ROUNDUP, Wanze

Wanze in OpenAI-Konferenzraum - Mitarbeiter festgenommen

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 10:37 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Ein Mitarbeiter des ChatGPT-Entwicklers OpenAI steht unter Verdacht, ein AbhörgerÀt in einem Konferenzraum der Firma platziert zu haben, in dem oft GeschÀftsgeheimnisse besprochen werden.

Der 35-jĂ€hrige saudische StaatsbĂŒrger wurde festgenommen, wie die KI-Firma und das US-Justizministerium mitteilten. Die US-Bundespolizei FBI ermittelt zu dem Fall.

Das vor zwei Wochen entdeckte AufnahmegerÀt war den Ermittlern zufolge etwa zwei Tage zuvor in dem Konferenzraum in San Francisco platziert worden. Es steckte demnach in der USB-Buchse eines Fernsehers, eingewickelt in Toilettenpapier. Der festgenommene Mitarbeiter wurde nach Angaben des Ministeriums Ende September von Sicherheitskameras in der NÀhe des Konferenzraums gefilmt, zu dem er eigentlich keinen Zutritt hatte. Die Ermittler veröffentlichten auch ein Bild, auf dem zu sehen ist, wie er spÀter versucht, hinter den Fernseher zu schauen.

Recherche ĂŒber Chatbot

Laut dem Ministerium wurden ĂŒber einen Chatbot-Account der Ehefrau des OpenAI-Mitarbeiters Anfragen zu Aufnahme-Vorrichtungen gestellt. Im Chatverlauf fanden sich demnach auch Merkmale des im Konferenzraum entdeckten AbhörgerĂ€ts. Zudem wiesen die Unterhaltungen darauf hin, dass er noch an zwei weiteren Ă€hnliche Vorrichtungen gearbeitet habe. Dem inzwischen entlassenen Mitarbeiter drohten bei einer Verurteilung bis zu fĂŒnf Jahre Haft und eine Strafe von bis zu 250.000 US-Dollar (etwa 225.000 Euro).

Einem Gerichtsdokument zufolge hinterließ der Mitarbeiter zudem Spuren in einem internen KI-System mit Nachforschungen dazu, welchen Konferenzraum er ins Visier nehmen sollte. Unter anderem erkundigte er sich demnach, wo sich Top-Manager treffen - und wie der Belegungs-Kalender fĂŒr den Raum zu finden ist. Nach der Entdeckung der Aufnahme-Vorrichtung sei hinter dem Fernseher eine Kamera platziert worden. Mit ihr sei dann das Gesicht des Mitarbeiters erfasst worden, als er wenige Tage spĂ€ter hinter das TV-GerĂ€t blickte.

US-Geheimdienstkoordinator Jay Clayton betonte in der Mitteilung, der Fall zeige, wie wichtig es fĂŒr die nationale Sicherheit der USA sei, den Wettlauf bei der Entwicklung KĂŒnstlicher Intelligenz zu gewinnen. Clayton war von PrĂ€sident Donald Trump auch mit einer zentralen Rolle bei der KI-Aufsicht betraut worden. Erst vor kurzem hatte ein nun als Whistleblower auftretender KI-Forscher die Vermutung geĂ€ußert, dass chinesische Spione die großen KI-Labore von OpenAI und Anthropic unterwandert hĂ€tten. Belege dafĂŒr prĂ€sentierte er nicht.

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