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Volkswagen Aktie: Betriebsrat wirft Blume Vertrauensbruch vor

Veröffentlicht: 12.07.2026 um 14:21 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Der Machtkampf bei VW eskaliert: Der Betriebsrat wirft dem Vorstand Geheimhaltung von Werksschließungsplänen vor. Die Aktie fällt weiter.

Volkswagen Aktie: Betriebsrat wirft Führung Vertrauensbruch vor
Abstrakte, atmosphärische Darstellung der Automobilindustrie, die Spannung und interne Konflikte andeutet, in dunklen Tönen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Machtkampf bei Volkswagen hat eine neue Stufe erreicht. Der Betriebsrat wirft der Konzernführung einen schwerwiegenden Vertrauensbruch vor. Grund: Details zu möglichen Werksschließungen sollen dem Management längst bekannt gewesen sein, der Belegschaft aber vorenthalten worden sein.

Betriebsrat spricht von Vertrauensverlust

Nach Informationen des Betriebsrats vom Samstag kannte Vorstandschef Oliver Blume konkrete Pläne zu Werksschließungen und Stellenabbau in Deutschland. Der Belegschaft blieben diese Details verborgen. Ein Sprecher der Arbeitnehmerseite nannte den Vorgang einen „nicht mehr zu überbietenden Vertrauensverlust".

Die Eskalation folgt auf ein verstrichenes Ultimatum. Die Arbeitnehmerseite forderte den Vorstand auf, bis Freitagabend zu Gerüchten über einen Abbau von bis zu 100.000 Stellen Stellung zu beziehen. Die geforderte Klarheit blieb aus.

Schon zuvor hatte der Aufsichtsrat Blumes „Zukunftsplan 2030" gestoppt. Bei der entscheidenden Sitzung stimmten nur 7 von 19 anwesenden Mitgliedern für seinen Sparkurs. Die Arbeitnehmerbank votierte geschlossen dagegen.

Absatzzahlen verschärfen den Druck

Am Freitag veröffentlichte Volkswagen zusätzlich schwache Auslieferungszahlen für das zweite Quartal 2026. Die weltweiten Verkäufe sanken um 8,6 Prozent auf rund 2,08 Millionen Fahrzeuge. Besonders hart traf es den Kernmarkt China. Dort brach der Absatz um 36,6 Prozent ein.

Auch das Elektroautogeschäft schwächelt deutlich. In den USA fielen die BEV-Verkäufe im ersten Halbjahr um 68,8 Prozent. Volkswagen begründet den Einbruch unter anderem mit dem Auslaufen staatlicher Förderprogramme.

Aktie nähert sich dem Jahrestief

Die Vorzugsaktie reagierte am Freitag mit einem Rückgang um 1,31 Prozent und schloss bei 71,06 Euro.

Auf Wochensicht steht damit ein Minus von 5,25 Prozent zu Buche. Über 30 Tage hat sich der Verlust auf 17,85 Prozent ausgeweitet.

Seit Jahresbeginn hat die Aktie bereits 33,03 Prozent an Wert verloren. Zum 52-Wochen-Tief von 69,20 Euro, markiert Anfang Juli, fehlen nur noch 2,69 Prozent.

Auch gegenüber den langfristigen Durchschnitten zeigt sich die Schwäche deutlich. Der Kurs liegt klar unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 93,78 Euro.

Der RSI von 30,2 signalisiert eine nahezu überverkaufte Aktie. Das könnte technisch Raum für eine kurzfristige Gegenbewegung schaffen. Die fundamentale Nachrichtenlage bleibt aber durch den Machtkampf und die China-Schwäche belastet.

Termine der kommenden Woche

Am Montag, den 13. Juli 2026, hält Volkswagen zwischen 9:00 und 10:00 Uhr seinen H1 Pre-Close Call ab. Analysten erwarten Aussagen zu Marge und Cashflow im ersten Halbjahr. Im Zentrum dürften aber Fragen zur Kostenstruktur und zur Strategie in China stehen.

Gelingt es dem Management nicht, den Konflikt mit dem Betriebsrat zu entschärfen, droht der Aktie ein Test des Jahrestiefs bei 69,20 Euro. Ein Bruch dieser Marke könnte weiteren technischen Verkaufsdruck auslösen. Am 24. Juli 2026 folgt mit dem vollständigen Halbjahresbericht der nächste größere Termin.

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