Frankfurt Eröffnung: Verluste - Kriegsdiplomatie reicht nicht
26.03.2026 - 10:13:25 | dpa.deDer Ălpreis der Nordseesorte Brent, der am Mittwochmorgen noch unter 100 Dollar gerutscht war, liegt wieder deutlich ĂŒber dieser Marke. WĂ€hrend des Iran-Kriegs ist er der wichtigste Gradmesser fĂŒr die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt.
"Ohne greifbare Ergebnisse schenken die Börsianer der Diplomatie keinen Glauben", kommentierte Stephan Innes von SPI Asset Management. Die Energiekosten seien nicht mehr bloà eine Gefahr, sie kÀmen in der Wirtschaft inzwischen immer stÀrker belastend an.
Entsprechend ging es auch fĂŒr den Dax DE0008469008 wieder abwĂ€rts. Der deutsche Leitindex fiel um 1,3 Prozent auf 22.658 Punkte. Damit bleibt er in der Spanne vom Montag, als er im Tagesverlauf bei widersprĂŒchlicher Nachrichtenlage um spektakulĂ€re 1.300 Punkte geschwankt war. ZunĂ€chst hatte er mit 21.863 Punkten das bisherige Kriegstief erreicht, bevor er sich zeitweise sprunghaft auf 23.178 Punkte erholte.
Aktuell pendelt der Nahost-Krieg weiter zwischen Drohkulisse und Diplomatie. Die US-Regierung hat dem Iran mit noch hĂ€rteren Angriffen gedroht, sollte die FĂŒhrung des Landes nicht nachgeben.
"Wenn sie nicht begreifen, dass sie militĂ€risch besiegt wurden und dies auch weiterhin sein werden, wird PrĂ€sident Trump dafĂŒr sorgen, dass sie hĂ€rter getroffen werden als je zuvor", sagte Regierungssprecherin Karoline Leavitt. Zwar gebe es weiterhin "produktive" GesprĂ€che auf diplomatischer Ebene. Aber trotz der Verhandlungen sei Trump bereit, die Hölle im Iran losbrechen zu lassen.
Der MDax DE0008467416 mit den mittelgroĂen deutschen Werten kam am Donnerstag um 1,9 Prozent zurĂŒck auf 28.269 Punkte und der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx EU0009658145 bĂŒĂte 1,2 Prozent ein.
Angesichts der Konjunktursorgen gerieten vor allem die zuletzt stark erholten Rohstoffwerte wieder unter Druck. Der Stoxx Europe 600 Basic Resources EU0009658624 war mit fast 19 Prozent Minus in den vier Wochen Iran-Krieg zuvor besonders stark unter die RÀder gekommen, nachdem er kurz zuvor noch einen Rekord erreicht hatte. Hinzu kam, dass Worthington Steel in den USA nach Börsenschluss mit GeschÀftszahlen enttÀuschte. Am deutschen Markt fielen nun Aurubis DE0006766504, Salzgitter und Thyssenkrupp DE0007500001 mit SchwÀche auf.
GröĂter Verlierer im Dax waren die zuletzt deutlich erholten Siemens Energy DE000ENER6Y0 mit 3,5 Prozent Abschlag. SchwĂ€chster MDax-Wert waren Deutz DE0006305006 nach GeschĂ€ftszahlen mit minus 9 Prozent. Börsianer schmeckte das ProfitabilitĂ€tsziel des Motorenbauers fĂŒr 2026 nicht. Ăhnlich erging es Kontron AT0000A0E9W5 mit einem Abschlag von 12,5 Prozent . Der Spezialist fĂŒr Produkte rund um das sogenannte Internet-der-Dinge (IoT) enttĂ€uschte die Anleger mit seinem Gewinnziel fĂŒr 2026.
Gewinner waren rar gesĂ€t. Besonders deutlich ging es fĂŒr Eckert & Ziegler DE0005659700 mit 6,5 Prozent empor. Der Experte fĂŒr Strahlentherapie versprach auch fĂŒr 2026 moderates Wachstum.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
