Volkswagen, Aktie

Volkswagen Aktie: 19.000 Jobs in Deutschland

Veröffentlicht: 04.07.2026 um 17:58 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Volkswagen plant historische Werksschließungen in Deutschland und den Abbau von 19.000 Stellen. Der Betriebsgewinn brach 2025 um 53 Prozent ein.

Volkswagen Aktie: Radikaler Sparkurs und Werkschließungen drohen
Eine abstrakte, atmosphärische Darstellung der Automobilindustrie mit einem Fokus auf Beschäftigung und Produktion. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Tausende Mitarbeiter demonstrieren vor den Werkstoren. Allein in Emden gingen am Wochenende über 4.000 Beschäftigte auf die Straße. Sie wehren sich gegen die harten Kürzungspläne von Konzernchef Oliver Blume. Der Autokonzern steuert auf eine historische Zäsur zu. Am kommenden Donnerstag entscheidet der Aufsichtsrat über Werksschließungen in Deutschland.

Historische Einschnitte

Erstmals in der Konzerngeschichte stehen heimische Standorte auf der Kippe. Das Management hat Hannover und Emden im Visier. Auch Zwickau und Neckarsulm tauchen auf der Streichliste auf. Bis Ende 2026 plant die Führung allein in Deutschland den Abbau von 19.000 Arbeitsplätzen.

Weltweit könnten mittelfristig bis zu 100.000 Stellen wegfallen. Die IG Metall kritisiert dieses Vorgehen scharf. Die Gewerkschaft macht strategische Fehler der Vergangenheit für die aktuelle Krise verantwortlich.

Gewinn bricht ein

Die nackten Zahlen erzwingen eine Reaktion. Im Jahr 2025 brach der Betriebsgewinn um 53 Prozent ein. Blume will die schwache operative Marge in den kommenden Jahren deutlich steigern. Als Zielwert gelten acht bis zehn Prozent.

Der Machtkampf im Aufsichtsrat dürfte heftig ausfallen. Arbeitnehmervertreter und das Land Niedersachsen halten dort wichtige Schlüsselpositionen. Sie blockieren solche weitreichenden Kürzungen oft. Eine Aufweichung des Sparprogramms könnte den Kapitalmarkt allerdings massiv enttäuschen.

Aktie im tiefen Tal

Die Börse bewertet die Lage skeptisch. Nach einem Absturz auf 69,20 Euro erholte sich die Aktie zuletzt leicht. Am Freitag schloss das Papier mit einem Plus von 2,6 Prozent bei exakt 75,00 Euro.

Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf 29 Prozent. Kurz gesagt: ein Desaster. Der Relative-Stärke-Index rutscht allmählich in den überverkauften Bereich. Der Abstand zur 200-Tage-Linie bei 94,22 Euro unterstreicht den massiven Abwärtstrend.

Politischer Druck wächst

Vor der Sitzung am 9. Juli schaltet sich nun die Politik ein. Bundeskanzler Merz drängt auf den Erhalt der heimischen Fabriken. Das begrenzt den Handlungsspielraum des Managements weiter.

Stimmt der Aufsichtsrat am Donnerstag der harten Restrukturierung zu, könnte die Aktie einen Boden bilden. Verwässert das Gremium die Pläne, droht eine weitere Talfahrt. Spätestens am 23. Juli folgen neue Fakten. Dann präsentiert Volkswagen die detaillierten Halbjahreszahlen.

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