Volkswagen Aktie: 70.000 Stellen auf dem Spiel
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 20:33 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der Aufsichtsrat von Volkswagen berät heute über drastische Einschnitte. Zehntausende Arbeitsplätze und mehrere deutsche Werke stehen auf dem Spiel. Die Folge: Die Aktie gerät unter massiven Druck.
Kahlschlag auf der Tagesordnung
Konzernchef Oliver Blume plant weitreichende Schließungen. Er reagiert damit auf den anhaltend schwachen Absatz in Europa. Vorstand und Aufsichtsrat diskutieren laut Insidern den Abbau von mehr als 70.000 Stellen. Weltweit könnten sogar bis zu 100.000 Arbeitsplätze wegfallen.
Parallel dazu stehen vier Standorte auf der Kippe. Konkret geht es um die Werke in Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm. Die IG Metall wehrt sich mit einem bundesweiten Aktionstag. In Wolfsburg demonstrieren Mitarbeiter direkt vor dem Vorstandshochhaus.
Eine Schlüsselrolle fällt dem Land Niedersachsen zu. Das Bundesland hält 20 Prozent der Anteile am Autobauer. Es entsendet zwei Vertreter in den 20-köpfigen Aufsichtsrat.
Insidern zufolge signalisiert die Landesregierung erste Kompromissbereitschaft. Sie könnte dem Auslaufen einzelner Fabriken zustimmen. Die Bedingung: Volkswagen muss so viele Jobs wie möglich erhalten.
Kurs nähert sich dem Jahrestief
Anleger reagieren nervös auf die unklare Lage. Die Volkswagen-Aktie verliert heute 1,89 Prozent und fällt auf 71,50 Euro.
Die massiven strukturellen Probleme hinterlassen tiefe Spuren im Chart. Seit Jahresbeginn brach der Kurs um mehr als 32 Prozent ein. Der Börsenwert schrumpfte auf 35,2 Milliarden Euro.
Damit rutscht das Papier bedrohlich nahe an sein Jahrestief von 69,20 Euro. Der langfristige Abwärtstrend ist intakt. Zum 200-Tage-Durchschnitt fehlen der Aktie aktuell knapp 24 Prozent.
Ein VW-Sprecher versprach rasche Informationen nach dem Ende der Sitzung. Er zeigte zugleich Verständnis für die öffentlichen Proteste der Belegschaft. Ein verbindlicher Beschluss am heutigen Donnerstag gilt laut Beobachtern als möglich. Fällt die Entscheidung zum Stellenabbau tatsächlich, droht der Aktie eine Phase extremer Volatilität.
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