Volex, Aktie

Volex Aktie: Volle Übernahme

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 12:10 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Volex übernimmt restliche Anteile an KST und kürzt Aktienrückkäufe. Die Aktie reagiert mit Kursgewinnen auf den strategischen Schritt.

Volex schließt Komplettübernahme von Kepler SignalTek ab
Abstrakte Darstellung einer vollständigen Unternehmensübernahme mit verschmelzenden Silhouetten in Blautönen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Ja am Kapitalmarkt sagt oft mehr als ein Prospekt. Volex hat heute genau das getan: den Rest von Kepler SignalTek komplett übernommen und im selben Atemzug das eigene Aktienrückkaufprogramm gekürzt. Die Börse honoriert den Schritt — die Aktie legte am Dienstag rund 1,5 Prozent zu und notierte bei 507 Pence.

Vom Miteigentümer zum Alleininhaber

Volex hält an Kepler SignalTek (KST) bereits seit der Gründung 2017 einen Anteil von 35,7 Prozent. Jetzt kauft der Konzern die restlichen 64,3 Prozent und übernimmt das Unternehmen vollständig. Der Deal ist bis zu 89,4 Millionen Dollar schwer, aufgeteilt in eine Sofortzahlung von rund 74,7 Millionen Dollar und eine gestaffelte Nachzahlung von bis zu 14,7 Millionen Dollar, die an Umsatzziele geknüpft ist.

KST stellt patientennahe Medizinprodukte her — Kabel und Geräte für Patientenüberwachung, Chirurgie, Herztherapie und Ultraschall, gefertigt in China und Indonesien. Im vergangenen Geschäftsjahr wuchs der Umsatz organisch um zehn Prozent auf 51,8 Millionen Dollar. Für Volex schließt sich damit eine Lücke im Medizintechnik-Portfolio, das bislang vor allem komplexe Kabelbaugruppen für MRT-Scanner und OP-Robotik umfasste.

Der Konzern rechnet damit, dass sich der Zukauf sofort positiv auf den Gewinn auswirkt, da die operative Marge von KST über dem Volex-Durchschnitt liegt. Die Kapitalrendite soll binnen zwei Jahren die Marke von 15 Prozent überschreiten. Firmengründer Scott Hayden bleibt an der Spitze von KST.

Kapitalallokation neu justiert

Finanziert wird der Zukauf über bestehende Kreditlinien — mit spürbaren Folgen für die Bilanz. Die Verschuldungskennzahl steigt von 0,8 auf etwa das 1,1-Fache des Cashflows. Um diesen Anstieg zu begrenzen, kürzt Volex sein im April angekündigtes Aktienrückkaufprogramm von 40 auf 20 Millionen Pfund. Die übrigen Bedingungen des Programms bleiben unverändert.

Der Schritt zeigt eine klare Prioritätensetzung: Wachstum durch Zukäufe geht vor Kapitalrückführung an Aktionäre. Volex betonte, die eigene Akquisitionspipeline bleibe aktiv — weitere Übernahmen sind also nicht ausgeschlossen. Mit der vollständigen Integration von KST verschiebt sich das Geschäftsmodell weiter in Richtung höhermargiger Medizintechnik, während die Bilanz vorerst etwas mehr Spielraum für Schulden in Anspruch nimmt.

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