laut Vicinity Results Stand 31.08.2024.

Für Vicinity Centres spielen darüber hinaus regulatorische und städtebauliche Rahmenbedingungen eine Rolle. In Australien müssen Projekte umfangreiche Genehmigungsverfahren durchlaufen, und die lokalen Behörden achten darauf, wie sich neue oder erweiterte Einkaufszentren auf Verkehr, Umwelt und bestehende Handelsstrukturen auswirken. Das Unternehmen arbeitet deshalb eng mit Kommunen und Planungsbehörden zusammen, um Projekte auf den Weg zu bringen und eine langfristige Einbettung in die jeweilige Region sicherzustellen. Umweltauflagen und ESG-Kriterien rückten in den vergangenen Jahren stärker in den Mittelpunkt, was zu Investitionen in Energieeffizienz, Solaranlagen auf Dächern und nachhaltige Gebäudetechnik führt.

Ein kennzeichnender Aspekt des Geschäftsmodells ist die Verknüpfung von physischen Handelsflächen mit digitalen Angeboten. Vicinity Centres unterstützt Mieter dabei, Online- und Offline-Vertriebskanäle zu kombinieren, etwa über Click-und-Collect-Konzepte, digitale Beschilderung oder datenbasierte Analyse der Kundenströme. Dadurch soll der stationäre Handel nicht als Gegenspieler, sondern als Ergänzung zum E-Commerce positioniert werden. Der Konzern stellt technologische Infrastruktur bereit, investiert in WLAN, digitale Parklösungen und intelligente Gebäudetechnik, um sowohl die Effizienz zu erhöhen als auch neue Erlösquellen zu erschließen.

Wichtigste Umsatz- und Produkttreiber von Vicinity Centres

Die Umsatzentwicklung von Vicinity Centres hängt maßgeblich von der Flächenvermietung, der Auslastung der Zentren und der Zahlungsfähigkeit der Mieter ab. Hohe Belegungsquoten und stabile Mieten sind zentrale Treiber für wiederkehrende Erlöse. In Berichten der vergangenen Geschäftsjahre wurde immer wieder betont, dass die Belegungsquote nach pandemiebedingten Rückgängen wieder anzog und dass viele Händler ihre Flächen halten oder sogar erweitern wollten. Zudem stützen Umsatzmieten in besonders gut frequentierten Zentren das Ertragspotenzial, da steigende Umsätze der Händler zu höheren Einnahmen für Vicinity führen können.

Die Besucherfrequenz in den Einkaufszentren ist ein weiterer Schlüsselindikator. Steigende Frequenzen deuten auf eine robuste Konsumnachfrage und ein attraktives Angebot in den Zentren hin. Nach Angaben aus regelmäßigen Betriebs-Updates hat sich die Frequenz seit 2022 schrittweise verbessert, was insbesondere an der Normalisierung des Alltagslebens nach den Lockdowns, an Tourismusströmen in Metropolregionen sowie an der Rückkehr von Büroangestellten in die Innenstädte liegt. Diese Entwicklungen wirkten sich positiv auf Gastronomie, Mode, Elektronik und Dienstleistungen aus, die in den Vicinity-Zentren vertreten sind.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf Großmietern wie Supermarktketten, Warenhäusern und großen Modefilialisten, da diese oft Ankerfunktion übernehmen und maßgeblich Kunden anziehen. Die Vertragslaufzeiten mit solchen Ankermietern sind meist langfristig und bieten damit Planungssicherheit. Gleichzeitig setzt das Management darauf, Flächen flexibel zu gestalten, um bei Bedarf neue Konzepte aufzunehmen, etwa Unterhaltung, Fitness oder medizinische Dienstleistungen. Diese Diversifikation des Angebots kann die Resilienz des Portfolios erhöhen, weil es weniger stark von zyklischen Konsumgütern abhängt.

Im Bereich der Projektentwicklung versucht Vicinity Centres, durch Erweiterungen und Modernisierungen Mehrwert aus bestehenden Standorten zu heben. Dazu gehören etwa die Vergrößerung von Food-Courts, die Integration von Freizeiteinrichtungen wie Kinos oder Familienbereichen sowie die Schaffung von Außenflächen mit Aufenthaltsqualität. Solche Investitionen sollen das Umsatzpotenzial der Mieter steigern und die Attraktivität des Zentrums im Wettbewerb mit anderen Einkaufsstandorten und Onlineanbietern erhöhen. Während der Bauphasen können jedoch temporäre Mietausfälle oder höhere Kosten anfallen, die sich kurzfristig auf die Ertragslage auswirken.

Ein weiterer Umsatztreiber sind Verwaltungsgebühren und Dienstleistungen für verbundene Immobilienvehikel oder Joint Ventures. Vicinity Centres ist an verschiedenen Projekten nicht immer zu 100 Prozent beteiligt, sondern hält Mitanteile oder agiert als Manager für Investments zusammen mit institutionellen Partnern. In solchen Strukturen erzielt das Unternehmen Gebühreneinnahmen, ohne das volle Immobilienrisiko zu tragen. Diese Asset-Management- und Property-Management-Dienstleistungen sind oft weniger kapitalintensiv und können zusätzliche Ertragsquellen eröffnen.

Neben klassischen Mieten spielen auch Parkerlöse und Werbeflächen im Objekt eine Rolle. Viele Einkaufszentren verfügen über großzügige Parkhäuser oder Parkplätze, für die Gebühren erhoben werden können. Durch digitale Parksysteme, Reservierungen und dynamische Preismodelle lässt sich die Auslastung optimieren. Außerdem können Werbeflächen in und um die Zentren vermarktet werden, etwa digitale Screens, Banner oder Promotionsflächen. Solche Zusatzeinnahmen tragen zusätzlich zu den Gesamterlösen bei, sind aber über den Zyklus hinweg stärker schwankungsanfällig als Grundmieten.

Technologie- und Datenlösungen entwickeln sich zunehmend zu eigenen Werttreibern. Vicinity Centres sammelt Daten über Besucherströme, Parkverhalten und Umsätze, um Mieterstruktur und Flächeneinteilung anzupassen. Durch Kooperationen mit Technologiepartnern können Analysen erstellt werden, die den Mietern helfen sollen, ihr Sortiment zu optimieren und Marketingaktionen zu planen. Dieser datengetriebene Ansatz kann die Bindung von Händlern an das Zentrum erhöhen und zusätzliche Gebührenmodelle ermöglichen. Gleichzeitig erfordert er Investitionen in IT-Sicherheit und Datenschutz, da sensible Kundendaten geschützt werden müssen.

Offizielle Quelle

Für Informationen aus erster Hand zu Vicinity Centres lohnt sich der Besuch der offiziellen Unternehmenswebsite.

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Branchentrends und Wettbewerbsposition

Der Markt für Einzelhandelsimmobilien in Australien befindet sich seit einigen Jahren im Umbruch. E-Commerce, verändertes Konsumverhalten und demografische Entwicklungen zwingen Eigentümer dazu, ihre Objekte laufend zu modernisieren. Während klassische, rein auf Shopping ausgerichtete Zentren tendenziell unter Druck geraten, wächst die Nachfrage nach Mixed-Use-Konzepten, die Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Einkaufen kombinieren. Vicinity Centres positioniert sich in diesem Umfeld als einer der führenden Betreiber großer Einkaufszentren mit Fokus auf urbane Lagen und wachstumsstarke Regionen.

Im direkten Wettbewerb steht Vicinity mit anderen großen australischen Retail-Immobilienunternehmen, die ebenfalls Portfolios aus Shoppingmalls und Outlets halten. Die Wettbewerbsposition wird oft daran gemessen, wie dominant die einzelnen Zentren in ihren Einzugsgebieten sind und wie hoch die Besucherfrequenz ausfällt. Vicinity verfügt über mehrere Objekte mit Leitfunktion, die als wichtigste Einkaufsziele in ihrer Region gelten. Solche Assets sind in der Regel weniger stark vom Onlinehandel bedroht, weil sie nicht nur als Einkaufsort, sondern als sozialer Treffpunkt und Freizeitdestination fungieren. Dies stärkt die Verhandlungsmacht gegenüber Mietern und wirkt sich auf die Mietkonditionen aus.

Ein struktureller Branchentrend ist die zunehmende Bedeutung von Gastronomie, Entertainment und Dienstleistungen im Mietermix. Viele Betreiber stocken diese Segmente auf, um den Erlebnischarakter der Zentren zu betonen. Vicinity Centres folgt diesem Trend, indem mehr Flächen an Restaurants, Cafes, Fitnessstudios, Kinos oder medizinische Dienstleister vergeben werden. Dieser Wandel verringert die Abhängigkeit von klassischen Modeketten, die besonders durch den Onlinehandel unter Druck stehen. Gleichzeitig sind solche Angebote teils weniger konjunktursensibel, weil Freizeitaktivitäten und Gesundheitsleistungen oft auch in schwächeren Phasen nachgefragt werden.

Die Digitalisierung verändert zudem Marketing und Kundenansprache im Retail-Immobiliensektor. Betreiber setzen verstärkt auf Apps, Kundenbindungsprogramme und gezielte Promotions, um Besucher in die Zentren zu locken. Vicinity Centres nutzt laut Unternehmensangaben digitale Kanäle, um etwa Aktionen einzelner Händler zu bewerben, Parkangebote zu kommunizieren oder Events anzukündigen. Kooperationen mit Marken und Veranstaltern sollen zusätzliche Besucherströme generieren. Solche Maßnahmen sind Teil des Wettbewerbs um Aufmerksamkeit in einem Umfeld, in dem Konsumenten zahlreiche Einkaufsalternativen haben.

Auch Nachhaltigkeit entwickelt sich zu einem wichtigen Differenzierungsmerkmal. Investoren achten verstärkt auf ESG-Kriterien, und Mieter legen zunehmend Wert auf energieeffiziente Gebäude mit niedrigem CO2-Fußabdruck. Vicinity berichtet in seinen Nachhaltigkeitsberichten über Investitionen in energieeffiziente Beleuchtung, Klimatisierung, Wasseraufbereitung und Abfallmanagement. Auf Dächern werden Solaranlagen installiert, und es werden Ladestationen für Elektrofahrzeuge geschaffen. Solche Maßnahmen können langfristig Betriebskosten senken und die Attraktivität der Standorte für Mieter und Kunden steigern, erfordern aber zunächst zusätzliche Investitionen.

Die Zinsentwicklung und der Immobilienzyklus sind branchenweit entscheidend. Steigende Renditeanforderungen der Investoren können zu Abwertungen von Portfolios führen, während fallende Zinsen umgekehrt gestiegene Immobilienwerte begünstigen. In Australien war der Immobilienmarkt über viele Jahre von steigenden Bewertungen geprägt, doch Zinswenden und Konjunktursorgen führten zeitweise zu Neubewertungen. Vicinity Centres muss in diesem Umfeld nicht nur operative Kennzahlen wie Mieten und Auslastung im Blick behalten, sondern auch die Balance zwischen Investitionen und Verschuldung steuern, um Kreditratings und Zugang zu Kapitalmärkten zu sichern.

Warum Vicinity Centres für deutsche Anleger relevant ist

Für deutsche Anleger, die in Immobilienaktien investieren, bietet Vicinity Centres einen Zugang zum australischen Markt für Einkaufszentren. Damit lässt sich geografisch diversifizieren, denn die Umsatzquellen liegen überwiegend in Australien und unterliegen damit teilweise anderen Konjunktur- und Konsumzyklen als die deutsche oder europäische Wirtschaft. Wer bereits in deutsche oder europäische Immobilienwerte investiert ist, kann über Vicinity Centres das Exposure in Richtung Asien-Pazifik erweitern. Die Aktie ist zwar primär an der Börse in Sydney notiert, wird aber auch in Europa, etwa in Frankfurt, gehandelt, was den Zugang für deutsche Privatanleger erleichtert.

Ein weiterer Aspekt ist die Rolle von Vicinity Centres als Vertreter eines speziellen Segments innerhalb der Immobilienbranche. Während viele in Deutschland gelistete Immobilienunternehmen stark auf Wohnimmobilien, Logistik oder Büroflächen ausgerichtet sind, konzentriert sich Vicinity auf Retail. Damit können Anleger gezielt auf die Entwicklung des stationären Handels in Australien setzen, ohne gleichzeitig hohe Anteile an anderen Immobilientypen zu erwerben. Wer ohnehin in internationale REIT-Strukturen oder Immobilienwerte investiert, könnte die Aktie als Ergänzung betrachten, um das Branchenspektrum breiter aufzustellen, wobei Chancen und Risiken des Retail-Sektors zu berücksichtigen sind.

Für deutsche Anleger ist zudem interessant, wie sich Währungsschwankungen zwischen Euro und australischem Dollar auf die Gesamtentwicklung auswirken können. Kursgewinne oder -verluste der Aktie an der Börse in Sydney werden in Euro teilweise durch den Wechselkurs verstärkt oder abgeschwächt. Anleger, die Vicinity Centres über den heimischen Handelsplatz erwerben, haben somit neben dem Unternehmens- und Immobilienrisiko auch ein Währungsrisiko im Depot. In Phasen, in denen der australische Dollar gegenüber dem Euro aufwertet, können sich positive Effekte ergeben, umgekehrt wirken Abwertungen belastend.

Auch die Dividendenpolitik spielt in der Wahrnehmung deutscher Investoren eine Rolle. Immobiliengesellschaften neigen dazu, einen bedeutenden Teil ihrer laufenden Erträge an die Eigentümer auszuschütten. Vicinity Centres hat in der Vergangenheit regelmäßig Ausschüttungen vorgenommen, wobei deren Höhe von der operativen Entwicklung und der Finanzlage abhängt. Veröffentlichte Unterlagen des Unternehmens zeigen, dass die Ausschüttungspolitik an Kenngrößen wie dem operativen Ergebnis pro Anteil orientiert ist, wobei Anpassungen bei veränderten Rahmenbedingungen möglich sind. Für Einkommensinvestoren können regelmäßige Zahlungen attraktiv sein, sie sind jedoch nicht garantiert.

Schließlich eröffnet die Aktie von Vicinity Centres deutschen Anlegern einen Einblick in die Dynamik des australischen Konsums und der dortigen Handelslandschaft. Kennzahlen wie Besucherfrequenz, Verkaufsumsätze der Mieter und Vermietungsquoten geben indirekt Hinweise darauf, wie sich der stationäre Handel in Australien behauptet. Wer makroökonomische Trends wie Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und Tourismus im Land beobachten möchte, kann dies teilweise über die Entwicklung von Retail-Immobilien ablesen. Damit fungiert die Aktie auch als Barometer für spezifische Segmente der australischen Wirtschaft.

Welcher Anlegertyp könnte Vicinity Centres in Betracht ziehen - und wer sollte vorsichtig sein

Vicinity Centres könnte insbesondere für Anleger von Interesse sein, die sich für den Immobiliensektor begeistern und bereit sind, gezielt in das Segment Einzelhandelsimmobilien zu investieren. Wer bereits Erfahrung mit internationalen Aktien hat und Währungsschwankungen akzeptiert, findet hier einen Wert mit starker regionaler Verankerung in Australien. Langfristig orientierte Investoren, die auf laufende Erträge und potenzielle Wertsteigerungen von Immobilien setzen, könnten das Geschäftsmodell attraktiv finden, sofern sie die spezifischen Risiken des Retail-Sektors berücksichtigen.

Vorsicht ist hingegen bei sehr sicherheitsorientierten Anlegern geboten, die hohe Schwankungen im Depot vermeiden möchten. Retail-Immobilien standen in den vergangenen Jahren besonders im Fokus struktureller Veränderungen durch den Onlinehandel, und die Pandemie hat die Verwundbarkeit dieses Segments aufgezeigt. Mietausfälle, Filialschließungen und Anpassungen im Mietermix können zu Schwankungen bei Mieteinnahmen und Bewertungen führen. Anleger, die nur sehr geringe Risiken eingehen möchten oder vor allem auf planbare, weitgehend konjunkturunabhängige Cashflows setzen, könnten mit anderen Immobilientypen wie Wohnimmobilien oder Infrastrukturwerten besser leben.

Auch kurzfristig orientierte Trader sollten beachten, dass Immobilienwerte oft stark auf Zinsentscheidungen und makroökonomische Nachrichten reagieren. Entscheidungen der australischen Notenbank zu Leitzinsen, Inflationsdaten oder Diskussionen über den Zustand des Immobilienmarkts können für Kursausschläge sorgen. Wer primär auf schnelle Kursgewinne aus ist, muss sich dieser Abhängigkeiten bewusst sein und die Nachrichtenlage im Blick behalten. Die Liquidität der Aktie ist an der Börse in Sydney hoch, während sie an europäischen Handelsplätzen niedriger ausfallen kann, was Spreads und Ausführung beeinflusst.

Anleger mit Fokus auf Nachhaltigkeit könnten sich für Vicinity Centres interessieren, wenn sie die ESG-Strategie des Unternehmens nachvollziehen können. Das Unternehmen berichtet über Maßnahmen zur Reduzierung von Emissionen, zum Ressourcenschutz und zur Einbindung der lokalen Gemeinschaften. Wer hier hohe Ansprüche hat, sollte die veröffentlichten Nachhaltigkeitsberichte und Ratings prüfen, um zu entscheiden, ob die Strategie den eigenen Kriterien entspricht. Über das Investor-Relations-Portal lassen sich entsprechende Berichte einsehen, etwa die Nachhaltigkeitspublikationen der letzten Jahre, die detailliert auf Umwelt- und Sozialprogramme eingehen.

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Fazit

Die Vicinity Centres-Aktie steht für ein breit diversifiziertes Portfolio an Einkaufszentren in Australien und spiegelt damit die Chancen und Herausforderungen des stationären Handels in einem sich wandelnden Markt wider. Das Geschäftsmodell basiert auf Mieteinnahmen, Projektentwicklungen und Dienstleistungen rund um Retail-Immobilien, wobei der Konzern auf dominante Standorte und Mixed-Use-Konzepte setzt. Für deutsche Anleger kann die Aktie als Baustein zur geografischen und sektoralen Diversifikation dienen, bringt jedoch Währungs- und branchenspezifische Risiken mit sich. Wie sich die Aktie langfristig entwickelt, hängt maßgeblich von der Zinslandschaft, der Konsumstimmung, der Anpassungsfähigkeit des Portfolios und der Fähigkeit ab, Mieterträge stabil zu halten oder zu steigern. Eine sorgfältige Analyse der veröffentlichten Geschäftsberichte, Updates und Marktbedingungen bleibt daher für jede Anlageentscheidung unerlässlich.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien sind volatile Finanzinstrumente.

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